Seit 05:05 Uhr Studio 9
Mittwoch, 14.04.2021
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Freitag, 12. Februar 2021

"Jüdischer Nobelpreis" 2021 für Steven Spielberg

US-Regisseur Steven Spielberg erhält den mit einer Million Dollar dotierten Genesis-Preis 2021. Das teilte die Genesis Prize Foundation (GPF) am Donnerstagabend in New York mit. Die auch als "jüdischer Nobelpreis" bezeichnete Auszeichnung "würdigt das Engagement des Ausnahme-Regisseurs für jüdische Werte, seine außerordentlichen Beiträge zum Kino und zur Philanthropie sowie seinen Einsatz für das Gedenken an den Holocaust und das Verhindern künftiger Völkermorde", hieß es zur Begründung. Der jährlich verliehene Preis ehrt außergewöhnliche Persönlichkeiten für ihre herausragende berufliche Leistung, ihren Beitrag zu mehr Menschlichkeit und ihr Engagement für jüdische Werte.

Restaurierung des Olympieion hat begonnen

In Athen hat die Restaurierung des Olympieion, des Tempels des Zeus, begonnen.
Es handele sich um "eines der schwierigsten und wichtigsten Instandhaltungsprojekte" der Stadt, schrieb die griechische Tageszeitung "Kathimerini". Kulturministerin Lina Mendoni geht davon aus, dass das Ausmaß der Schäden erst im Laufe der Arbeiten sichtbar wird. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 vorgesehen. Der Tempel des Zeus mit seinen 17 Säulen wurde vor mehr als 2600 Jahren errichtet und war einer der größten Tempel der Antike.

Antijüdische Stereotype in der Literatur

Literatur ist aus Sicht von Kulturwissenschaftlern mitverantwortlich für die Etablierung und Weitergabe antijüdischer Bilder. Ein Experten-Austausch fand am Freitag bei einer Online-Tagung mit dem Titel "Die Wurzeln antijüdischer Stereotype" der Universität Marburg und der Evangelischen Akademie Frankfurt statt. Die Kulturwissenschaftlerin Zohar Shavit von der Universität Tel Aviv sagte, sie habe in der westdeutschen Kinder- und Jugendliteratur einen latenten Antisemitismus gefunden. Auch bei in guter Absicht erstellten Büchern kippe Philosemitismus oft in Antisemitismus um. So hätten jüdische Kinder auf Buchtiteln immer schwarze Haare und dunkle Augen. Laut dem Marburger Literaturwissenschaftler Jan Süselbeck setzt sich die Weitergabe antijüdischer Vorurteile bis in die Gegenwartsliteratur fort, wird aber dort oft nicht erkannt. Er mahnte mehr Aufklärungsarbeit beim Thema Rassismen in der schulischen Erziehung an.

Hohenzollern drohen mit Abzug von Leihgaben

Die Hohenzollern haben mit dem Abzug von Leihgaben aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg gedroht. Ihr Verhandlungsführer Jürgen Aretz schrieb in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an die zuständigen Stellen in Potsdam, die Geschichte Preußens erstrecke sich nicht nur auf Berlin und Brandenburg. Die angesprochenen Kunst- und Kulturgüter könnten auch außerhalb dieser Länder in angemessenem Rahmen ausgestellt werden, so Aretz. Ihre Bereitschaft dazu hätten - vor dem Hintergrund der bekannten Auseinandersetzungen - öffentliche Einrichtungen anderer Bundesländer signalisiert. Die Gesprächspartner von Bund, Ländern und Hohenzollern hatten 2019 in einer gemeinsamen Erklärung vor Abbruch der Verhandlungen festgehalten, beide Seiten seien sich einig, Leihgaben für öffentliche Einrichtungen zu sichern. Die Verhandlungen ruhen, seit das Land Brandenburg einen Prozess um enteignete Immobilien wieder aufgenommen hat. Im aus Bundessicht schlimmsten Fall müssten Tausende Objekte an die Hohenzollern herausgegeben werden.

Hans Zimmer erhält Frankfurter Goetheplakette

Der Filmkomponist Hans Zimmer wird mit der Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main geehrt. Der Oscarpreisträger sei ein großer Sohn der Stadt, der mit seinen Werken die ganze Welt erreiche, erklärte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zur Entscheidung des Magistrats. Zimmer sei "eine Hollywood-Ikone und dabei Kulturbotschafter unseres Landes und unserer Stadt". Er werde die Plakette erhalten, sobald es die Corona-Pandemie zulasse und eins Termin gefunden sei, erklärte eine Sprecherin des Kulturdezernats. Der 63-Jährige Zimmer wurde in Frankfurt am Main geboren und verbrachte seine ersten zwölf Lebensjahre in der Stadt. Von ihm stammt die Musik zu Dutzenden Filmen, darunter auch "Rain Man" und "Fluch der Karibik".

