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Kulturnachrichten

Montag, 25. Januar 2021

Italienische Medien melden den Tod von Alberto Grimaldi

"Zwei glorreiche Halunken", "Ginger und Fred, "Der letzte Tango" oder "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht": Kino-Klassiker, für die Produzent Alberto Grimaldi auch hart kämpfte. Nach Informationen mehrerer italienischer Medien, ist der Neapolitaner im Alter von 95 Jahren gestorben. 1962 hatte er seine eigene Firma gegründet und Actionfilme finanziert. Seinen beruflichen Durchbruch erreichte er durch Beteiligung an Koproduktionen mit Clint Eastwood und der Zusammenarbeit mit United Artists. Auch für die Freigabe von Pier Paolo Pasolinis posthum in den Kinos gezeigten Film "Die 120 Tage von Sodom" stritt er vor Gericht.

Medien: Centre Pompidou schließt von 2023 bis 2027

Das Pariser Centre Pompidou soll Medienberichten zufolge wegen Restaurierungsarbeiten drei Jahre lang seine Türen schließen. Die Institution werde Ende 2023 vorübergehend zumachen und erst 2027 wieder eröffnen, schrieb die französische Zeitung "Le Figaro" am Montagabend unter Berufung auf den Präsidenten des Centre Pompidou, Serge Lasvignes. Demnach habe sich Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin aus Zeit- und Kostengründen dagegen entschieden, das Zentrum während der geplanten Arbeiten offen zu halten. Ansonsten hätte sich die Restaurierung über sieben Jahre gezogen, hieß es. Das Centre Pompidou in Paris wurde 1977 eröffnet. Die Sammlung des Kunst- und Kulturzentrums umfasst nach eigenen Angaben mehr als 120 000 Werke moderner und zeitgenössischer Kunst.

US-Filmverband wählt zehn beste Filme von 2020

Das Vietnamskriegs-Drama "Da 5 Bloods" von Spike Lee, der Pixar-Animationsfilm "Soul" und das Roadmovie "Nomadland" zählen aus Sicht des American Film Institute (AFI) zu den zehn besten Filmen des Jahres 2020. Auch das Gehörlosendrama "Sound of Metal", die Biografie "Mank" und der Gerichts-Thriller "The Trial of the Chicago 7" sind unter den Spitzenkandidaten. Die jährliche Auswahl durch Filmexperten und Kritiker gilt als Vorbote für die spätere Oscar-Verleihung. Gewöhnlich schaffen es mehrere Filme von der AFI-Liste unter die Oscar-Anwärter in der Top-Sparte "Bester Film". Die ausgewählten AFI-Filmschaffenden werden am 26. Februar in einer Online-Zeremonie geehrt.

Filmschule nach Sidney Poitier benannt

Die Arizona State University hat ihre neue Filmschule nach dem Schauspieler Sidney Poitier benannt. Bei der Entscheidung gehe es nicht nur um einen Akzent auf Vielfalt, sagte der Präsident der Universität, Michael M. Crow. "Du suchst nach einer Ikone, einer Person, die alles verkörpert, für das du stehst. Bei Sidney Poitier ist es seine kreative Energie, seine Dynamik, seine Tatkraft, sein Ehrgeiz, die Art von Projekten, bei denen er mitgewirkt hat, die Art und Weisen, wie er sein Leben vorangebracht hat," so Crow. Der 93-jährige Poitier war der erste schwarze Schauspieler, der einen Oscar für die beste Hauptrolle bekam. Die nach ihm benannte Filmschule heißt "The Sidney Poitier New American Film School".

Schweizerische Rat der Religionen gegen Burkaverbot

Der Schweizerische Rat der Religionen SCR ist gegen ein Burkaverbot, über das die Schweizer Wähler am 7. März abstimmen können. Ein solches Verbot stelle eine "unverhältnismäßige Einschränkung der Religionsfreiheit" dar, heißt es in einer Stellungnahme. Die Volksinitiative "Ja zum Verhüllungsverbot" lehnten die Ratsmitglieder einstimmig an. Der Rat begrüßte dagegen den Vorschlag von Bundesrat und Parlament, wonach Personen verpflichtet sein sollen, Behörden ihr Gesicht zu zeigen, wenn dies für deren Identifikation notwendig ist.

Berliner Abgeordnetenhaus verleiht Obermayer Awards

Das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz in Pirna und das Erich-Zeigner-Haus in Leipzig sind in Berlin mit dem US-amerikanischen Obermayer Award ausgezeichnet worden. Weitere Preise der Obermayer Foundation gingen an die freiberufliche Pädagogin Elisabeth Kahn (Berlin/ Augsburg), die Stralsunder Cellistin Friederike Fechner, den pensionierten Mannheimer Lehrer und Schulrektor Volker Keller und die Regionalhistorikerin und Lehrerin Marion Lilienthal aus dem hessischen Korbach. Die in Massachusetts ansässige Stiftung ehrt jährlich Personen oder Gruppen, die sich in Deutschland in der jüdischen Erinnerungsarbeit engagieren und Rechtsextremismus bekämpfen.

Weilburger Rosenhang-Museum vergibt Kunstpreis

Das Rosenhang-Museum im mittelhessischen Weilburg hat zum ersten Mal den mit 60.000 Euro dotierten Preis "Löwe von Weilburg" vergeben. Er geht an die in Berlin lebende koreanische Künstlerin SEO. Die Künstlerin verfüge "trotz ihres noch jungen Alters über ein bemerkenswertes Oeuvre", hieß es zur Begründung. Preisgeber sind Antje Helbig und Joachim Legner, die Gründer und Betreiber des Rosenhang-Museums. Die 1977 geborene Künstlerin SEO kam den Angaben zufolge 2001 nach Berlin. Dort studierte sie an der damaligen Hochschule der Künste in der Klasse von Georg Baselitz und wurde am Ende ihres Studiums zu seiner Meisterschülerin ernannt. Im Zentrum ihrer künstlerischen Tätigkeit stehe "die Auseinandersetzung mit ihrer kulturellen Identität". Ein mit 3.000 Euro dotierter Förderpreis geht an die zurzeit in Istanbul lebende Künstlerin Sultan Adler.

Bauhaus Museum Dessau "Museum des Jahres"

Das Bauhaus Museum in Dessau ist zum "Museum des Jahres" gewählt worden.
Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA teilte zur Begründung mit, das 2019 eröffnete Haus halte nicht nur die Erinnerung an das Bauhaus als "bedeutendste Schule für Gestaltung im 20. Jahrhundert" wach, sondern übertrage die Idee des Bauhauses auch "eindrucksvoll in die Gegenwart". Die Entscheidung, den Neubau mitten in eine gesichtslose Einkaufsstraße zu platzieren, sei mutig gewesen. Diese geglückte "Stadtreparatur" trage wesentlich zur kulturellen Wiederbelebung der im Zweiten Weltkrieg schwer zerbombten Industriestadt Dessau bei, heißt es weiter.

Kurzfilmfestivals 2021 gemeinsam auf einer Online-Plattform

Vom 1. April bis zum 30. Juni bündeln vier europäische Kurzfilmfestivals ihre Kräfte. Wie die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen mitteilten, kooperieren sie in Corona-Zeiten mit den Niederlanden, Polen und Österreich. Unter der Überschrift "This is short" wollen sie auf einer gemeinsamen Plattform online gehen. Das Projekt war im vergangenen Jahr vom Europäischen Kurzfilmnetzwerk ins Leben gerufen worden.

Musikrat fordert Finanzierungverpflichtung für Bildung und Kultur

Drei Jahre lang sollen die Länder sich verpflichten, Bildung und Kultur mindestens mit so viel Geld zu unterstützen, wie im vergangenen Jahr vorgesehen war. Das fordert der Deutsche Musikrat gemeinsam mit den Landesmusikräten. Die Kommunen und Länder trügen einen Löwenanteil der Kulturfinanzierung, erklärte Generalsekretär Christian Höppner. Deshalb seien sie auch verantwortlich, jetzt die entscheidenden Weichen für die Zukunft zu stellen. Wie groß der Bedarf an Fördermitteln durch Corona sei, dokumentiere das "Neustart Kultur"-Programm, das dringend aufgestockt gehöre. Es reiche bei weitem nicht, auf kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen und Teileröffnungsszenarien zu verweisen.

Vier Angeklagte erklären sich im Bristol-Denkmal-Sturz-Prozess für unschuldig

Fast acht Monate nachdem sie die Statue eines Sklavenhändlers in das Hafenbecken von Bristol warfen, haben vier Angeklagte sich für nicht schuldig erklärt. Deshalb wird das Verfahren jetzt am 8. Februar von einem Strafgericht weiterverhandelt. Das Denkmal von Edward Colston war während der Black-Lives-Matter-Proteste in England vom Sockel gestürzt worden und hatte ähnliche Aktionen im ganzen Land ausgelöst. Die Demonstranten forderten die Aufarbeitung der britischen Kolonialgeschichte sowie die Gleichstellung von ethnischen Minderheiten in Großbritannien. Bislang sind fünf Menschen, die in Bristol an der Zerstörung des Standbilds beteiligt waren, zu Geldstrafen von je 100 Pfund sowie Sozialarbeit verurteilt worden.

Berliner Staatsbibliothek (digital) wiedereröffnet

Die Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden ist wiedereröffnet worden. Das 1780 fertiggestellte Haus war seit 2005 bei laufendem Betrieb für 470 Millionen Euro grundsaniert worden. Die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands beherbergt rund 25 Millionen Bücher. Wann sie regulär wieder in Betrieb gehen und für Besucherinnen und Besucher die Türen öffnen darf, bleibt abzuwarten.

Universalkünstler Arik Brauer gestorben

92 Jahre ist er alt geworden: Der Österreicher Arik Brauer. Als Maler, Grafiker und Bühnenbildner gehörte er zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Seine vielfarbigen und kleinteiligen Bilder verweisen in märchenhafter Anmutung immer wieder auf die Politik. Als Sänger, der in den 70er Jahren für sein Debüt eine Goldene Schallplatte erhielt, war er Mitbegründer des sogenannten Austropop. Österreichs Bundespräsident Van der Bellen würdigte Brauer als Ausnahmekünstler. Mit der Erfahrung von Antisemitismus, Verfolgung und Mord während der NS-Herrschaft aufgewachsen, sei Brauer zum "kritischen Citoyen" geworden, der seine Stimme für Freiheit, Demokratie und Solidarität erhoben habe. Brauer hatte den Nationalsozialismus versteckt überlebt und nach dem Ende des Krieges in Frankreich und Israel gelebt. 1986 berief ihn die Akademie der Bildenden Künste Wien zum Professor. Arik Brauer starb im Kreis seiner Familie.

Schleiermacher-Vorlesungen erstmals in editierter Gesamtausgabe

Friedrich Schleiermachers Vorlesungen zur "Christlichen Sittenlehre" werden erstmals in einer editierten Gesamtausgabe erscheinen. Dafür werden Forscherinnen und Forscher der Universitäten in Halle und Münster sowie der Humboldt-Universität in Berlin für maximal zehn Jahre mit bis zu 2,8 Millionen Euro unterstützt. Der 1834 gestorbene Philologe passte die Hermeneutik seiner Zeit an und entwickelte als evangelischer Theologe die Idee einer Ethik, die Ver- und Gebote nicht zur Grundlage des moralischen menschlichen Verhaltens erklärt. Mit Blick auf die zunehmend säkulare Entwicklung in aufgeklärten Ländern thematisierte Schleiermacher in seinen Vorlesungen auch die Wirkung des Christentums auf die modernen Gesellschaften.

Goldener Spatz: 150 Einreichungen für Medienfestival

Für das Kindermedienfestival Goldener Spatz sind mehr als 150 Beiträge in der Kategorie Film und TV eingereicht worden. "Erfreulich viele Originalstoffe, die nicht auf Vorlagen beruhen, sind dabei", sagte Festivalleiterin Nicola Jones. Die Themen seien vielseitig, mal gehe es um die erste Liebe, mal um Generationskonflikte, oder um Abenteuer- und Detektivgeschichten. "Es gibt was zum Gruseln, Roadmovies und es sind auch mehr Animationsfilme dabei", so Jones. Das Coronavirus spielt laut Jones zumindest in den Spielfilm-Beiträgen inhaltlich keine Rolle, da die Stoffe vor der Pandemie entwickelt wurden. Bei den Dokumentationen, Kurz- und Informationsfilmen sei das Virus aber ein Thema. Der Goldene Spatz gilt als größtes Festival seiner Art im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr ist es vom 6. bis 12. Juni wieder in Gera und Erfurt geplant.

Mini-Serie über Premier Johnsons Umgang mit Corona

Der Schauspieler Kenneth Branagh wird in der Mini-Serie "This Sceptred Isle" - auf Deutsch "Dies gekrönte Eiland" - den britischen Premierminister Boris Johnson spielen. Die Serie werde den Umgang Johnsons mit der Corona-Pandemie behandeln, kündigte der britische Sender Sky an. Regisseur ist der Filmemacher Michael Winterbottom. Die Produktion soll im Herbst 2022 zu sehen sein.

US-Autoren gegen Buchverträge mit Trump-Regierung

Etwa 500 amerikanische Autoren und Angehörige des Literaturbetriebs haben einen Brief an amerikanische Verleger unterzeichnet, in dem sie dazu aufrufen, keine Buchverträge mit Mitgliedern der ehemaligen Trump-Regierung abzuschließen, da "jene, die Verbrechen gegen die amerikanische Bevölkerung ermöglicht, verbreitet oder gedeckt haben, sich nicht aus den Kassen der Verlage bereichern sollten." Initiator des Briefes ist der Schriftsteller Barry Lyga, unter den Unterzeichnern finden sich Namen wie Celeste Ng, Holly Black oder der Star Wars-Autor Chuck Wendig. Der Brief ist überschrieben mit "Keine Buchverträge für Verräter".

Der Tänzer und Choreograph Othello Johns ist tot

Der Tänzer, Choreograph und Tanzlehrer Othello Johns ist im Alter von 57 Jahren verstorben. Das meldet die Rheinische Post. Johns unterrichtete am tanzhaus NRW seit zwanzig Jahren Modern Jazz Dance, Hip Hop, Breakdance und andere Urban Styles. Als Mitgründer des gemeinnützigen Vereins Kabawil e.V. setzte er sich für interkulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein und arbeitete regelmäßig auch mit jungen Häftlingen. Der gebürtige US-Amerikaner Johns studierte Tanz und Choreographie an der Martha Graham School of Contemporary Dance in New York, an der Erick Hawkins School in New York und an der University of Louisiana. Als Solist arbeitete er für Milton Myers, Rod Rogers, Isadora Duncan, Erick Hawkins und mit dem Tanzatelier Wien.

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Fazit

Pressefoto des JahresEine Umarmung mit Symbolcharakter
Das Foto des Jahres 2021 "The First Embrace" (Die erste Umarmung) zeigt zwei Frauen, die sich - getrennt von einer Plastikfolie - umarmen. (imago images / Politiken / Mads Nissen)

Das Pressefoto des Jahres ist oft mit den prägenden Themen der Gegenwart verbunden: Mit dem Siegerfoto 2021 beschreibe der Däne Mads Nissen die Pandemie und die damit verbundenen Erfahrungen in einem Bild, sagt die Kunsthistorikerin Karen Fromm.Mehr

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