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Mittwoch, 14.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 6. November 2020

Jüdisches Viertel in Köln soll Weltkulturerbe werden

Das wieder ausgegrabene mittelalterliche jüdische Viertel Kölns soll als Unesco-Weltkulturerbestätte vorgeschlagen werden. Die Stadt Köln und der Landschaftsverband Rheinland haben nach eigenen Angaben einen entsprechenden Antrag beim Land Nordrhein-Westfalen eingereicht. Seit 2007 hatten Archäologen auf dem Rathausplatz im Zentrum der Altstadt das mittelalterliche Judenviertel ausgegraben. Dazu gehören die Ruinen von Tanzhaus, Hospital, Bäckerei und Synagoge. Die Forscher fanden viele kostbare Artefakte, so einen halbmondförmigen, edelsteinbesetzten Goldohrring aus dem 11. Jahrhundert. Zurzeit wird die Fundstätte mit einem Museum überbaut. Die Eröffnung sei für 2024 geplant, sagte ein Sprecher.

Offener Brief der Berliner Bühnen an Michael Müller

Mit einem offenen Brief haben sich die Leitungen von 23 Berliner Bühnen und Veranstaltungsorten an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller gewandt und die schnellstmögliche Öffnung ihrer Häuser verlangt. Sie betonen, dass sie die unmittelbare Notwendigkeit für ein schnelles und konsequentes Handeln angesichts der Gefahren der Pandemie verstehen. Zugleich seien sie aber sehr besorgt, dass ihren Häusern nachhaltiger Schaden droht. Zum Schluss des Briefes appellieren die Leitungen der größten und wichtigsten Bühnen der Stadt an den derzeitigen Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz: "Unsere Häuser in den folgenden Monaten wieder bespielen zu können, eröffnet mehr Chancen, als dass es Risiken birgt. Bitte geben Sie den Berlinerinnen und Berlinern, unseren Gästen sowie den Kulturschaffenden – wenn irgend möglich – diese Chancen zurück."

NRW-Ministerin warnt Kultur vor Öffnungsforderungen

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat an die Kulturbranche appelliert, die harten Einschränkungen in der Corona-Krise mitzutragen. Die Kultur müsse aufpassen, dass sie nicht immer eine Extrawurst brate, sagte die parteilose Politikerin im Kulturausschuss des Landtags. Die Szene solle sich "nicht zu sehr aus dem gesellschaftlichen Konsens herausbewegen". Das könne ihr dauerhaft schaden. Die Kultur hatte kritisiert, dass Theater und Museen trotz strenger Hygiene-Konzepte ebenso schließen mussten wie Gastronomie und Freizeiteinrichtungen. In Frankfurt am Main wird die Forderung der Kultureinrichtungen nach baldigen Öffnungen unterstützt. Bei den nächsten Lockerungen sollten sie als erste wieder öffnen dürfen, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

Mainz will 2026 Gutenberg-Museum neu eröffnen

Das Gutenberg-Museum in Mainz soll 2026 neu eröffnet werden. Die Gesamtkosten für den Neubau veranschlagt die Stadt auf 50 Millionen Euro. Laut Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) will sich das Land Rheinland-Pfalz an den Kosten für die 250 000 Euro teure Machbarkeitsstudie beteiligen. Außerdem hofft die Stadt auf Zuschüsse vom Bund. Für die Umbauzeit soll das Naturhistorische Museum in Mainz zur Verfügung stehen. Der wohl berühmteste Sohn der Stadt, Johannes Gutenberg, gilt als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Vor der Corona-Pandemie zählte das Museum rund 140 000 Besucher pro Jahr.

WDR-Funkhausorchester hat neuen Chefdirigenten

Das WDR-Funkhausorchester hat einen neuen Chefdirigenten. Im Herbst 2021 tritt der heute 54-Jährige Frank Strobel sein Amt an, teilte die ARD-Sendeanstalt mit. Bereits seit 2011 arbeitet der gebürtige Münchner mit dem Orchester. Strobel, der in Berlin und Lyon wohnt, bezeichnet es als idealen Partner. Im Unterhaltungs-Bereich hat er mit Udo Lindenberg, Ute Lemper, Dominique Horwitz, Max Mutzke, Max Raabe, Lyambiko sowie Rabih Abou-Kalil zahlreiche Konzertprojekte entwickelt und Touren durchgeführt. Durch ihn wurden zahlreiche Stummfilm-Klassiker musikalisch rekonstruiert. Ein Höhepunkt war die Welturaufführung des rekonstruierten Metropolis-Films auf der Berlinale 2010. Bis zu seinem Antrittskonzert hat das WDR-Orchester wechselnde GastdirigentInnen eingeladen.
 

"Uriah-Heep"-Mitgründer Ken Hensley ist tot

Der britische Rockstar Ken Hensley ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Der Mitgründer der Band Uriah Heep sei am vergangenen Mittwoch nach kurzer Krankheit eingeschlafen, teilte sein Management mit. Er soll in Spanien beerdigt werden, wo er mit seiner Frau Monica lebte. Der gebürtige Londoner hatte zwischen 1970 und 1980 bei Uriah Heep gespielt.

Israelischer Lyriker Zach gestorben

Der israelische Lyriker Natan Zach ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren, bestätigten israelische Medien und das Scheba-Krankenhaus nahe Tel Aviv. Kulturminister Hili Tropper nannte Zach einen der bedeutendsten Lyriker des Landes. Sein Einfluss auf die israelische Kultur werde Generationen andauern. Präsident Reuven Rivlin und Verteidigungsminister Benny Gantz würdigten den Künstler via Twitter. Zach wurde in Berlin geboren. Seine Familie emigrierte Mitte der 30er Jahre nach Israel. Für seine Arbeit ist er mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden. Nach Angaben des Suhrkamp-Verlags übersetzte er auch Werke von Bertolt Brecht und Max Frisch.

Bundesrat plädiert für längere Kultur-Hilfen

Der Bundesrat hat die Bundesregierung aufgefordert, Soloselbstständige und Künstler wegen der Covid-19-Pandemie auch im kommenden Jahr zu unterstützen. In einer Entschließung verlangt die Länderkammer, den vereinfachten Zugang zur Grundsicherung, der zum Jahresende ausläuft, bis zum 31. Dezember 2021 zu verlängern. Es dürfe nicht sein, dass Selbstständige etwa in der Kulturbranche ihre Altersvorsorge oder das Betriebsvermögen antasten müssten. Auch die Vorgaben für die Mittagsverpflegung im Bildungs- und Teilhabepaket und beim Mehrbedarf in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sollen aus Ländersicht weiter gelten.

Berlin beruft erste Intendantin ans Deutsche Theater

Iris Laufenberg, derzeit geschäftsführende Intendantin des Schauspielhauses Graz, wird 2023 Intendantin des Deutschen Theaters Berlin. Das teilte das Schauspielhaus Graz unter Berufung auf Berlins Kultursenator Klaus Lederer mit.
Laufenberg werde als erste Frau das "DT" mit der Spielzeit 2023/2024 für zunächst fünf Spielzeiten übernehmen. Dem Berliner Publikum ist sie bereits durch ihre zehn-jährige Tätigkeit als Leiterin des Theatertreffens der Berliner Festspiele bekannt. In seiner Mitteilung dankte Kultursenator Lederer dem Intendanten des Deutschen Theaters, Ulrich Khuon, für seine kooperative und engagierte Unterstützung bei seiner Nachfolge.

Bayerischer Kulturpreis für Dirigentin Mallwitz

Die Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg, Joana Mallwitz, erhält den diesjährigen Sonderpreis des Kulturpreises Bayern. Das gab Kunstminister Bernd Sibler in München bekannt. Mallwitz sei eine "inspirierte und inspirierende Musikerin" sowie eine begnadete Musikvermittlerin. Sie stehe für eine neue Generation der Orchesterleitung, der bewusst sei, welche Chancen die sogenannte Hochkultur auch außerhalb der klassischen Komfortzonen habe, so Sibler. Mallwitz sorge mit ihren Dirigaten immer wieder für großes Aufsehen. Der Kulturpreis Bayern wird von der Bayernwerk AG und dem bayerischen Kunstministerium verliehen, diesmal am 12. November in einem digitalen Format.

"Y.M.C.A."-Rechteinhaber wollen Trump verklagen

Die Inhaber der Urheberrechte des Disco-Hits "Y.M.C.A." wollen gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump klagen, weil er den Song unerlaubt bei seinen Wahlkampfauftritten abspielen ließ. Das kündigte Anwalt Richard Malka in Paris an, der die Kläger vertritt. Der Hit der Band Village People aus dem Jahr 1978 wurde zu einer Hymne der Homosexuellen-Bewegung. Die Verwendung des Lieds für die Trump-Kampagne inklusive eines Wahlkampf-Spots stelle "eindeutig einen Diebstahl des Eigentums Anderer" dar, sagte Malka. Dass der Song für politische Zwecke des US-Präsidenten eingesetzt wird, hätten die Rechte-Inhaber bei entsprechender Anfrage "niemals akzeptiert". Er werde die Klage in den kommenden Tagen in den USA und in Frankreich einreichen, so der Anwalt. Zu den Rechte-Inhabern gehört das französische Musiklabel Scorpio Music.