Theater-Chef soll Kulturhauptstadt-GmbH aufbauen

In Chemnitz soll der Generalintendant des Theaters, Christoph Dittrich, die neue Gesellschaft für die Europäische Kulturhauptstadt 2025 aufbauen. Diese GmbH solle das geplante Programm umsetzen, Strukturen der Bürgerbeteiligung schaffen und weitere Gelder einwerben, erklärte die Verwaltung der sächsischen Stadt. Chemnitz werde über ein Budget von rund 90 Millionen Euro verfügen können, davon etwa 60 Millionen für die Umsetzung des Kulturhauptstadt-Programms. Im März werde der Stadtrat die Gründung der GmbH beschließen und Dittrich offiziell zum Interims-Geschäftsführer ernennen. Ende des Jahres sollen die Stellen für den künstlerischen Intendanten der Kulturhauptstadt und den Geschäftsführer ausgeschrieben und besetzt werden.

China schaltet BBC World News ab

China hat den britischen Auslandssender BBC World News abgeschaltet. Begründet wurde der Schritt mit der kritischen Berichterstattung über China. Zuvor hatte die britische Medienaufsicht dem chinesischen Auslandssender CGTN die Sendelizenz wegen zu großer Staatsnähe entzogen. Die britische Regierung und die BBC reagierten mit scharfer Kritik auf das Sende-Verbot in China. Dort konnte das Programm des Auslandskanals nur in internationalen Hotels, Wohnanlagen mit vielen Ausländern und anderen Orten mit internationalem Bezug empfangen werden.

Filmfest Bergamo ehrt Volker Schlöndorff

Der deutsche Filmregisseur, Produzent und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff wird mit einer großen Retrospektive beim Filmfest im norditalienischen Bergamo geehrt. Das teilten die Veranstalter mit. Bei der 39. Ausgabe des Festivals (24. April bis 2. Mai) sollen 22 Werke des 81-Jährigen gezeigt werden. Die Veranstaltung werde mit vollem Corona-Schutz ablaufen. Es sei aber noch nicht klar, ob und wie viel dabei online stattfinden werde. Auch in welcher Form Schlöndorff selbst beteiligt sein könnte, sei offen. Die Stadt Bergamo in der Lombardei war von der ersten Corona-Welle Anfang 2020 besonders stark getroffen worden. In Italien steht die Kultur auch weitestgehend still, Kinos sind geschlossen.

Brechtfestival erstmals nur im Internet

Wegen der Corona-Pandemie findet das Brechtfestival in diesem Jahr erstmals nur virtuell statt. Das biete aber auch Chancen, sagte Festivalleiter Jürgen Kuttner bei der Vorstellung des Programms. Das Fest könne nun nicht mehr wie bisher ausschließlich in Brechts Geburtsstadt Augsburg erlebt werden, sondern "überall in der Welt". Dies könne eventuell auch Vorbild für künftige Brechtfeste sein. Für die Veranstaltung vom 26. Februar bis 7. März kündigten Kuttner und der zweite künstlerische Leiter Tom Kühnel rund 25 Premieren und einige prominente Darstellerinnen und Darsteller an. So ist Corinna Harfouch in "Tagebuch einer Fabrikarbeiterin / Die Mutter" zu sehen. Das Schauspieler-Ehepaar Lina Beckmann und Charly Hübner wird sich mit dem Briefwechsel zwischen Bertolt Brecht und seiner Partnerin Helene Weigel beschäftigen.

Kunstwerk soll für Armenhilfe verkauft werden

In Köln hat sich der Verein "Kunst hilft geben" ein Projekt zur Unterstützung von armen und obdachlosen Menschen ausgedacht. Es gehe um das "teuerste, soziale Kunstwerk der Welt", das insgesamt 1,3 Milliarden Euro einbringen soll. Damit sollen 1.500 soziale Projekte gegen Armut und Obdachlosigkeit unterstützt werden. Ein Gemälde des Künstlers Manfred Dahmen aus Mühlheim an der Ruhr soll zunächst für 20.000 Euro und danach noch weitere 16 Mal für die jeweils doppelte Summe veräußert werden. Auf diese Weise werde das Bild im Geiste eines sozialen Zwecks vom Käufer oder Spender zum nächsten gereicht. Wenn die Idee aufgehe, wäre es, so der Kölner Verein, die weltweit größte privat initiierte Hilfsaktion gegen Obdachlosigkeit.

Jazz-Pianist Chick Corea mit 79 Jahren gestorben

Der Jazz-Pianist Chick Corea ist tot. Er starb am Dienstag an einer seltenen Krebserkrankung, wurde auf seiner Internetseite mitgeteilt. Der 79-Jährige bekam im Laufe seiner Karriere mehr als 20 Grammy Awards. Er arbeitete unter anderem mit Miles Davis und Herbie Hancock. Corea begeisterte durch seine massive Bandbreite - von klassischer Musik, über Solo-Originale und Latin Jazz bis hin zu Jazzrock, als dessen Mitbegründer er gilt. Vergangenes Jahr veröffentlichte Corea sein Doppelalbum "Plays" mit Aufnahmen von diversen Piano-Konzerten. Neben seinen 23 Grammy Awards wurde Corea auch mit vier Latin Grammys ausgezeichnet. Corea war Mitglied bei Scientology und lebte in Florida. Er hinterlässt seine Frau und einen Sohn.

Bündnis erwägt Klage wegen Corona-Schließungen

Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot sieht die Veranstaltungswirtschaft im Corona-Lockdown im Stich gelassen und schließt rechtliche Schritte nicht aus. Eine Prozesswelle sei der einzige verbliebene Schritt, um 100 000 Betriebe und ihre Beschäftigten zu retten. Die Beschlüsse von Bund und Ländern hätten klargemacht, dass es viele weitere Monate kein Veranstaltungsleben in Deutschland geben werde. Die Branche sei ins künstliche Koma versetzt worden, und "die Ausrottung unserer Existenzen" werde in Kauf genommen. So würden die seit Monaten versprochenen Kompensationsprogramme nicht ankommen, sofern sie überhaupt schon beantragt werden könnten. #AlarmstufeRot vertritt die Kultur- und Eventbranche mit mehr als 3 Millionen Erwerbstätigen.

WDR plant Themenschwerpunkt zu Rassismus

Nach Antiziganismus-Vorwürfen gegen die WDR-Talkreihe "Die letzte Instanz" plant der Sender im März einen Themenschwerpunkt zu Rassismus. Der WDR habe eine Gruppe unter Leitung seiner Integrationsbeauftragten gebildet, teilte dieser in Köln mit. In der Ausgabe der "Letzten Instanz" vom 29. Januar hatten unter anderem Thomas Gottschalk, die Schauspielerin Janine Kunze und Moderator Steffen Hallaschka darüber diskutiert, ob der Ausdruck "Zigeuner" diskriminierend sei. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisierte die Sendung, für die der WDR auch um Entschuldigung bat.

Vier deutsche Filme im Berlinale-Wettbewerb

Vier deutsche Filme laufen im diesjährigen Wettbewerb der Berlinale: Die Literaturverfilmung "Fabian" von Dominik Graf, das Regiedebüt von Schauspieler Daniel Brühl "Nebenan", "Ich bin dein Mensch" von Regisseurin Maria Schrader und die Dokumentation "Herr Bachmann und seine Klasse" von Maria Speth. Insgesamt 15 Titel sind im Rennen um den Goldenen Bären, wie der künstlerische Leiter Carlo Chatrian in einem Video bekanntgab. Dazu gehören auch die Werke der Französin Céline Sciamma, des Südkoreaners Hong Sangsoo, des Franzosen Xavier Beauvois, des Rumänen Radu Jude und des Japaners Ryusuke Hamaguchi. Das Festival wird wegen der Corona-Pandemie auf zwei Termine geteilt. Im März ist ein Online-Branchentreff geplant, im Juni soll es ein öffentliches Festival mit Publikum geben.

Gericht: Denkmalschutz für Villa von NS-Architekten

Eine Villa des in die NS-Diktatur verstrickten Architekten Emil Fahrenkamp darf nach einem Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts als Denkmal geschützt werden. Das Denkmalrecht sehe keinen Ausschluss aus politisch-moralischen Gründen vor, hieß es zur Begründung. Fahrenkamp hatte die 1957 erbaute Villa im nordrhein-westfälischen Ratingen-Hösel für einen Industrie-Manager entworfen. Der Eigentümer der Villa hatte gegen die Aufnahme des Hauses in die Denkmalliste geklagt. Fahrenkamp sei denkmalunwürdig. Er konnte einen kleinen Teilerfolg erzielen: Im Gegensatz zu Villa und Garten seien der Swimmingpool und das Gartenhaus nicht schützenswert, befand das Gericht.

Kulturnachrichten hören

Februar 2021
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur