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Kulturnachrichten

Samstag, 7. Mai 2016

Herbert Fritsch verlässt 2017 die Volksbühne

3sat-Preisverleihung im Rahmen des Theatertreffens

Der Regisseur Herbert Fritsch (65) verlässt die Berliner Volksbühne mit dem Ende der Ära Castorf 2017. "Ich fühle mich vor die Tür gesetzt, und zwar vom Senat", sagte er der "Berliner Morgenpost". "Wenn der Kultursenator sagt, die Volksbühne muss 'weitergedacht' werden, dann finde ich das fragwürdig", sagte Fritsch. Er gehörte seit Jahren zum Castorf-Ensemble, seine Aufführung "Murmel Murmel" etwa zählt zu den Publikumsfavoriten. Im Sommer kommenden Jahres wird Intendant Frank Castorf von Chris Dercon abgelöst. "Wir hatten eine Begegnung, und da wurde mir klar, dass ich mit der Sache nichts mehr zu tun haben möchte", sagte Fritsch mit Blick auf Dercon. "Er wird Tanz und Performances machen. Kann er machen, ist aber nichts meins", fügte Fritsch hinzu.
Im Rahmen des diesjährigen Berliner Theatertreffens wird Fritsch mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird "für seine Gesamtleistung, die den Begriff 'Sensationsdarsteller' neu fasst", heißt es in einer Pressemitteilung. Skandalbedürfnis langweile ihn aber inzwischen, so Fritsch weiter in der "Berliner Morgenpost". Provokation könne heute nicht mehr über den Inhalt, sondern über die Form gelingen, so sagt er.
Der Preis wird in einer Woche in der Berliner Volksbühne verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zustand vieler Schulen "schlicht empörend"

Gabriel: Macht Schulen zu Kathedralen

Der SPD-Vorsitzende Gabriel drängt auf mehr Investitionen für den Bau und die Sanierung von Schulen. Der bauliche Zustand vieler Schulen in Deutschland sei schlicht empörend, sagte der Bundeswirtschaftsminister dem Berliner "Tagesspiegel". Es gehe darum, "wie viel Wert Politik und Gesellschaft der Bildung wirklich zumessen". Gerade in sozialen Brennpunkten müssten die Schulen gestärkt werden. "Wir brauchen die besten Schulen für die schlechtesten Stadtteile", sagte Gabriel. Nicht Bankentürme, sondern Schulen müssten Deutschlands Kathedralen werden, forderte der SPD-Chef.
Finanziert werden soll das Investitionsprogramm nach den Vorstellungen Gabriels, indem Kapitalerträge nicht mehr mit Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, sondern mit dem individuellen Einkommenssteuersatz belastet werden. Es sei ein Gebot der Gerechtigkeit, Kapitalerträge nicht niedriger zu besteuern als Arbeit, sagte Gabriel zur Begründung.
Der Städte- und Gemeindebund schätzt den Investitionsbedarf an öffentlichen Schulen in ganz Deutschland auf knapp 32 Milliarden Euro.

Ausweitung des Betreuungsanspruchs für Kinder gefordert

Bildungs- und Betreuungsangebote müssen ausgeweitet werden

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Arbeit seien durchaus Fortschritte zu erkennen, sagte die Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter, Cornelia Spachtholz, im Deutschlandradio Kultur. Allerdings gebe es nach wie vor zu wenige Betreuungsangebote, wenn die Kinder aus dem Kleinkindalter herausgewachsen seien - also nach der Einschulung beziehungsweise beim Übergang auf eine weiterführende Schule, klagte sie.
"Wir brauchen eine in Qualität und Quantität verlässliche Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur. Und hierzu gehört unbedingt auch ein Rechtsanspruch, der sich nicht nur auf das Kleinkindalter bezieht, sondern auch auf den Übergang zur Schule und den Übergang zur weiterführenden Schule, denn hier erleben wir die meisten Brüche in der Erwerbstätigkeit der Mütter. (...) Hier fordern wir den Ausbau der gebundenen, rhythmisierten Ganztagsschule", sagte Spachtholz.
Änderungen fordert der Verband berufstätiger Mütter auch im Familien- und Steuerrecht. Ehegattensplitting, beitragsfreie Versicherung in der Krankenkasse des Mannes und das arbeitsmarktpolitische Instrument von Minijobs sieht Spachtholz kritisch: "In der Kombination halten wir natürlich auch einen Elternteil ganz gut zu Hause", sagte sie. Der Wiedereinstieg werde schwierig. Die Mütter blieben in Minijobs oder geringfügiger Teilzeitbeschäftigung, was wiederum negative Folgen für ihre Rente habe: "Hier gibt es nicht den Verdienst, den wir brauchen, um eine ausreichende Altersvorsorge zu erwirtschaften."
Zum heutigen Muttertag begrüßte Spachtholz den "positiven Trend", dass in Deutschland wieder mehr Kinder geboren werden.

