Seit 06:30 Uhr Nachrichten

Samstag, 18.01.2020
 
Seit 06:30 Uhr Nachrichten

Zeitreisen / Archiv | Beitrag vom 19.02.2014

Jahrgang 1964Abschied und Neuanfang

Wie Uwe den Kampf gegen HIV aufnahm

Von Tim Wiese

Weit sichtbares Zeichen der Solidarität in Schwerte. Auf dem Balkon seiner Wohnung hat Uwe Görke-Gott die Aids-Schleife angebracht. (Tim Wiese)
Uwe Görke-Gott hat auf seinem Balkon die Aids-Schleife angebracht. (Tim Wiese)

Wenn Uwe Görke-Gott von "Tim" spricht, meint er das HI-Virus. Er hat ihm einen Namen gegeben, nachdem er sich infizierte und sein Leben wieder einmal eine neue Wendung nahm.

Uwe war zwei, als ihn seine Eltern ausgesetzt haben, er wächst in einem Kinderheim auf. Seine Jugend verbringt er im beschaulichen Sauerland, als jungen Mann zieht es ihn aber in die großen Städte. Dort ist seit den 70er-Jahren eine Subkultur entstanden, in der er sich als Homosexueller nicht verstellen muss. In Dortmund und Köln gibt es mittlerweile zahlreiche Lokale für Schwule. Uwe genießt das neue Gemeinschaftsgefühl, muss aber auch erfahren, wie stark noch Vorurteile und Ablehnung in der Gesellschaft verankert sind.

Bilder zum Feature "Abschied und Neuanfang"Uwe Görke-Gott und Andreas Stiene schlendern durch die Kettengasse. Uwe Görke-Gott an seinem ArbeitsplatzUwe Görke-Gott hat auf seinem Balkon die Aids-Schleife angebracht.Uwe Görke-Gott und sein Mann BenjaminMittlerweile ist Uwe Görke-Gott in Schwerte voll akzeptiert.Uwe Görke-Gott und  Autor Tim WieseUwe Görke-Gott als junger Mann (1986)Uwe Görke-Gott vor dem ehemaligen KrystalUwe Görke-Gott am Seiler See in IserlohnUwe Görke-Gott im Jahr 1991, als er die HIV-Diagnose erhielt. Uwe Görke-Gott mit Manuel IdzdebskiAndreas Stiene, Organisator des Come-Together-Cups, und Uwe Görke-Gott vor dem ehemaligen Lulu in Köln.

Als Uwe Anfang 20 ist, erlebt er mit, wie wieder Angst in die homosexuelle Community einzieht. HIV heißt der neue Gegner und der junge Mann nimmt den Kampf auf. Er wird zum Aufklärer, wirbt in Kleinanzeigen für Kondome und nutzt auch den gerade entstanden Online-Dienst BTX, um Informationen über das Virus zu verbreiten. Längst ist Uwe Aids-Aktivist, als er erfährt, dass er HIV selber in sich trägt. Sein damaliger Partner hatte sich bei einem Seitensprung angesteckt und Uwe infiziert.

 

In dieser sehr persönlichen Reportage geht der Autor Tim Wiese zusammen mit Uwe Görke-Gott auf Zeitreise. Gemeinsam besuchen sie Orte, mit denen der Aids-Aktivist besondere Erlebnisse verbindet. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Frage, wie HIV das Leben schwuler Männer der Generation 64 geprägt hat. Der Autor möchte auch anhand von Uwe Görke-Gotts Geschichte nachvollziehen, wie Homosexualität allmählich in der Normalität angekommen ist und mit welchen Schwierigkeiten dabei die 64er zu kämpfen hatten.

Manuskript zur Sendung im PDF-Format und im barrierefreien Textformat.

Mehr zum Thema:

Jahrgang 1964
Die Babyboomer werden 50
Schwerpunkt im Deutschlandradio Kultur

Zeitreisen

GesellschaftFlaneure der Aufmerksamkeit
Er liebt den Boulevard und die große Pose. Julian F.M. Stoeckel auf dem Kurfürstendamm in Berlin. (Tim Wiese)

Was zeichnet Prominenz aus? Warum gilt sie als so erstrebenswert und ermöglichen die neuen Medien tatsächlich jedem 15 Minuten Berühmtheit, wie es Andy Warhol einst prognostiziert hat?Mehr

Kultivierte NaturDie Welt im Kleinen retten
Jemand begießt Salatpflanzen mit Wasser. (picture alliance / dpa)

Seit einigen Jahren sprechen viele von einer Renaissance des Gartens. Landzeitschriften und Gartenbücher erreichen hohe Auflagen. Dabei ist das eigentlich kein neuer Trend: Auch im letzten Jahrhundert stand Gartenarbeit hoch im Kurs.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur