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Interview / Archiv | Beitrag vom 26.03.2019

JobtauschOpernintendant wird Klimaforscher – und umgekehrt

Uwe Schneidewind im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Berthold Schneider (links) und Uwe Schneidewind halten symbolische weiße Schlüssel aus Holz in den Händen, auf denen das Symbol der Oper Wuppertal und des Wuppertal Instituts zu sehen sind. (Deutschlandradio/ Simone Schomäcker)
Berthold Schneider (links) ist Wuppertals Opernintendant, Uwe Schneidewind leitet das "Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie". Sie tauschten Ende Februar symbolisch die Schlüssel. (Deutschlandradio/ Simone Schomäcker)

In Wuppertal tauschten Opernintendant Berthold Schneider und Klimaforscher Uwe Schneidewind drei Wochen lang ihre Büros. Schneidewind fühlte sich aus seiner gewohnten Komfortzone herauskatapultiert. Doch es habe sich gelohnt.

Oper sei eine "Riesenherausforderung": Das hat Instituts-Präsident Uwe Schneidewind am eigenen Leib erfahren, als er die Position von Berthold Schneider zeitweise übernahm.

Ein Intendant sei in einer viel direkteren Form in viele alltägliche Entscheidungen eingebunden, so der Präsident des "Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie" im Deutschlandfunk Kultur. Plötzlich müsse man sich in einem Umfeld bewähren, "wo die ganzen normalen Streicheleinheiten, die man als Leiter einer Institution erhält, und die täglichen Selbstbestätigungen" wegfielen:

"Für einen persönlich ist das natürlich ein Herauskatapultiertwerden aus den Komfortzonen."

Er habe aber auch einen "gewaltigen Strauß an Anregungen" mitgenommen.

Ein Librettist für wissenschaftliche Erkenntnisse?

Er habe sich insbesondere in das Motiv des Librettos "verliebt", bekennt Schneidewind. Der Librettist mache aus einem ursprünglichen, oft sperrigen Text den eigentlichen Text für die Oper:

"Eigentlich bräuchten wir als Wissenschaftseinrichtung sehr viel mehr Libretti."

Es gehe darum, wissenschaftliche Erkenntnisse zu "übersetzen": 

"In der Perspektive gehen wir noch einmal über unsere Ergebnisse rüber und fragen: Müssten wir nicht eigentlich einen Librettisten einstellen im Institut, der uns tagtäglich dabei unterstützt, unsere Erkenntnisse in Dinge zu übersetzen, die dann auch Schwingungen in den gesellschaftlichen Debatten auslösen?"

(bth)

Interview

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