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Kulturnachrichten

Sonntag, 4. Juni 2017

James Krüss-Preis für Andreas Steinhöfel

Leichtigkeit, Originalität und Intensität der Jugendliteratur

Der Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel (55) erhält den diesjährigen James Krüss-Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihm am 29. Juni verliehen. "Mit seinen Romanen, die von staunenswerter Leichtigkeit, Originalität und Intensität geprägt sind, nimmt er seit vielen Jahren einen festen Platz in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur ein", so die Jury. Steinhöfels Werk setze Maßstäbe und zeige, wie durch intensive Arbeit an Material Sprache und im Bewusstsein erzählerischer Traditionslinien eine ganze Literatur weiterentwickelt werden könne. Die Auszeichnung würdigt und fördert das Werk eines lebenden Kinder- und Jugendbuchautors, dessen Texte sich durch sprachliche Brillanz, Originalität, fantasievolles Erzählen und Weltoffenheit auszeichnen. Die Laudatio hält der Germanist, Literaturkritiker und Autor Rainer Moritz.

Schriftsteller Juan Goytisolo ist tot

Spanischer Intellektueller im Alter von 86 Jahren gestorben

Mit dem Tod von Juan Goytisolo verliert Spanien einen seiner größten Autoren. Der mehrfach ausgezeichnete Spanier starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Marrakesch, wie die Agentur Carmen Balcells in Barcelona mitteilte. Goytisolo galt seit vielen Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis. 2014 erhielt er in seiner Heimat den renommierten Cervantes-Preis. "Goytisolo repräsentiert eine der Spitzen der spanischen Literatur, vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg", sagte damals Jury-Präsident José Manuel Caballero Bonald. Goytisolo galt als Pendler zwischen der westlichen und der arabischen Welt, als Mittler zwischen den Kulturen und den Religionen. In seinen Büchern rechnete der Autor mit der Rückständigkeit der spanischen Gesellschaft während der Franco-Diktatur (1939-1975) ab. In seinen späteren Werken kritisierte er auch das moderne Spanien.

Gebauer: "Fans nur noch als Staffage"

Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs

Der Sportphilosoph Gunter Gebauer äußerte sich kritisch gegenüber den Kommerzialisierungstendenzen im Fußball. Dieser werde energisch in Richtung Unterhaltung umgestaltet, sagte er anlässlich des umstrittenen Auftritts von Helene Fischer in der Halbzeitpause des DFB-Pokalfinals der "Bild am Sonntag". Man habe die Arenen zu großen Verkaufsflächen umgestaltet, jetzt greife man direkt ins Geschehen ein, indem zum Beispiel das Spiel nicht pünktlich weitergehe oder ein weiterer Star neben den Fußballstars eingeführt werde. Das habe "mit dem Sport nicht das Geringste zu tun", unterstrich Gebauer. Diese Entwicklung verändere auch die Rolle der Fans, gehe an ihnen vorbei und verletze ihre Gefühle: "Man braucht die Fans nur noch als Staffage, als Stimmungskulisse. Sie werden zurückgestuft zu Komparsen bei einem Schauspiel", so der Sportphilosoph weiter. Die Vereine müssten vorsichtig werden, wie die Veränderungen in den Stadien angenommen würden, denn der Fan in Deutschland sei konservativer.

Anne Lepper ist Dramatikerin des Jahres

Jury ehrt die Autorin für ihr Stück "Mädchen in Not"

Der renommierte Mülheimer Dramatikerpreis geht in diesem Jahr an Anne Lepper. Eine fünfköpfige Jury wählte die aus Essen stammende Autorin in einer öffentlichen Debatte für ihr Stück "Mädchen in Not" . Das Stück handelt von einer jungen Frau, die genug hat vom Patriarchat und ihr Leben mit einer männlichen Sexpuppe verbringen will. Die 1978 geborene Lepper ist nach Ansicht der Jury "eine wirkliche Entdeckung", die komisch und zugleich abgründig die Geschichte einer versuchten Emanzipation in eine comic-hafte und zwanghafte Welt verlege. Der mit 15.000 Euro dotierte Mülheimer Dramatikerpreis ist eine der begehrtesten Theaterauszeichnungen im deutschsprachigen Raum und wird am 18. Juni verliehen.

Musikalischer Protest gegen die "Mauern dieser Welt"

Festival an der Grenze zwischen Mexiko und den USA

Mit einem Konzert am Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA haben zahlreiche einheimische Künstler sowie Musiker aus Deutschland und den USA gegen Abgrenzung und Nationalismus protestiert. Zu Beginn des Festivals in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana spielte das Jugendorchester Sinfonia Juvenil. Später traten neben anderen auch die Dresdner Sinfoniker auf, die das Festival unter dem Motto "Tear Down This Wall" initiiert hatten. Orchester-Intendant Markus Rindt sagte im Deutschlandfunk Kultur, der künstlerische Protest beschränke sich nicht auf die Mauerbaupläne von US-Präsident Trump, sondern richte sich generell gegen "die Mauern dieser Welt". Als Beispiel verwies er auf den türkischen Präsidenten Erdogan, der angekündigt hatte, eine Mauer zum Irak zu errichten. Die Liste sei unglaublich lang, klagte Rindt.

