Seit 11:05 Uhr Tonart

Freitag, 15.11.2019
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Fazit / Archiv | Beitrag vom 20.04.2017

Josef HaslingerWarum der PEN-Präsident nicht weitermacht

Josef Haslinger im Gespräch mit Andrea Gerk

Podcast abonnieren
Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger (dpa / picture-alliance / Jens Wolf)
Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger stand die letzten vier Jahre an der Spitze den PEN-Zentrums Deutschland und will aufhören (dpa / picture-alliance / Jens Wolf)

Der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, will nicht mehr antreten. Der österreichische Schriftsteller sagte, angesichts der Verfolgung von Autoren in Ungarn oder in der Türkei sei der Aufwand für deren Unterstützung sehr groß geworden.

"Als ich das Amt vor vier Jahren antrat, war  das doch alles etwas weiter weg", sagte der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, im Deutschlandradio Kultur. "Das ist uns alles sehr nahegerückt mittlerweile." Der deutsche PEN habe in seiner Arbeit heute viel mehr zu tun als noch zu Beginn seiner Amtszeit. "Zum Glück ist es aber auch gelungen, stärker in die Öffentlichkeit zu treten, auf die Schicksale der Autoren aufmerksam zu machen."

Mehr Aufmerksamkeit für Anliegen des PEN

Der deutsche PEN habe immer schon viel mit der Türkei zu tun gehabt, aber früher große Schwierigkeiten, in der Öffentlichkeit durchzudringen. Seit dem gescheiterten Militärputsch und dem geltenden Ausnahmezustand habe sich das grundlegend verändert. "Letztlich sind wir dafür zuständig, verfolgten Autoren weltweit zu helfen", sagte der 61 jährige Haslinger. "Das hat heute viel mehr mit uns und Europa zu tun als das am Anfang der Fall war."

Weniger Freiheiten in der Kulturpolitik

Es gehe häufig darum, dass sich Regierungen bildeten, die sich anmaßten, auch die Kulturpolitik mit eigenen Leuten zu besetzen, sagte Haslinger. "Alle Ämter und alle Vereine und alles, was in die Gesellschaft hineinwirkt in einer bestimmten Richtung zu formen und damit eigentlich die Freiheiten und die demokratischen Grundrechte einzuschränken." Aufgrund solcher Entwicklungen selbst in EU-Staaten wie Ungarn und Polen sagte Haslinger: "Die Arbeit des PEN ist wichtiger geworden als je." (gem)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsVenedigs mediale Katastophe
Ein Mann steht in Venedig bis zur Hüfte im Hochwasser. (imago images / Independent Photo Agency Int.)

Die "taz" prangert an, dass die Überschwemmung in Venedig zur "medialen Kulisse" herabgestuft werde. Es würden weder die richtigen Bilder gezeigt noch der Verursacher genannt - nämlich die neoliberale Politik, die die Lagune zerstört habe.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur