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Kulturnachrichten

Freitag, 16. Juni 2017

Italienische Museumsdirektoren vor Wiedereinstellung

Oberstes Verwaltungsgericht erklärt Entlassungen für unzulässig

Im Streit um ausländische Direktoren an italienischen Museen hat die Regierung in Rom einen Etappensieg errungen. Ein Berufungsgericht kippte das umstrittene Urteil einer anderen Instanz, wonach einige Direktoren nicht rechtmäßig an den Job gekommen seien. Bereits Ende Mai hatte das Verwaltungsgericht für Latium mehrere Neuberufungen aufgehoben, weil es Mängel bei der Transparenz des Besetzungsverfahrens, den Auswahlkriterien sowie in der Zulassung ausländischer Bewerber sah. Daraufhin waren fünf Leiter, darunter der österreichische Kulturmanager Peter Assmann, vom Dienst suspendiert worden. Diese können nun vorerst wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren. Im Oktober solle eine endgültige Entscheidung in der Sache fallen, kündigte Kulturminister Dario Franceschini auf Twitter an. Mit der Reform will Franceschini auch Ausländern Zugang zu Führungspositionen bei staatlichen Museen geben. Unklar ist, ob mit dem Urteil nun auch die Berufung anderer nicht-italienischer Direktoren angefochten werden könnten - zu ihnen zählen auch zwei Deutsche, der Kulturhistoriker Eike Schmidt an der Spitze der Uffizien und Cecilie Hollberg an der Galleria dell'Accademia in Florenz.

Historiker Hans-Peter Schwarz gestorben

Er starb im Alter von 83 Jahren

Der engagierte Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Hans-Peter Schwarz ist am 14. Juni überraschend gestorben. Das geht aus einer Mitteilung der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) hervor. Darin heißt es, Schwarz habe sowohl mit seinen großen Biografien über Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Axel Springer als auch mit seinen politischen Essays "zur kritischen Selbstreflexion der Deutschen und ihrer politischen Klasse wesentlich beigetragen." Hans-Peter Schwarz, geboren 1934 in Lörrach, lehrte als Politologe an den Universitäten Hamburg und Köln, bevor er 1987 in Bonn die Nachfolge von Karl-Dietrich Bracher antrat, einem der einflussreichsten Politikwissenschaftler der "Bonner Republik". 1999 wurde er emeritiert . Zuletzt erschien von ihm "Die neue Völkerwanderung nach Europa". Schwarz forderte darin klar und schnörkellos "die Rückgabe des Ausländerrechts an die Mitgliedstaaten der EU".

"Amelie rennt" ist Gewinner des "Goldenen Spatz"

Am Wettbewerb "Kino-TV" des Kindermedienfestivals nahmen 36 Filme teil

Die deutsch-italienische Produktion "Amelie rennt" ist beim Kindermedienfestival "Goldener Spatz" in Erfurt in der Kategorie Kino-/Fernsehfilm als bester Beitrag ausgezeichnet worden. Regisseur Tobias Wiemann erhielt den damit verbundenen Regie-Sonderpreis über 1.500 Euro des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Insgesamt verteilte die Kinderjury des Festivals acht "Goldene Spatzen" für die besten deutschsprachigen Angebote in den Sparten Kino, TV und Online, wie die Deutsche Kindermedienstiftung in der thüringischen Landeshauptstadt mitteilte. Auch der Preis des MDR Rundfunkrates für das beste Drehbuch ging an "Amelie rennt". Die 25. Ausgabe des Deutschen Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz 2017 in Gera und Erfurt zählte insgesamt rund 17.000 Besucher. In der Deutschen Kindermedienstiftung "Goldener Spatz" arbeiten MDR, ZDF, RTL, die Thüringer Landesmedienanstalt, die Mitteldeutsche Medienförderung, die Stadt Gera und die Landeshauptstadt Erfurt zusammen.

Liberale Moschee in Berlin eröffnet

Die von Seyran Ates gegründete Moschee soll für einen weltoffenen Islam stehen

In Berlin ist eine von der Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates gegründete liberale Moschee eröffnet worden. Das privat organisierte und über Spenden finanzierte Projekt soll den Anhängern eines modernen und weltoffenen Islams einen Anlaufpunkt bieten. "Bei uns werden Frauen und Männer gemeinsam beten", sagte Ates bei der feierlichen Eröffnung der Moschee. Außerdem gehe es um eine deutliche Positionierung gegen den religiösen Extremismus. Die Moschee stehe Sunniten, Schiiten und anderen Glaubensrichtungen gleichermaßen offen.
Die Gemeinde will auch ein Anlaufpunkt für die Anhänger anderer Religionen sein. Ates verfolgt die Idee der liberalen Moschee nach eigenen Angaben schon seit acht Jahren. Eröffnet wurde sie in Räumen, die von einer evangelischen Kirchengemeinde angemietet wurden. Das Gotteshaus trägt den Namen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Ibn Rushd war ein arabischer Islamgelehrter und Philosoph, Johann Wolfgang von Goethe einer der bedeutendsten deutschen Dichter.

Waldsiedlung Wandlitz unter Denkmalschutz

Die ehemalige Privatsiedlung der DDR-Führung habe einen "singulären Charakter"

Die einst abgeschottete Privatsiedlung der DDR-Führung bei Wandlitz nördlich von Berlin steht ab sofort unter Denkmalschutz. Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch überreichte dort die Denkmalschutz-Plakette an den Arealnutzer Karl-Josef Michels. "Die Waldsiedlung ist aufgrund ihres singulären Charakters und ihrer besonderen Authentizität in besonderer Weise dafür geeignet, sich mit der Geschichte und insbesondere den Machtstrukturen auseinanderzusetzen", erklärte Münch. Landeskonservator Thomas Drachenberg betonte, dass der komplette Innenring - also der ehemalige Wohnbereich der DDR-Eliten - jetzt Bestandsschutz habe. Zentrale Orte seien jedoch das ehemalige Wohnhaus von Staats- und Parteichef Walter Ulbricht mit Bibliothek, der Kursaal, das Gartenensemble und das gusseiserne Eingangstor. Auf dem Areal, das geografisch zur Stadt Bernau gehört, betreibt Michels seit 1990 eine Rehaklinik sowie Seniorenresidenzen mit 900 Bewohnern.

Marko Letonja neuer Generalmusikdirektor in Bremen

Der slowenische Dirigent übernimmt das Amt ab der Spielzeit 2018/19

Der slowenische Konzert- und Operndirigent Marko Letonja wird neuer Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker. Er werde das Amt zur Spielzeit 2018/19 übernehmen, teilte Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz mit. Letonja ist durch internationale Tourneen bekannt und seit 2012 Chefdirigent des Orchèstre Philharmonique de Strasbourg und sowie Chefdirigent und Künstlerischer Direktor des Tasmanian Symphony Orchestra. Zuvor war er unter anderem Chefdirigent und Musikdirektor des Sinfonieorchesters und des Theaters Basel. In Bremen gastiert er schon seit über zehn Jahren bei den Bremer Philharmonikern. Als Generalmusikdirektor wird er Nachfolger von Markus Poschner, der künftig das Bruckner Orchester der österreichischen Stadt Linz leiten wird.

Khadija Saye unter Toten des Grenfell Towers

Die Werke der Fotografin sind derzeit im "Diaspora Pavilion" in Venedig ausgestellt

Der Tod der 24-Jährigen Fotografin Khadija Saye, die nach dem Brand im Londoner Grenfell Tower vermisst wurde, ist durch die Behörden bestätigt worden. Das berichten britische Medien. Saye lebte gemeinsam mit ihrer Mutter im 20. Stock des Hochhauses im Londoner Stadtteil Kensington, in dem das verheerende Feuer ausbrach. Die in London geborene Künstlerin beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit Fragen der kulturellen, religiösen und sexuellen Identität. Fotografien ihrer Serie "Dwelling: in this space we breathe" sind zurzeit im "Diaspora Pavilion" zu sehen, eine Gruppenausstellung parallel zur Venedig-Biennale, die von David A. Bailey und Jessica Taylor kuratiert und vom International Curators Forum und der Londoner University of the Arts initiert wurde. Die Zahl der Toten nach der Brandkatastrophe in London ist inzwischen auf 30 gestiegen.

Orwells "1984" in deutscher Neuausgabe erschienen

Seit Trumps Regierungsantritt ist die Nachfrage nach dem Werk stark gestiegen

Die deutsche Übersetzung von George Orwells Roman "1984" ist heute in einer Neuausgabe im Ullstein-Verlag erschienen. In einem dazu verfassten Nachwort stellt der Schriftsteller Daniel Kehlmann einen Bezug zwischen dem 1948 geschriebenen Roman und dem Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Fakten und Wahrheit her. Mit Trumps Regierungsantritt war Orwells Roman beim Online-Händler Amazon an die Spitze der US-Bestsellerliste geschossen. Das Buch behauptet sich derzeit weiterhin unter den ersten 20 Plätzen. Auch in Deutschland ist die Nachfrage groß. "1984" erzählt die Geschichte der totalitären Gesellschaft "Ozeanien", in der die Hauptfigur Winston Smith im "Ministerium für Wahrheit" arbeitet, wo er historische Wahrheiten durch staatlich zertifizierte "Fakten" ersetzen soll. Orwell schrieb sein Buch unter dem Eindruck des Totalitarismus in der Sowjetunion unter Stalin.

Jay-Z als erster Rapper in Songwriters Hall of Fame

Barack Obama hält eine Laudatio per Video-Botschaft

Produzent und Hip-Hop-Ikone Jay-Z ist als erster Rapper überhaupt in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen worden. Doch damit nicht genug der Ehre: Die Laudatio bei der Zeremonie in New York hielt per Video-Botschaft Barack Obama. Der frühere US-Präsident bezeichnete den Rapper, der mit bürgerlichem Namen Shawn Carter heißt, als Seelenverwandten und Inspiration. "Ich glaube, Mister Carter und ich verstehen uns. Niemand, der uns als junge Männer getroffen hat, hätte wohl erwartet, dass wir heute da stehen, wo wir stehen", sagte Obama über seinen Freund. "Wir wissen wie es ist, keinen Vater zu haben und wir wissen wie es ist, aus bescheidenen Verhältnissen zu kommen", sagte Obama weiter. Sie beide hätten versucht, nachfolgenden Generationen Türen aufzustoßen. Er sei sich ziemlich sicher, noch immer der einzige Präsident zu sein, der Jay-Zs Musik im Oval Office gehört hat.

Christo plant Pyramide aus Ölfässern

Zeitpunkt für Projekt in Abu Dhabi noch unklar

Verhüllungskünstler Christo will in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine 150 Meter hohe Pyramide aus 400 000 Ölfässern bauen. Er habe dieses Projekt seit 1979 in Arbeit, es solle nun in Abu Dhabi realisiert werden, sagte der 81-Jährige der "Basler Zeitung". Wann damit begonnen werden könne, sei allerdings noch offen, sagte er. Das Projekt heißt "Mastaba". So werden ägyptische Grabbauten genannt, die wie eine Pyramide mit Flachdach aussehen. Christo ist unter anderem mit der Verhüllung des Berliner Reichstags 1995 berühmt geworden, die er mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude verwirklichte. Im Sommer 2016 lockte sein Projekt "Floating Piers" aus drei Kilometer langen Stegen am norditalienischen Iseo-See mehr als eine Million Menschen an.

New Yorker Kunstprojekt protestiert gegen Trump

16 politische Flaggen sollen in NYC gehisst werden

Künstler wie Yoko Ono haben für ein New Yorker Ausstellungsprojekt Flaggen gestaltet. Die 16 Flaggen sollen nun nach und nach in der Millionenmetropole gehisst werden, teilte der Kunstverband Creative Time mit. Den Anfang machte in der Nacht zum Donnerstag im East Village die US-Künstlerin Marilyn Minter. Auf ihrer Flagge steht in großen bunten Buchstaben "Resist" (etwa: Widersetzt euch!). Das Kunstprojekt knüpfe an die derzeitige politische Situation in den USA unter dem republikanischen Präsidenten Donald Trump an, hieß es vom Verband Creative Time. Er organisiert seit Jahren Kunst im öffentlichen Raum in New York.

Doris Day in deutsch-amerikanischer Ruhmeshalle

Aufnahme-Zeremonie im Trump-Tower

Die Schauspielerin und Sängerin Doris Day ist in die virtuelle deutsch-amerikanische Ruhmeshalle aufgenommen worden. Day war 1922 als Doris Kappelhoff im US-Bundesstaat Ohio geboren worden, ihre Eltern waren Kinder deutscher Einwanderer. Sie sei stolz auf ihre deutsche Herkunft und fühle sich geehrt, in die Ruhmeshalle aufgenommen zu werden, ließ Day schriftlich mitteilen. Bei der feierlichen Zeremonie am Donnerstagabend im Trump Tower in Manhattan wurden außerdem der Schauspieler Eric Braeden, die Sex-Therapeutin Ruth Westheimer, der Baseballspieler Lou Gehrig (1903-1941) und der Klavierbauer Henry Steinway (1797-1871) geehrt.

Farb-Anschlag auf goldene Hauswand in Hamburg

Anwohner hatten Kunstprojekt "Veddel vergolden" bereits im Vorfeld kritisiert

Nur zwei Tage nach dem Start des Hamburger Kunstprojekts "Veddel vergolden" haben Unbekannte eine Hauswand mit Farbbeuteln beworfen. Am Dienstag hatte der Künstler Boran Burchhardt damit begonnen, die Backsteinwand mit Blattgold zu verzieren. Der bereits vergoldete Teil der Hauswand sei unbeschädigt geblieben, teilte die Polizei mit. Der Pressesprecher der Hamburger Kulturbehörde, Enno Isermann, übte scharfe Kritik an der Protestaktion. Sie sei ein Anschlag auf die im Grundgesetz garantierte Kunstfreiheit. Bereits zu Beginn der Aktion hatten Anwohner ihren Unmut über das mit 85.000 Euro von der Hamburger Kulturbehörde bezuschusste Projekt zum Ausdruck gebracht: "Schmier dein Gold woanders hin", hieß es auf einem Spruchband an der Fassade.

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