Bredekamp: "Protest wird es so oder so geben"

Debatte über Kuppelkreuz auf Berliner Stadtschloss geht weiter

Der Intendant des Berliner Humboldt-Forums, der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, verteidigte in der "Welt am Sonntag" das geplante Kreuz: "Das Kreuz ist natürlich ein christliches Zeichen. Aber es symbolisiert ein Verständnis von Christentum, ein Bündnis zwischen Thron und Altar, das vergangen ist." Es repräsentiere somit etwas, das es nicht mehr gebe: "Es ist der aufgerichtete Zweifel an sich selbst." Bredekamp betonte weiter, die Auseinandersetzung um das Kreuz sei im Grunde nicht lösbar. Er habe viele Mails bekommen, in denen "die überwiegende Mehrheit (...) sinngemäß besagte: Wenn ihr das Kreuz nicht baut, seid ihr ein leise knackendes Rädchen der Kulturmaschine namens 'Unterwerfung', wie Michel Houllebecq das in seinem Roman beschrieben hat." Egal, ob das Kreuz nun gebaut werde oder nicht, Protest werde es so oder so geben, so Bredekamp: "Jede Lösung wird Gegenreaktionen hervorrufen, unausweichlich." In der Debatte um die geplante Kuppelrekonstruktion fordern der Senat sowie Politiker von Linkspartei und Grünen, dass entgegen der ursprünglichen Pläne kein Kreuz auf der Kuppel errichtet werden soll. Andernfalls sei die weltanschauliche Neutralität des Humboldt-Forums, das in das Stadtschloss einziehen soll, in Gefahr. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, betonte, durch das Kreuz empfinde er als Muslim "kein Gefühl des Störens".

Nietzsche-Preis für Wolfram Groddeck

Literaturwissenschaftler für sein Lebenswerk geehrt

Groddeck (68) habe sich auf seinen Forschungsfeldern in ganz herausragender Weise um die interpretatorische und editorische Erschließung der Werke Nietzsches verdient gemacht, teilte die Nietzsche-Gesellschaft in Naumburg mit. Die Auszeichnung soll ihm am 25. August im schweizerischen Basel überreicht werden. Die Ehrung mit 15.000 Euro ist einer der höchstdotierten Preise für essayistische und philosophische Werke. Groddeck studierte an den Universitäten Basel und Berlin Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach der Habilitation 1986 war er von 1993 bis 2006 Extraordinarius für Editionswissenschaft, Textkritik und Rhetorik an der Universität Basel, anschließend von 2006 bis 2014 Ordinarius für neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich. Seit 2008 ist er Mitherausgeber der Kritischen Robert-Walser-Ausgabe.

NGOs fordern besseren Schutz des Welterbes

Immer mehr Stätten des Weltkultur- und Weltnaturerbes bedroht

Einen besseren Schutz von Stätten des Weltkultur- und des Weltnaturerbes fordern Nichtregierungsorganisationen, die sich im Verein "World Heritage Watch" zusammengeschlossen haben. Aus Anlass des internationalen Welterbetages, der heute begangen wird, präsentierte der 2014 gegründete Verein erstmals einen Bericht mit mehr als 30 besonders bedrohten Welterbestätten. Immer mehr der über 1.000 in den Welterbelisten der UNESCO eingetragenen Stätten seien durch Klimawandel, bewaffnete Konflikte, Raubbau, Bausünden oder Massentourismus bedroht, sagte der Vereinsvorsitzende Stephan Dömpke am Freitag in Berlin. Er warf Regierungen und Behörden vor, zahlreiche Welterbestätten aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen nicht ausreichend zu schützen. "Die Loreley, ein Herzstück Deutschlands, der Ort einer der anrührendsten, bis heute lebendigen Legenden, wird dem Profit geopfert - das wollen wir nicht hinnehmen", erklärte er. Die Unesco habe bei insgesamt mehr als 1.000 Welterbestätten nicht ausreichend Kapazitäten, um sie wirksam zu schützen. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen sei auf die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort angewiesen. Der Bericht soll den Delegierten des UN-Welterbekomitees vorgelegt werden, die sich in einem Monat im polnischen Krakau zu ihrer nächsten Sitzung treffen.

Meister in Rot, Gelb und Blau

Große Mondrian-Ausstellung in Den Haag eröffnet

Die Niederlande feiern einen ihrer berühmtesten Maler, Piet Mondrian.
Das Gemeentemuseum in Den Haag zeigt bis zum 24. September 300 Werke und ein verblüffend neues Bild des Meisters der Moderne. Denn Mondrian malte zu Beginn seiner Karriere traditionelle Landschaften. Erst später kamen seine abstrakten Gemälde mit weißen Vierecken in schwarzen Rastern, sowie die Vierecke in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Durch die Ausstellung bekomme man einen Eindruck in die Entwicklung des Malers, sagte der Direktor des Gemeentemuseums Benno Tempel. Piet Mondrian lebte von 1872 bis 1944. Er ist der bekannteste Repräsentant der Kunst-Bewegung De Stijl, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feiert.

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