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Tonart | Beitrag vom 20.04.2021

Jubiläumsausgabe des Grauzone-Albums"Mit 'Eisbär' trafen wir die Menschen mitten ins Herz"

Marco Repetto im Gespräch mit Martin Böttcher

Ein Schwarz-Weiß-Bild der Schweizer Band Grauzone (Peter Wittwer for Off Course Records)
Die Band Grauzone gab es nicht einmal zwei Jahre: Nach dem einzigen Album, vier Singles und einer Handvoll Konzerte löste sie sich auf. (Peter Wittwer for Off Course Records)

Die Band Grauzone hat nur ein Album veröffentlicht. Zum 40. Jahrestag kommt die selbstbetitelte Veröffentlichung noch mal heraus, zu hören ist darauf ihr einziger Hit "Eisbär". Er sei Segen und Fluch zugleich gewesen, sagt Bandmitglied Marco Repetto.

Er ist auf praktisch jedem Neue-Deutsche-Welle-Sampler, 40 Jahre alt und der einzige Hit der Schweizer Band Grauzone: der Song "Eisbär".

Nun wird das erste und einzige Grauzone-Album zum 40. Jubiläum noch einmal herausgegeben – als CD oder auf Vinyl, mit zusätzlichen Songs und einer umfangreichen Bandgeschichte.
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Grauzone gab es nicht einmal zwei Jahre: Nach dem einzigen Album, vier Singles und einer Handvoll Konzerte löste sich die Schweizer Band auf.

Der Ruhm kam plötzlich

Marco Repetto, das einzige Grauzone-Mitglied, das Interviews gibt, sagt im Rückblick, "Eisbär" sei "im Großen und Ganzen ein Segen" gewesen, "aber auch ein bisschen ein Fluch". Denn sie seien als Band berühmt geworden, als es sie schon nicht mehr gegeben habe. "Und Grauzone machte ja noch vieles anderes", nicht nur den "Eisbär". Auf der anderen Seite sei der Erfolg "natürlich auch sehr schön und eine tolle Anerkennung" gewesen.

Vielleicht hätte die Band länger durchgehalten, wenn sie mehr Support von ihrem Label bekommen hätte, sagt Repetto. Der Ruhm sei über Nacht gekommen und dann die Plattenfirma EMI Weltrekord, das Neue-Deutsche-Welle-Label aus Deutschland. "Irgendwie war es plötzlich zu viel."

Der passende Sound für eine bleierne Zeit 

"Eisbär" mit seinen paar Zeilen Text habe den Zeitgeist damals absolut getroffen. Denn es sei eine bleierne Zeit gewesen. Man habe auch von Eiszeit gesprochen. "Da waren die Jugendunruhen. In Deutschland war die RAF sehr aktiv, in Italien die Brigate Rosse. Es war eine Zeit, wo man, wenn man etwas links positioniert war, sofort irgendwie im Fokus der Behörden war. Es war eigentliche gar keine lustige Zeit damals. Und mit dem 'Eisbär' trafen wir die Menschen mitten ins Herz."

Das Lied gehe zurück auf einen Traum des Sängers und Gitarristen Martin Eicher, in dem überall, an den Wänden Eisbären gewesen seien. Den habe er dann als Song umgesetzt.

Ist die Jubiläumsveröffentlichung nun sozusagen das letzte Lebenszeichen? "Ich denke, die Anfangsphase ist damit sicherlich abgeschlossen, der Beginn, die ganze Geschichte." Es sei "eine sehr würdige Box", die jetzt erschienen sei, sagt Marco Repetto.

(abr)

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