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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 22.10.2015

Judith HolofernesWarum fördert das Nichtstun Ihre Kreativität beim Songschreiben?

Moderation: Ulrike Timm

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Musikerin Judith Holofernes (Deutschlandradio / Jana Demnitz)
Musikerin und Autorin Judith Holofernes (Deutschlandradio / Jana Demnitz)

Als Sängerin von Wir sind Helden wurde Judith Holofernes bekannt, nach dem Aus der Band macht sie als Solomusikerin weiter. Heute schreibt sie außerdem Gedichte. Ein Gespräch über Kreativität, Familie und Musik.

Schon als 14-Jährige verdiente sie ihr Geld als Straßenmusikerin, zehn Jahre später gelang Judith Holofernes der Durchbruch. Die Sängerin und Gitarristin der Band Wir sind Helden feierte ab dem Jahr 2000 große Erfolge und bekam diverse Musikpreise. Als die Band nach zwölf Jahren aufhörte, machte Holofernes als Solomusikerin weiter.

Vier Stunden Löcher-in-die-Luft-Gucken

Neben der Musik ist Schreiben die große Leidenschaft der 38-Jährigen: Sie denkt sich nicht nur viele ihrer Songtexte aus, sondern schreibt seit neuestem auch Gedichte. "Du bellst vor dem falschen Baum" heißt ihr erstes Buch, in dem sie lyrische Texte über Tiere aufgeschrieben hat. Ansonsten übt sich die Mutter von zwei Kindern gern im Nichtstun. "Ich bin Nichtsnutz in der Ausbildung", sagt Holofernes. "Ich mache wirklich so eine Art Selbstexperiment, indem ich stundenlang sitze und Löcher in die Luft gucke." Bis zu vier Stunden Nichtstun habe sie bereits geschafft.

"Beinahe magische" Wirkung des Nichtstuns

Nichtstun fördere die Kreativität, betont die Sängerin:

"Es ist ganz toll. Es bewährt sich unglaublich gut in Kombination mit Kunst-Machen, also mit Songschreiben. Das bringt Kreativität in die Gänge, das hätte ich vorher nicht geglaubt. Es ist wirklich beinahe magisch."

Durch das Nichtstun erzeuge sie weniger überflüssige Arbeit, da sie danach bessere Entscheidungen treffe als die Entscheidungen, die aus einem "geschäftigen Alltagsgehirn" heraus getroffen würden.

Allerdings sei die Entscheidung zum Nichtstun gerade als Mutter sehr schwer, räumt Holofernes ein: "Ich habe viel zu viel Arbeit für viel zu wenig Zeit – wie alle Leute, die Kinder haben."

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