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Freitag, 24.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 1. Juni 2021

Israels Nationalbibliothek stellt Kafka-Schriften online

Die israelische Nationalbibliothek hat eine Sammlung von Handschriften, Manuskripten und Zeichnungen des jüdischen Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) erstmals online veröffentlicht. Dies sei das Ergebnis "eines intensiven, jahrelangen Prozesses der Konservierung und Restaurierung", teilte die Einrichtung in Jerusalem mit. Die Sammlung sei eine der größten dieser Art und enthalte Dutzende von Manuskripten, Notizheften, persönlichen Briefen und Zeichnungen. Darunter seien auch drei Entwürfe der Erzählung "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande" sowie ein Heft für Kafkas Hebräischstudien. Die Dokumente stammen aus dem Nachlass von Kafkas bestem Freund Max Brod (1884-1968), in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der bekanntesten Vertreter der Prager deutschsprachigen Literatur. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten 1939 hatte er in einem Koffer Kafkas Werke mit ins damalige Palästina genommen.

"Zeit"-Reporterin gewinnt Nannen Preis 2021

Für ihre "Zeit"-Reportage über chinesische Pflegekräfte in einem deutschen Seniorenheim hat die Journalistin Xifan Yang den Nannen Preis 2021 gewonnen. Sie erhielt die Auszeichnung in der Königsdisziplin - dem Egon Erwin Kisch-Preis für die beste Reportage - des renommierten Journalistenpreises. Der Titel der Reportage lautet: "Die Gesandte des Konfuzius". Der Nannen Preis des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr und des Magazins "Stern" gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Medienschaffende in Deutschland.

Neue Leiterin des Deutschen Theatermuseums

Das Deutsche Theatermuseum in München bekommt ab 1. September eine neue Leiterin - Dorothea Volz wird den Posten übernehmen. Das teilte das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst am Dienstag mit. Volz ist derzeit stellvertretende Direktorin der Theaterwissenschaftlichen Sammlungen und akademische Rätin am Institut für Medienkultur und Theater an der Universität zu Köln. Zuvor war sie drei Jahre lang Referentin für Kommunikation und Marketing an der Semperoper Dresden. Dorothea Volz tritt im Deutschen Theatermuseum die Nachfolge von Claudia Blank an, die in den Ruhestand getreten ist.

Frauen-Initiative kritisiert Reform von Kirchenstrafrecht

Die katholische Reforminitiative Maria 2.0 verurteilt die Reform des kirchlichen Strafrechts. Diese sei unzureichend und verletze die Würde katholischer Frauen, erklärte die Initiative am Dienstag in Köln. Sie schloss sich einer Stellungnahme des internationalen Netzwerks Catholic Women's Council (CWC) an. Das neue Kirchenrecht ordnet laut CWC die Weihe von Frauen den schwersten Verbrechen zu - ebenso wie sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Geistliche. Dass Frauenweihe und Kindesmissbrauch auf eine Stufe gestellt würden, sei nicht hinnehmbar und "verwässert das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und untergräbt die Würde der Frauen". Das CWC forderte den Vatikan auf, in einen Dialog mit seinen Mitgliedsorganisationen zu treten, "damit Frauen ihrer Berufung gleichberechtigt folgen können."

Künstler und Musiker Bob Rutman in Berlin gestorben

Der deutsch-amerikanische Künstler, Musiker und Komponist Robert "Bob" Rutman ist tot. Er starb nach langer Krankheit am Dienstag im Alter von 90 Jahren in einem Hospiz in Berlin, wie die Deutsche Presseagentur schreibt. Rutman wurde als Kind einer jüdischen Mutter in Berlin geboren. Die Familie emigrierte 1938 aus dem nationalsozialistischen Deutschland und gelangte über Polen nach England. 1950 ging Rutman in die USA. Nach einem Kunststudium in New York konstruierte Rutman Ende der 60er-Jahre eine Stahlskulptur, die sich mit einem Bogen bespielen ließ. Das neue Instrument war Basis für das 1975 gegründete U.S. Steel Cello Ensemble, mit dem der Künstler durch Amerika und Europa tourte. Nach dem Fall der Mauer ging Rutman 1990 zurück in seine Geburtsstadt Berlin. In seinem Kiez Berlin-Mitte verfestigte sich zunehmend sein Ruf als Berliner Original.

Münchner Filmfest ehrt vier Frauen des Films

Vier Frauen des Weltkinos werden beim Münchner Filmfest geehrt. Gewürdigt werden die in München lebende österreichische Schauspielerin Senta Berger, US-Schauspielerin und Regisseurin Robin Wright, die deutsche Schauspielerin Franka Potente und die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Das Filmfest München ist vom 1.
bis 10. Juli als Open-Air-Festival geplant. Die kürzlich 80 Jahre alt gewordene Senta Berger und Robin Wright werden jeweils mit dem CineMerit Award ausgezeichnet, Franka Potente erhält den Margot-Hielscher-Preis. Eine Film-Hommage wird Malgorzata Szumowska gewidmet, die in ihren Werken ironisch-kritisch auf zwischenmenschliche Beziehungen, den strengen Katholizismus und die Auswüchse des Kapitalismus in ihrem Heimatland Polen blickt.

Öffentlich-Rechtliche wollen kooperieren

Die Digitalisierung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk kann nach Ansicht des ZDF-Intendanten Thomas Bellut nur in Kooperation der einzelnen Sender gelingen. "Es macht keinen Sinn, sich alleine aufzustellen", sagte Bellut am Dienstag bei einem Online-Podium der Medientage Mitteldeutschland in Leipzig. Das ZDF stehe mit der ARD dazu in Kontakt. "Wir müssen ein Streaming-Netzwerk schaffen", sagte Bellut. So etwa könnten Mediatheken auf einer Plattform gebündelt werden. Dort könnten Programme vernetzt werden. Offen sollten die Sender auch für Partnerschaften sein, etwa mit Museen. In jedem Fall aber müssten sich öffentlich-rechtliche Angebote von privaten unterscheiden, sagte Bellut. Der Anteil an Informationsprogrammen liege beim ZDF derzeit bei etwa 45 Prozent.

Übersetzerbarke 2021 für Anita Djafari

Die Übersetzerbarke des Verbands deutschsprachiger Übersetzer*innen geht in diesem Jahr an die Literaturvermittlerin Anita Djafari für ihre Verdienste um die Diversität in der deutschen Literaturszene. „Mit ihrem Gespür für den kulturellen Reichtum der Literatur außerhalb des Mainstreams hat Anita Djafari Diversität auf dem deutschsprachigen Buchmarkt gefördert, lange bevor der Begriff Mode wurde, und den Literaturübersetzer*innen ermöglicht, sich für Werke aus wirklich allen Kontinenten einzusetzen“, hieß es zur Begründung. Djafari war 1980 Gründungsmitglied und von 2009 bis 2020 Leiterin des Vereins Litprom, der mit seiner Übersetzungsförderung Verlagen ermöglicht, Bücher aus dem Globalen Süden zu publizieren. Die Übersetzerbarke ist ein undotierter Preis in Form eines Originalkunstwerks und zeichnet Persönlichkeiten des literarischen Lebens aus, die für Literaturübersetzer*innen Bedeutendes leisten. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 1. Festivals für Literaturübersetzung, Transnationale Berlin, am 3. Oktober in Berlin statt.

Katholische Kirche verschärft Strafrecht

Die katholische Kirche verschärft und präzisiert ihr Strafrecht. Der Vatikan nimmt explizit einen Artikel gegen Kindesmissbrauch von Priestern ins Kirchenrecht auf. Die von Papst Franziskus verfügte Änderung des Vatikanischen Gesetzbuches sieht vor, dass Priester ihres Amtes enthoben werden, wenn sie irgendeinen anderen Menschen - egal ob minderjährig oder erwachsen - durch Gewalt, Drohungen oder Missbrauch ihrer Autorität zu sexuellen Handlungen zwingen. Über die Änderung im sogenannten Kodex des kanonischen Rechtes war 14 Jahre lang gerungen worden. Außerdem werden Missbrauch, Verletzung der Aufsichtspflicht und finanzielle Vergehen genauer bestimmt und stärker geahndet. Das neue Gesetz tritt am 8. Dezember in Kraft.

Heavy-Metal-Festival in Wacken erneut abgesagt

Das Heavy-Metal-Festival in Wacken in Schleswig-Holstein ist erneut abgesagt worden. Die für Ende Juli geplante Veranstaltung könne aufgrund der andauernden Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden, teilten die Veranstalter mit. Es bleibe aber keine Wahl, erklärte Festival-Chef und Mitbegründer Thomas Jensen. "Wir müssen noch etwas länger warten. Gesundheit und Sicherheit gehen vor, da gibt es keine zwei Meinungen." Die 31. Ausgabe des Open-Air-Festivals soll vom 4. bis 6. August 2022 stattfinden. Bereits 2020 war das größte Heavy-Metal-Festival der Welt mit rund 75 000 Besucherinnen und Besuchern wegen der Corona-Pandemie abgesagt und durch eine Online-Veranstaltung ersetzt worden.

Der Kölner Dom hat ein neues Logo

Der Kölner Dom hat ein neues Logo, das künftig von allen Einrichtungen der Kathedrale verwendet wird. Im unteren Teil des Signets sind drei goldfarbene Dreiecke dargestellt, die eine Krone und somit den Schrein der Heiligen Drei Könige symbolisieren. Die beiden Dreiecke an der Spitze bilden die beiden Türme und ihre Spiegelung im Rhein nach. Das neue einheitliche Design solle alle Institutionen der Kathedrale auch visuell miteinander verbinden, hieß es. Das Logo wird unter anderem von der Kölner Dommusik und der Dombauhütte verwendet. Im Frühsommer 2019 hatte das Domkapitel einen Wettbewerb für die Gestaltung des Designs ausgeschrieben. Die Agentur jäger und jäger aus Überlingen am Bodensee erhielt den Zuschlag. Die Kosten beliefen sich auf etwa 80.000 Euro. Der Kölner Dom ist eine der bedeutendsten Kirchen der Welt und zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeit in Deutschland. In Nicht-Pandemie-Zeiten besichtigen ihn jährlich 6 Millionen Menschen.

Studie: Digitalisierung führt zu Kluft zwischen Schulen

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in den Schulen zwar beschleunigt, allerdings gibt es weiterhin deutliche Lücken bei der technischen Ausstattung. Dies geht aus der repräsentativen Studie "Digitalisierung im Schulsystem" der Universität Göttingen hervor, die im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung und mit Unterstützung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaftder (GEW) erstellt wurde. Demnach stellt etwa jede zweite Schule kein Wlan bereit. Laut der Erhebung kann beispielsweise nur ein Drittel der Jugendlichen an Nachzügler-Schulen prüfen, ob es sich auf Informationen im Internet verlassen kann. An den Vorreiter-Schulen sind es dagegen 62 Prozent. Außerdem habe sich eine deutliche Kluft zwischen einzelnen Schulen etwa in Sachen digitaler Kompetenz gebildet, hieß es. Auch die Arbeitsbelastung der Lehrer sei noch einmal gewachsen.

Österreichs Regierung verteidigt "Islam-Landkarte"

Österreichs Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) hat die umstrittene Landkarte zu islamischen Organisationen in ihrem Land verteidigt. Es gehe keineswegs um einen Generalverdacht gegen Muslime, sagte sie der Zeitung "Die Welt". Es gehe um den gemeinsamen Kampf gegen den politischen Islam als Nährboden für Extremismus. Die Karte sei auch im Interesse der Muslime, die mit extremistischen Strömungen nichts zu tun haben wollten. "Sie sollen doch auch wissen, in welche Moschee sie gehen und welche Strukturen und Ideologien dahinterstehen," so Raab. Auf der Karte sind mehr als 600 islamische Vereine und Moscheen in Österreich verzeichnet, inklusive der Angaben der dahinterstehenden Dachorganisationen. Islamvertreter und Opposition hatten unter anderem kritisiert, dass auf der Karte alle islamischen Einrichtungen gezeigt werden, egal ob sie islamistisch-antidemokratische Tendenzen haben oder nicht. Der Beauftragte des Europarates gegen Antisemitismus und Islamophobie, Daniel Höltgen, hatte die Karte als "muslimfeindlich und potenziell kontraproduktiv" kritisiert.

Hass im Netz macht Menschen zunehmend Angst

Hass im Internet macht den Menschen zunehmend Angst. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW, die in Düsseldorf veröffentlicht wurde. Demnach sind 42 Prozent der Befragten wegen Hasskommentaren im Netz sehr besorgt - im vergangenen Jahr waren es 34 Prozent. Bei den Frauen gab etwa die Häfte an, dass ihnen die vielen Hass-Botschaften im Netz Angst machten, bei den Männern ein Drittel. Dabei stieg die Zahl derjenigen, die angaben, dass ihnen Hass im Netz häufig oder sogar sehr häufig begegne, weiter an. Rund drei Viertel der Befragten gaben an, schon Hass im Netz erlebt zu haben. Dagegen nimmt das Verständnis für die Verfasser von Hasskommentaren seit drei Jahren kontinuierlich ab.

Facebook und Google: Einigung mit Nine Entertainment

Vor dem Hintergrund des neuen Mediengesetzes in Australien haben Facebook und Google nun auch mit Nine Entertainment eine Einigung erzielt. Das australische Multimedia-Unternehmen teilte mit, dass es mit Google und Facebook mehrjährige Verträge über die Lieferung von Inhalten im Rahmen des neuen australischen Gesetzes für Nachrichtenmedien unterzeichnet habe. Der Deal beinhalte die Lieferung von Inhalten für Googles News Showcase für fünf Jahre und für eine ähnliche Facebook-Plattform für drei Jahre. In Australien müssen Internetplattformen nach einem von den US-Tech-Konzernen scharf kritisierten Mediengesetz seit Ende Februar für Inhalte zahlen, die Nutzer und Werbeeinnahmen auf ihre Plattformen bringen. Australien war das erste Land weltweit, das einen entsprechenden Kodex aufstellte. Rund um den Globus suchen Regierungen seit Jahren nach Wegen, um den Einfluss der US-Technologieriesen einzudämmen. Zuvor hatten Facebook und Google bereits Verträge mit Rupert Murdochs News Corp geschlossen.

Virusvarianten nach griechischem Alphabet benannt

Die Weltgesundheitsorganisation hat beschlossen, die einzelnen Varianten des Coronavirus nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Damit will die WHO vermeiden, dass Länder oder Regionen mit bestimmten Varianten in Verbindung gebracht und Menschen stigmatisiert werden. Nach dem neuen Schema heißt die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusmutante nun Alpha, die in Südafrika entdeckte Variante wird zu Beta, die brasilianische zu Gamma. Bei der sogenannten indischen Variante wird unterschieden zwischen einer besorgniserregenden, als Delta bezeichneten Mutante und einer weiteren, die nun Kappa heißt.

Ruhrfestspiele: Erste Aufführung mit Präsenz-Publikum

Bei den Anfang Mai gestarteten Ruhrfestspiele findet heute die erste Darbietung vor Präsenz-Publikum statt. In der Reihe "Neuer Zirkus" gibt es eine Show des Artistenduos «Revue Regret». In der rund einstündigen Veranstaltung in einem Zirkuszelt im Stadtgarten geht es unter dem Titel «Dear Doubts» um kleine und große Entscheidungen. Insgesamt dürfen am Abend rund 80 Zuschauerinnen und Zuschauer in das Zelt. Aufführungen vor leibhaftig anwesendem Publikum sind durch die stark gesunkenen Corona-Infektionszahlen und strenge Hygienekonzepte möglich geworden. Im Festspielhaus sind bis zu 250 Besucher zugelassen. Die am 1. Mai eröffneten Festspiele waren wegen der Pandemie bisher nur digital über die Bühne gegangen. Das Traditions-Bühnenfestival endet am 20. Juni.