Dokumentarfilmer Dieter Wieland mit Lessing-Preis für Kritik ausgezeichnet

Preise der Lessing-Akademie verliehen

Der Autor Dieter Wieland (79) hat den diesjährigen Lessing-Preis für Kritik erhalten. Die Preisvergabe fand in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel statt. Zur Begründung hieß es, Hauptpreisträger Wieland habe Architektur- und Bebauungskritik geübt und dabei ein genaues Schauen auf die Sache und intellektuelle Kritik miteinander verbunden. Er habe ein ganz eigenes Genre geschaffen. Seine Kritik an Landschaftszersiedelung und Dorfzerstörung, an der Unwirtlichkeit der Städte und den gesichtslosen Bausünden der Architektur greife weit über die Heimatpflege in die allgemeine Kulturkritik aus.
Wieland machte die vielfachen Umweltzerstörungen vor allem in der Sendereihe "Topographie" zum Gegenstand seiner Filme, als ökologische Themen noch nicht zum journalistischen Standard gehörten.
Den Förderpreis bekam der bayerische Journalist Thies Marsen. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Aufklärung über NS-Verbrechen und Neofaschismus. Marsen wurde für seine Reportagen bereits mehrfach ausgezeichnet.
Der Lessing-Preis für Kritik wird alle zwei Jahre von der Braunschweigischen Stiftung und von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel (Niedersachsen) vergeben - dort wirkte der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) als Bibliothekar. Frühere Preisträger waren unter anderem Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der Philosoph Peter Sloterdijk. Der Preis ist insgesamt mit 20 000 Euro dotiert.

Mittelalterliche Fresken in Poitiers freigelegt

"Wahrscheinlich die größte Entdeckung der letzten Jahre"

Restauratoren haben in der Hauptstadt der westfranzösischen Region Poitou-Charentes 750 Quadratmeter mittelalterliche Fresken vom Ende des 13. Jahrhunderts in der Kathedrale Saint-Pierre freigelegt. Morgen werden die ersten Gerüste abgebaut, wie die Regionalzeitung "Centre Presse" heute berichtet. "Wahrscheinlich ist das die größte Entdeckung der letzten Jahre", sagte der Chefrestaurator, Paul Mantrant, dem Medium.
Die leuchtend blauen und roten Malereien waren 2014 bei Ausbesserungsarbeiten an Gewölbekappen im westlichen Querhaus entdeckt worden. Nach gründlicher Untersuchung wurde seit Januar 2015 die 1783 aufgebrachte Tünchschicht "Quadratmillimeter für Quadratmillimeter mit dem Skalpell" abgetragen. Die Renovierungsarbeiten "waren sehr kompliziert" und "brauchen noch fünfzehn Jahre weitere Arbeit", unterstrich Mantrant.
Die Darstellungen zeigen laut dem Bericht Christus auf dem Thron, umringt von Maria und Johannes, eine Krönung Mariens, Abraham bei der Versammlung der Richter des Jüngsten Gerichts sowie vier musizierende Engel. Die Szenen verweisen laut Chefrestaurator Paul Mantrant auf Motive des Hauptportals und das Kreuzigungsfenster der Kathedrale.
Die im 13. Jahrhundert errichtete Kathedrale Saint-Pierre ist Sitz des Bischofs von Poitiers. Die Region gehörte während der Regentschaft der Herzogin Eleonore von Aquitanien (1122-1204), Königin von England, zu den wichtigsten kulturellen Zentren in Europa. Nach der Schlacht von Bouvines 1214 und dem Fall des Poitou an die französische Krone setzte sich hier der Stil der Kathedralgotik der Ile-de-France durch.

Bürgerrechtler fordern Aufarbeitung der Taten Margot Honeckers

"Blaue Eminenz" der DDR ist im Alter von 89 Jahren gestorben

Nach Überzeugung von Bürgerrechtlern und Wissenschaftlern müssen die Taten der gestorbenen DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker weiter aufgearbeitet werden. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, sagte der "Bild am Sonntag", Margot Honecker habe "jahrelang gnadenlos sozialistische Ideologie an Schulen und in Kindergärten der DDR durchgesetzt". Generationen von jungen Menschen hätten sich ein- und unterordnen müssen und seien teilweise gebrochen worden. "Neben der Stasi-Aufarbeitung bedarf es dringend einer Aufklärung des Handelns von Margot Honecker und ihrer Helfer", sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen.
Viele litten bis heute unter den Folgen der brutalen Umerziehung, unterstrich in seinem Nachruf in derselben Zeitung der Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe. "Margot Honecker hat all dies stets verteidigt", so Knabe. Einem Strafverfahren habe sie sich durch die Flucht nach Chile entzogen und dort 26 Jahre lang eine auskömmliche Rente aus Deutschland bezogen. Sie selbst habe diese aber als "unverschämt niedrig" bezeichnet. Knabe schlussfolgerte: "Es war diese Impertinenz, die sie in der DDR zur meistgehassten Funktionärin nach Stasi-Chef Erich Mielke machte."
Nach Angaben ihrer Familie starb die Frau von Ex-DDR-Staatschef
Erich Honecker am Freitag an einem Krebsleiden. Die Trauerfeier fand gestern auf dem Friedhof Parque del Recuerdo in der Hauptstadt Santiago de Chile statt. Morgen soll Honeckers Leichnam eingeäschert werden.
Margot Honecker galt als die mächtigste Frau der DDR. Sie verteidigte das sozialistische System bis zu ihrem Tod.

Forscher in den USA entwickeln einfachen und genauen Zika-Test

Kosten unter einem US-Dollar pro Patient

Forscher in den USA haben einen einfachen und preiswerten Test für den Nachweis des Zika-Virus entwickelt. Dabei wird eine Scheibe aus Papier zur Untersuchung von Blut-, Speichel- oder Urinproben benutzt, wie die Wissenschaftler der Harvard-Universität mitteilten. Verfärbt sich die Scheibe violett, liegt das Virus vor.
Der nun entwickelte Test kann den Angaben zufolge das Virus auch dann feststellen, wenn es in relativ niedrigen Konzentrationen vorkommt. Dies unterscheide ihn von bisherigen Testverfahren. In Blut, Speichel und Urin seien die Konzentrationen des Virus normalerweise extrem niedrig. Der neue Test hat den Harvard-Forschern zufolge den Vorteil, dass er genauer und weniger kompliziert ist als bisherige Verfahren. Selbst ein ungeschultes Auge könne anhand der wechselnden Farben leicht feststellen, ob das Virus vorhanden sei oder nicht. In bisherigen Testverfahren werde Zika häufig auch mit anderen Erregern wie dem Dengue- oder West-Nil-Virus verwechselt. Zudem koste der Test weniger als einen US-Dollar pro Patient.
Das von der Ägyptischen Tigermücke übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Besonders betroffen ist Brasilien: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Das Virus kann nach Angaben von US-Wissenschaftlern Mikrozephalie bei Babys verursachen, einen abnormal kleinen Kopf und damit einhergehende schwere Hirnschäden. Zudem kann das Virus das Guillain-Barré-Syndrom, eine schwere Nervenkrankheit, auslösen.

Merkel weist Lügenpresse-Beschimpfungen zurück

Pressefreiheit als Eckpfeiler eines demokratischen Zusammenlebens

Vor dem Kongress der Deutschen Lokalzeitungen hat die Bundeskanzlerin Merkel Kritik am Zustand der deutschen Medien zurückgewiesen. Sie sagte in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft im Internet, die pauschale Verurteilung als "Lügenpresse" sei nicht zutreffend. Die Qualität deutscher Zeitungen sei auch im internationalen Vergleich sehr gut. Es werde viel und gut recherchiert und Interessantes angeboten. Medien müssten sich aber immer fragen, ob sie umfassend berichteten und alle Meinungen aufnähmen. Der Vorwurf der "Lügenpresse" wird vor allem von Pegida-Anhängern immer wieder erhoben.
Merkel ist auch davon überzeugt, dass Lokalzeitungen "kein Auslaufmodell" sind. "Sie verkörpern eine sehr gute Mischung aus - einerseits - Informationen über nationale und internationale politische Ereignisse, aber gleichzeitig auch sehr viele Informationen über die eigene Region, über die eigene Heimat. Und damit über das, was die Menschen auch täglich erleben oder was sie umtreibt oder was sie gerne aus ihrer nächsten Umgebung wissen wollen", sagte die CDU-Politikerin.
Für Merkel ist auch die Presse- und Meinungsfreiheit unverzichtbar: "Die Pressefreiheit ist die Voraussetzung dafür, dass Bürgerinnen und Bürger transparent Informationen bekommen können, sich über unterschiedliche Meinungen ein Bild machen können", so die Bundeskanzlerin. Hinsichtlich des Falls Böhmermann und der Grenzen der Pressefreiheit sagte sie: "Wenn über die Frage 'Wo sind die Grenzen der Pressefreiheit?' debattiert werden kann, dann findet das nicht im politischen Raum statt, sondern dann entscheiden das Gerichte. Dafür haben wir ein Rechtssystem; und die Gerichte sind unabhängig." Ansonsten, so Merkel weiter, gelte es, die Pressefreiheit zu schützen und sie als einen wirklich wichtigen Eckpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens zu achten.
Der Kongress der Deutschen Lokalzeitungen beginnt am Dienstag in Berlin. Die Bundeskanzlerin wird die Festrede halten.

Eurovision Song Contest "total abgesichert"

Deutsche ESC-Kandidatin habe gute Chancen

Peter Urban (68), NDR-Moderator und seit fast 20 Jahren "die deutsche Stimme" beim Eurovision Song Contest (ESC), fühlt sich beim bevorstehenden ESC-Finale in Stockholm sicher. Auch nach den islamistischen Anschlägen von Paris und Brüssel, habe er "keine Angst", dass etwas passieren könnte, sagte Urban im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es ist ein extrem gut organisiertes Projekt, das ist total abgesichert", sagte der Musikexperte, der die Show seit 1997 für Deutschland vor Ort beobachtet und für die Fernsehzuschauer kommentiert.
Einen Angriff ausgerechnet auf diese Veranstaltung bezeichnete Urban zudem als völlig sinnlos. "Beim ESC sind Leute aus christlichen Ländern, aus Ländern, die keiner bestimmten Religion angehören, aus muslimischen Ländern dabei. Es wäre ja vollkommen verrückt, diese Veranstaltung anzugreifen."
Urban sieht zudem gute Chancen für die deutsche Kandidatin Jamie-Lee Kriewitz. "Ich denke, ihre Chancen sind nicht schlecht", sagte er. Jamie-Lee sei "für ihr Alter eine erstaunliche Sängerin". Sie trete beim ESC-Finale in Stockholm zudem mit einem guten Lied an. "Auch ihr Manga-Stil gefällt sicher vielen."
Das Finale des Eurovision Song Contest findet gemau in einer Woche in der schwedischen Hautpstadt Stockholm statt. Die Show gilt als das weltweit größte Fernsehevent dieser Art. Rund 200 Millionen Zuschauer verfolgen den Musikwettstreit Jahr für Jahr vor dem Bildschirm. Diesmal sind 43 Länder in der Endrunde vertreten.

Geplantes Integrationsgesetz der Bundesregierung in der Kritik

Direktor des Berliner Instituts für Migrationsforschung kritisiert Sanktionen und Restriktionen des Entwurfs

Dieser Gesetzentwurf sei stark von Sanktionen und Restriktionen geprägt, sagte der Direktor des Berliner Instituts für Migrationsforschung, Wolfgang Kaschuba am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Das Gesetz komme sehr misstrauisch und sehr ängstlich daher: "Das im Grunde denen, um die es vor allem gehen soll, signalisiert: 'Wir glauben nicht wirklich daran, dass Ihr Euch hier niederlassen wollt. Dass Ihr selbständig werden wollt, dass Ihr Familie gründen wollt.'"
Der Entwurf berücksichtige auch nicht die in Deutschland bereits existierende Wirklichkeit. Unsere Gesellschaft sei in vielerlei Hinsicht bereits hochmobil geworden, so die Einschätzung von Kaschuba. Besonders in der jungen Generation sei die "postmigrantische Gesellschaft" bereits Wirklichkeit geworden, sagte Kaschuba: "Also die Gesellschaft, die unterwegs ist. Wir selber sind unterwegs. Und das Gesetz fällt eben ganz deutlich hinter diese Realitäten zurück." Das im Entwurf vorgesehene Prinzip "Fordern und Fördern" sei eine Formel, die man nie gerne gehört habe, äußerte Kaschuba: "Es wird gefordert. Und die Förderungen, die Angebote, also dieses Mutige und Offensive, das nötig wäre für eine Einwanderungsgesellschaft - nach vorne zu schauen -, das fehlt diesem Gesetz in seinem Grundton."
Wolfgang Kaschuba gehört zu den Mitunterzeichnern des jüngst veröffentlichten Offenen Briefes von Wissenschaftlern, Künstlern und Autoren gegen das geplante Integrationsgesetz. Es wird als ein "Rückschritt in die 1980er Jahre" kritisiert.

