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In Concert | Beitrag vom 16.09.2019

Jazzdor Strasbourg-Berlin 2019Klangvielfalt beim Jazzdor-Festival

Moderation: Matthias Wegner

Das Eve Risser Trio (Edward Perraud)
Das Trio "En Corps" (Edward Perraud)

Am Abschlussabend des diesjährigen Jazzdor-Festivals ging es noch einmal in die Vollen. Zwei Deutschlandpremieren und ein Konzert des eigenwilligen Trios "En Corps" um die Pianistin Eve Risser sorgten für ein würdiges Finale.

Die französische Pianistin Eve Risser hat eine sehr enge Beziehung zum Festival Jazzdor.  Als Elsässerin hat sie schon als Jugendliche die Konzerte in Straßburg besucht, wo das Festival in den 1980er Jahren gegründet wurde. "Diese Konzerte waren im Grunde Teil meiner Ausbildung und meiner Sozialisation als Musikerin. Dadurch habe ich viel gelernt", sagt Eve Risser heute.

Unkonventionell und mit eigener Handschrift

Ein Traum sei wahrgeworden, dass sie seit einigen Jahren regelmäßig in Berlin und in Straßburg spielt. Nach einer international besetzten Festivalproduktion zwei Abende zuvor, gastierte Eve Risser am 7.Juni mit einem Trio im Berliner Kesselhaus.

Eve Risser legt Wert darauf, dass es sich nicht um "ihr" Trio handele, da sie ihren beiden Kollegen – dem Bassisten Benjamin Duboc und dem Schlagzeuger Edward Perraud - absolut auf Augenhöhe begegnet, sondern um ein gleichberechtigtes Team aus drei eigenständigen Musikerpersönlichkeiten.  Diese unkonventionell agierende Band schreibt kaum Musik auf und entwickelt fast alles aus der  Improvisation, dennoch hat "En Corps" eine eigene Handschrift entwickelt.

Klangkosmos orientiert sich an Avantgarde-Jazz und Trance

Neben dem kompletten Konzert von "En Corps" senden wir Ausschnitte aus dem Konzert des Quartetts "No Tongues". Einer jungen Band aus Frankreich um die Brüder Matthieu Prual (Saxofon & Bassklarinette) und Ronan Prual (Bass), deren Klangkosmos sich sowohl am Avantgarde-Jazz als auch an der Trance-Musik orientiert.  

Neustart beim "Orchestre National de Jazz"

Das "Orchestre  National de Jazz" (kurz: ONJ) ist schon fast Stammgast beim Festival Jazzdor in Berlin. Und nicht selten gab es hier die Welt- oder mindestens die Deutschlandpremiere eines neuen Programms. So auch in diesem Jahr.  Das neue Programm basiert auf dem Werk des US-Amerikaners Ornette Coleman und dessen Zeitgenossen bzw. Geistesverwandten wie Eric Dolphy oder Julius Hemphill.  "Dancing in your Heads  - La Galaxie Ornette" ist das Programm überschrieben. Und was auffällig ist, in diesem Orchester fanden einige Veränderungen statt:  

Das ONJ hat mit dem Arrangeur und Gitarristen Frederi Maurin einen neuen Leiter. Die Anzahl der beteiligten Frauen war noch nie so hoch, wie in diesem Jahr. Zudem ist die Besetzung internationaler geworden und es gibt sogar eine deutsche Musikerin im Ensemble: die Saxofonistin Anna-Lena Schnabel. 

Orchestre National de Jazz  (S.Gripoix)Orchestre National de Jazz (S.Gripoix)

"En Corps" (Deutschlandpremiere)
Eve Risser Trio
Eve Risser, Klavier
Benjamin Duboc, Kontrabass
Edward Perraud, Schlagzeug

"Dancing in your heads - La Galaxie Ornette" (Deutschlandpremiere)
Orchestre National de Jazz
Leitung: Frédéric Maurin

"No Tongues" (Deutschlandpremiere)
Matthieu Prual, Saxofon & Bassklarinette
Alan Regardin, Trompete
Ronan Prual, Kontrabass
Ronan Courty, Kontrabass

13. Jazzdor Strasbourg-Berlin
Kesselhaus Berlin
Aufzeichnungen vom 07.06.2019

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