Grütters lobt Grönemeyer-Vorschlag

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Vorschlag des Musikers Herbert Grönemeyer gelobt, dass Millionäre in Deutschland mit Corona-Sonderzahlungen Künstler unterstützen sollten. "Ich finde diese Idee von Grönemeyer ganz großartig", sagte Grütters in der RBB-Sendung "Talk aus Berlin". Sie freue sich, wenn "ein berühmter Künstler wie Herbert Grönemeyer eine solche Initiative startet und sich selber beispielhaft äußert". Dies sei eine von vielen Initiativen von Künstlerinnen und Künstlern und sei ein Beweis für den Zusammenhalt innerhalb der Kulturszene. Grönemeyer hatte in der "Zeit" wohlhabende Bürger aufgefordert, unter der Corona-Krise leidenden Künstlern stärker zu helfen.

Jüdischer Weltkongress ehrt Guterres und Mehta

UN-Generalsekretär António Guterres und der Dirigent Zubin Mehta werden vom Jüdischen Weltkongress (WJC) in New York für ihre Verdienste geehrt. Guterres erhalte den Theodor-Herzl-Preis für seinen Einsatz für eine sicherere und tolerantere Welt für Juden, teilte der WJC mit. Dirigent Zubin Mehta bekommt den Teddy-Kollek-Preis für sein Engagement für die jüdische Kultur. Beide Preise sollen am Montag bei einer Online-Gala übergeben werden.Der WJC hat es sich zur Aufgabe gemacht, die nicht in Israel lebenden Juden zu vertreten.

Schauspielerin Elsa Raven mit 91 Jahren gestorben

Sie spielte in "Titanic" die alte Dame, die gemeinsam mit ihrem Mann an Bord des sinkenden Schiffes stirbt. Nun ist Elsa Raven mit 91 Jahren friedlich daheim für immer eingeschlafen. Zeit ihrer Karriere hatte die Amerikanerin in Nebenrolle für Aufsehen gesorgt. Auch in dem Filmklassiker "Zurück in die Zukunft" trat sie 1985 in einer Schlüsselszene auf: als Spendensammlerin für eine historische Rathausuhr, die 30 Jahre zuvor von einem Blitz getroffen wurde und dem Zeitreisenden Michael J. Fox eine wichtige Information gibt.

Italiener Nazzaro leitet Filmfestival Locarno

Der Italiener Giona Nazzaro wird neuer künstlerischer Leiter des Filmfestivals in Locarno. Der Filmkurator und Journalist soll die Position offiziell zum Jahreswechsel übernehmen. Das gab die Festivalleitung bekannt. Nazzaro leitete zuletzt die Kritikerwoche bei den Filmfestspielen in Venedig und arbeitete unter anderem für Festivals in Rotterdam und Rom. Locarno gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den großen Festivals in Europa. Die nächste Ausgabe ist für August 2021 geplant.

Kulturrat begrüßt Hilfen für Soloselbstständige

Die angekündigten neuen Bundeshilfen für Soloselbstständige sind für den Deutsche Kulturrat ein Schritt in die richtige Richtung. Nun könne über die Bedingungen gesprochen werden, sagte der Geschäftsführer Olaf Zimmermann der dpa in Berlin. Dabei komme es darauf an, "die Hilfe nicht mit bürokratischen Hürden zu verstellen". Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte am Mittwochabend mit den neuen Corona-Hilfen Unterstützung für Soloselbstständige auch aus der Kulturszene angekündigt. Die Förderung von bis zu 5000 Euro bekommen sei auch eine Anerkennung ihrer Lebens- und Arbeitsweise.

Christa Dürscheid erhält Konrad-Duden-Preis

Die Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid erhält den Konrad-Duden-Preis 2021. Die Germanistin wird für ihre besonderen Verdienste um die Erforschung der deutschen Sprache ausgezeichnet, wie die Stadt Mannheim mitteilte. Der Preis ist mit 12 500 Euro dotiert und wird alle drei Jahre von der Stadt Mannheim und dem Dudenverlag verliehen. Christa Dürscheid ist Professorin für Deutsche Sprache an der Universität Zürich. Sie forscht zur Gegenwartssprache, etwa zur Kommunikation und Variation in den neuen Medien oder der Geschichte des Hashtags. Der Konrad-Duden-Preis wurde 1959 zum ersten Mal vergeben und gilt als der bedeutendste Preis für wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Linguistik des Deutschen. Die Auszeichnung soll am 10. März 2021 verliehen werden.

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