"Kein Platz für heimelige Sonntagsreden"

Zweite Europäische Schriftstellerkonferenz beginnt am Montag

Die Konferenz "fällt in stürmische Zeiten und setzt den Fliehkräften in Europa ein starkes Zeichen des Zusammenhalts entgegen", kündigt der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier im Programmheft an. "Gerade heute haben die Stimmen der europäischen Autorinnen und Autoren besonderes Gewicht in einem Europa und für ein Europa, das nicht aufhört, Grenzen zu überwinden“, unterstrich der SPD-Politiker. Gemeinsam mit Mely Kiyak, Nicol Ljubić, Antje Rávic Strubel und Tilman Spengler hat er 30 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus 30 Nationen zur Konferenz eingeladen. In fünf öffentlichen Panels diskutieren sie unter dem Motto "GrenzenNiederSchreiben" über Europa und seine Zukunft.
Eröffnet wird die Publikumsveranstaltung am Montag mit einer Debatte zur Bedeutung der europäischen Werte heute. Weitere Themen in der Akademie der Künste am Pariser Platz sind die Fragen: "Wieviel Zuzug verträgt Kultur?" und "Was passiert, wenn Sprache auf der Flucht zurückgelassen wird?"

Dirigent Nelsons mit Preis der Dresdner Musikfestspiele geehrt

"Motivation und Inspiration für viele junge Menschen"

Der lettische Dirigent Andris Nelsons hat den Preis der Dresdner Musikfestspiele 2016 erhalten. Die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 37-Jährigen nach
einem Auftritt mit seinem Boston Symphony Orchestra in der Dresdner Frauenkirche überreicht. Die Jury begründete die Ehrung unter anderem mit dem besonderen Engagement des Letten bei der Vermittlung klassischer Musik. Er bringe dem Publikum klassische Werke nicht bloß als Relikte der Vergangenheit nahe, sondern als Teil der Gegenwart.
"Andris Nelsons stammt aus Lettland, feierte erste musikalische Erfolge in Deutschland und den USA und führt nun zwei der international bekanntesten Traditionsorchester in die Zukunft", sagte Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele. "Er ist Motivation und Inspiration für viele junge Menschen auf der ganzen Welt, Verantwortung für eine internationale Weltgemeinschaft zu übernehmen, die mit Bildung, Kunst und Kultur Zeichen für Humanismus und Frieden setzt", so Vogler.
Nelsons kündigte an, das Preisgeld für Nachwuchsprojekte in seiner Heimatstadt Riga, in Boston und Leipzig zu spenden, wo er ab der Saison 2017/2018 als Gewandhauskapellmeister arbeiten wird.
Nelsons wurde 1978 als Kind einer Musikerfamilie in Riga geboren. Er begann seine Karriere als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper, bevor er Dirigieren studierte. 2003 bis 2007 war er musikalischer Leiter der Lettischen Staatsoper, 2006 bis 2009 Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford und 2008 bis 2015 Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra. Seit 2014 ist Nelsons Music Director des Boston Symphony Orchestra. Im September 2015 wurde er zum Kapellmeister des Gewandhausorchesters Leipzig ernannt und wird dort ab der Saison 2017/18 wirken.
Zu den bisherigen Preisträgern zählen Künstler wie Gustavo Dudamel, Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker, Hélène Grimaud, Hilary Hahn sowie die Fado-Sängerin Mariza.

Radiohead veröffentlichen lang erwartetes Album

Erste Platte der Kultband seit fünf Jahren

Heute Abend erscheint das neue Album der britischen Band Radiohead. Somit ist den monatelangen Spekulationen ein Ende gesetzt. Zuvor hieß es stets, die Band plane eine Veröffentlichung für Juni. Den Namen der Platte verriet Radiohead nicht. Im Internet ist bereits das Stück "Daydreaming" aus dem neuen Album bekannt. Für dessen Video führte der US-Amerikaner Paul Thomas Anderson Regie.
Radiohead ist für unkonventionelle Methoden bekannt. 2007 veröffentlichte die Band um Sänger Thom Yorke ein Album im Internet und ließ die Fans dafür so viel zahlen, wie sie wollten. Das letzte Radiohead-Album "The King of Limbs" war 2011 erschienen.
Radiohead hat seit Anfang der neunziger Jahre mehr als 30 Millionen Platten verkauft. Im Laufe der Jahre experimentierte die Alternative-Rock-Band zunehmend mit elektronischer Musik. Die Band tourt vom 20. Mai an durch sechs Städte weltweit und tritt später im Jahr bei insgesamt acht Festivals auf.

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