Bonner Uni-Chef zum zweiten Mal Rektor des Jahres

Michael Hoch, der Rektor der Universität Bonn, wird zum zweiten Mal
in Folge Rektor des Jahres. Die Auszeichnung stammt vom Deutschen Hochschulverband, der den Preisträger per Umfrage unter seinen 33.000 Mitgliedern ermittelt. Mit dem Preis würdigt die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine vorbildliche Amtsführung. Dem Vorjahressieger bescheinigten 69 Prozent der Teilnehmenden, "die ideale Besetzung" im Führungsamt zu sein. Gewürdigt wurden Hochs "Führungsstärke" und "Innovationspotenzial", zugleich aber auch seine "hervorragende Kommunikationsfähigkeit" und "große Empathiefähigkeit". Das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro will der Biologe den Angaben zufolge für Projekte verwenden, die Studierenden die Rückkehr oder das baldige Ankommen an der Universität nach der Pandemie erleichtern sollen.

Unabhängiges russisches Nachrichtenportal gibt auf

Unter politischem Druck stellt eines der ältesten unabhängigen Nachrichtenportale Russlands seine Arbeit ein. "newsru.com" teilte mit, große Werbekunden hätten sich zurückgezogen. Nach 21 Jahren könne sich die Seite nun nicht mehr länger finanzieren. Man stelle die Arbeit aus wirtschaftlichen Gründen ein, aber hervorgerufen wurden diese durch die politische Situation in Russland, so die Redaktion. Seit dem Jahr 2000 informierte newsru.com über Themen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Das ursprünglich als Webseite der Fernsehgesellschaft NTW gegründete Portal wurde auch von vielen Journalistenkollegen als ausgewogenes Leitmedium geschätzt. Zuletzt erreichte newsru.com laut eigenen Angaben drei Millionen Menschen pro Monat.

Kultur-Verbände fordern Freilassung von Protassewitch

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und andere Einrichtungen haben per Petition die sofortige Freilassung des belarussischen Regimekritiker Roman Protassewitsch gefordert. Die Entführung des Bloggers und seiner Partnerin sei ein unfassbarer Eingriff in das Leben zweier junger Menschen und ein schwerer Verstoß gegen die Freiheit des Wortes, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Skipis, in Frankfurt. Unterstützt wird die Petition unter anderem vom PEN-Zentrum Deutschland, der Bildungsstätte Anne Frank und dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di. Die belarussischen Behörden hatten vor einer Woche einen Jet der Fluggesellschaft Ryanair zur Landung gebracht und den Regimekritiker Protassewitsch und dessen Partnerin Sofia Sapega festgenommen.

Volksgruppen in Namibia gegen Abkommen

Ein Verband von Häuptlingen der Volksgruppen der Herero und Nama hat ein von Deutschland vorgeschlagenes Abkommen abgelehnt. Die Bundesregierung wollte damit die Verbrechen der deutschen Kolonialmacht vor mehr als 100 Jahren im heutigen Namibia als Völkermord anerkennen. Die Häuptlinge fordern, dass die geplante Unterzeichnungszeremonie zwischen Deutschland und Namibia verschoben wird. Die von der Bundesregierung angebotenen Unterstützungszahlungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro über 30 Jahre seien inakzeptabel. Zwar begrüße der Rat der Häuptlinge die Anerkennung des Völkermords durch die Bundesregierung. Die Reparationsfrage müsse jedoch neu verhandelt werden. Der Rat der Häuptlinge ist eine von der namibischen Regierung anerkannte Institution.

Bayern resituiert Wopfner-Gemälde

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben das Gemälde "Fischerboote bei Frauenchiemsee" von Joseph Wopfner an die Erbengemeinschaft zurückgegeben. Wie die Sammlungen in München mitteilten, ist die Restitution bereits im Dezember 2019 geschehen. Eine persönliche Übergabe fand auf Wunsch der Erben pandemiebedingt nicht statt. Das Gemälde gehörte einst dem Nürnberger Spielwarenfabrikanten und Kunstsammler Abraham Adelsberger, der es gegen einen Kredit an seinen Schwiegersohn abgab. Dieser verkaufte es während der Juden-Verfolgung durch die Nazis wahrschenlich notgedrungen. 1942 wurde es für die NSDAP-Parteikanzlei erworben, nach dem Krieg ging es bayerisches Eigentum und damit in den Besitz der Staatsgemäldesammlungen über.

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Fazit

50. Art BaselEin nachgeholtes Jubiläum und mehr Ruhe
Auf zwei Holzbooten sind übergroße schwarz-weiß Porträts angebracht. (Art Basel)

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