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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.11.2015

Jazzfest Berlin 2015Cécile McLorin Salvant

Live aus dem Haus der Berliner Festspiele

Die Jazz-Sängerin Cécile McLorin Salvant (Mark Fitton/Jazzfest Berlin)
Die Jazz-Sängerin Cécile McLorin Salvant (Mark Fitton/Jazzfest Berlin)

Cécile McLorin Salvant, eine junge Sängerin aus Florida, eröffnet an diesem Abend mit ihrem Quartett das Jazzfest Berlin, die erste Ausgabe unter dem neuen künstlerischen Leiter Richard Williams, einem britischen Journalisten und Jazz-Enthusiasten.

Eine junge Sängerin erobert gerade die internationale Jazzwelt: Die Amerikanerin Cécile McLorin Salvant, geboren 1989 in Miami als Tochter einer Französin und eines Haitianers. Bereits im Jahr 2010 nach ihrem Studium in Aix-en-Provence gewann Sie den bedeutenden "Thelonious Monk"-Wettbewerb als beste Nachwuchssängerin. Danach galt sie noch unverschämt lange als Geheimtipp, doch nun scheint alles seinen gerechten Weg zu gehen: die letzten beiden Platten wurden sehr positiv von Publikum und von der Kritik aufgenommen. Die Hallen und Festivals werden immer größer. Die Resonanz auf ihre Musik ist sehr gut. Cécile McLorin Salvant ist der nächste große Superstar im Jazz - mittelfristig gleichzusetzen mit ihrem männlichen Kollegen Gregory Porter. Dabei hat ihre Musik gar nichts wahnsinnig Originelles oder besonders Raffiniertes. Sie ist sogar sehr stark in der Tradition verhaftet.  "Viele Menschen wohlen einzigartig sein und kreativ sein und am liebsten die Welt verändern, aber nicht jeder kann Charlie Parker, John Coltrane, Duke Ellington oder Louis Armstrong sein und die Welt verändern", sagt Cécile McLorin Salvant weise und unbekümmert zugleich.

Die Sängerin verkörpert eine große Intensität und eine umwerfende Schönheit in ihrer Musik. Lange hat man auf so eine Stimme gewartet. Auf eine Sängerin, die mit einer sympathischen Mischung aus Coolness, Eleganz und Melancholie überzeugend an große Ladys des Jazzgesanges wie Billie Holiday oder Sarah Vaughan anknüpft und deren Erbe mit eigenem Charakter weiterführt. Daran scheitern normalerweise (fast) alle. Cécile McLorin Salvant jedoch verkörpert die komplette Jazz-Historie und befindet sich damit dennoch absolut im Hier und Jetzt.

Richard Williams(über das Programm des Jazzfests): "Ich frage mich nicht, was Jazz war, sondern was Jazz ist und was Jazz werden kann. Für mich stellte das Jazzfest Berlin immer eine Plattform von Möglichkeiten und Provokationen dar. Das Festival hat die Pflicht, dies weiterzuführen, indem es das Publikum mit der heutigen künstlerischen Vitalität und Vielfalt des Jazz in Kontakt bringt."

 

Jazzfest Berlin 2015

Live aus dem Haus der Berliner Festspiele

 

Cécile McLorin Salvant Quartet

 

Cécile McLorin Salvant, Gesang

Aaron Diehl, Klavier

Paul Sikivie, Bass

Lawrence Leahters, Schlagzeug

 

u.a.

 

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