Freistil, vom 13.03.2016

It’s Monk Time Die irre Geschichte einer US-Beatband in der deutschen Provinz

Von Tom Noga

In den wilden 60er-Jahren schufen in der Bundesrepublik fünf musikbegeisterte ehemalige GIs eines der verrücktesten Projekte einer verrückten Dekade. Die Monks trugen, dem Bandnamen entsprechend, Mönchskutten und auf den Köpfen Tonsuren. Und waren mit ihrer Musik weit ihrer Zeit voraus.

Mehrere Mönche mit Tonsuren sind von Hinten abgebildet.  (picture alliance / dpa / Armin Weigel)
Bei Outfit und Haarschnitt orientierten sich "The Monks" an echten Mönchen, Tonsur inbegriffen. (picture alliance / dpa / Armin Weigel)

Sie spielten eine Art Minimal-Beat: ein bisschen Dada und ganz viel Punk, obwohl der ja noch gar nicht erfunden war. Die Musik der Monks klang komplex wie Free Jazz und repetitiv wie die deutschen Elektroniker ein Jahrzehnt später. Mit anderen Worten: In die Provinz zwischen Flensburg und Garmisch passten die Monks wie hoch entwickelte Aliens, die eine Laune des Schicksals auf einen Wüstenplaneten gebeamt hat. Ein Jahr hielt die Band durch, dann löste sie sich auf. Eine Implosion, die keine Spuren hinterließ? Tatsächlich ist der Einfluss der Monks auf die deutsche Popmusik kaum zu unterschätzen. Der Autor traf nicht nur die drei noch lebenden "Mönche", sondern auch zahlreiche Musiker, die sich bis heute auf die Monks berufen.

Produktion: DLF 2013