Seit 15:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 08.04.2020
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Tonart | Beitrag vom 26.02.2020

Jubiläums-Album "20 Jahre 2raumwohnung"Leichtfüßiger Elektropop mit Tiefgang

Inga Humpe und Tommy Eckart im Gespräch mit Martin Böttcher

Beitrag hören
Portraitaufnahme von Inga Humpe und Tommi Eckart (picture alliance / Eventpress / Fuhr)
2raumwohnung - Inga Humpe und Tommi Eckart (picture alliance / Eventpress / Fuhr)

"Das ist nicht das Ende Baby", verspricht das Duo 2raumwohnung auf seiner neuen Single. 20 Jahre sind Inga Humpe und Tommi Eckart ihrem Sound treu geblieben. Aber für "Fridays for Future" ändern sie auch mal nachträglich einen Refrain.

"Wir trafen uns in einem Garten" - rund zwei Jahrzehnte ist es her, dass dieser lässig-leichte Sommersong den Nerv der Zeit traf. Inga Humpe und Tommi Eckart wurden vom Erfolg überrascht. Die Melodie, für einen Werbespot geschrieben, machte Lust auf mehr. So folgte auf den Song die Gründung einer Band. Ein passender Name war schnell gefunden.

"Eine West-Ost-Scharade"

"Zweiraumwohnung war eine Art West-Ost-Scharade", erinnert sich Eckart. Zu einer Zeit, als viele vom Ostteil Berlins in den Westen zogen, seien sie in ungekehrter Richtung unterwegs gewesen: Der Osten lockte mit güstigen Mieten, neuen Clubs und illegalen Bars. "Da fanden wir es interessant, einen Bandnamen zu nehmen, wo man denkt, wir würden aus dem Osten kommen."

2020 feiern 2raumwohnung ihren runden Geburtstag mit einer Tour und einem Best-Of-Album mit zwei neuen Songs. Der Charakter ihrer Musik blieb über 20 Jahre beinahe unverändert. Beschwingter Elektropop, kombiniert mit schlichten aber raffinierten Texten.

Wie lautet die Formel für ihren Erfolg? "Keine Klagelieder, keine Schmusenummern", sagt Inga Humpe. "Wir machen die Musik, die uns selbst gefällt, und schustern nicht etwas für irgendeinen gedachten Kunden zusammen", ergänzt Eckart.

Sommerhit und Klimakrise

2raumwohnung haben ein sicheres Gespür für Leichtigkeit und Tiefe. Und keine Berührungsängste mit Themen der Zeit. Als zwei Aktivistinnen von "Fridays for Future" ihnen vorschlugen, in ihren größten Hit "36 Grad" einen Seitenblick auf die Klimaerwärmung einzufügen, überlegten sie nicht lange. In einem Refrain heißt es jetzt:

"36 Grad, es wird immer heißer / Unser Beat wird nie mehr leiser / Nur ein halbes Grad noch bis zur Katastrophe / Die Welt singt schon die letzte Strophe."

Die drohende Klimakatastrophe, soziale Gerechtigkeit: "Das sind Themen, wo deutlich wird, dass man jetzt die Zukunft mitgestalten kann und dass das unsere Aufgabe ist", so Humpe. "Wir freuen uns sehr, dass so ein Lied, das eigentlich relativ leichtfüßig ist, auf einmal doch eine politische Bedeutung bekommen hat."

"Nichts muss bleiben wie es ist"

"Nichts muss so bleiben wie es ist", heißt es im Song "Hier sind wir alle" auf dem Geburtstagsalbum. Aber, so verspricht der zweite neue Titel: "Das ist nicht das Ende Baby". Im Frühjahr feiern 2raumwohnung mit ihren Fans auf einer Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dann kehren sie zurück ins Studio.

"Lieder zu schreiben und zu produzieren, das werden wir immer weitermachen", sagt Humpe. "Das ist unsere Arbeit, das ist unser Leben."

(fka)

Tonart

Zum 100. Geburtstag von Ravi ShankarDer Sitar-Virtuose
Der indische Musiker Ravi Shankar bei einem Konzert im Barbican Centre in London  (dpa / picture alliance / Photoshot)

Ragas, Filmmusik, Jazz, Klassik, Pop: Ravi Shankar hat wie kein anderer indische Musik in die Welt getragen - quer durch alle Genres. In den 60er-Jahren löste der Musiker geradezu eine Sitar-Explosion aus. Am 7. April 1920 wurde er geboren.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur