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Kulturnachrichten

Montag, 13. Mai 2019

Israel will ESC-Fans Sicherheitsbedenken zu nehmen

Vor dem Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv bemüht sich Israel darum, Besuchern Sicherheitsbedenken zu nehmen. Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, sagte, dass militante Palästinenser die Großveranstaltung nutzen könnten, um Verunsicherung zu erzeugen. Er fügte aber hinzu: "Israel wird alles in seiner Macht Stehende tun, um solche Vorfälle zu verhindern." Vor einer Woche war es zum schlimmsten Gewaltausbruch aus dem Gazastreifen seit fünf Jahren gekommen. Der ESC mit Teilnehmern aus 41 Ländern läuft vom 14. bis 18. Mai in der Veranstaltungshalle Expo im Norden Tel Avivs. Zur Sicherung der musikalischen Europameisterschaft setzt Israel während der ganzen Woche rund 20 000 Polizisten ein.

Schweden ermittelt erneut gegen Julien Assange

Schwedische Staatsanwälte leiten erneut eine Voruntersuchung zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Es gebe noch immer den wahrscheinlichen Fall, dass Assange eine Vergewaltigung begangen habe, sagte die stellvertretende Direktorin für öffentliche Strafverfolgungen, Eva-Marie Persson. Eine neue Befragung sei notwendig und die Staatsanwaltschaft werde einen europäischen Haftbefehl ausstellen. Assange hatte im April die ecuadorianische Botschaft in London verlassen müssen, in der er seit Sommer 2012 aus Angst vor einer Auslieferung in die USA Zuflucht gesucht hatte. Zurzeit verbüßt Assange in London eine 50-wöchige Haftstrafe, weil er 2012 gegen Kautionsauflagen verstoßen hat.

Buchhandelsfusion von Mayerscher und Thalia möglich

Der Weg zur Fusion von Mayerscher Buchhandlung und Thalia ist endgültig frei. Nach dem Bundeskartellamt habe auch die österreichische Fusionskontrollbehörde dem Zusammenschluss zugestimmt, teilten die beiden Häuser in Aachen und Hagen mit. Es entstehe Europas bedeutendstes familiengeführtes Buchhandelsunternehmen mit rund 330 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich. Mayersche und Thalia hatten im Januar ihre Fusionspläne bekanntgegeben. In Konkurrenz zu Amazon und im Blick auf "veränderte Rahmenbedingungen" im Buchhandel seien Kooperationen für wirtschaftlichen Erfolg unverzichtbar, hieß es. Man wolle "die Stärken beider Unternehmen zum Nutzen der Kunden zusammenführen". Beide Marken blieben ohne Stellenabbau erhalten. Der Gesellschafterkreis, darunter die Freiburger Verlegerfamilie Herder, soll aus den bisherigen Eigentümerfamilien bestehen.

Erstes Halbfinale beim Eurovision Song Contest in Israel

Mit dem ersten Halbfinale beginnt am Abend in Tel Aviv der diesjährige Eurovision Song Contest (ESC). Musiker aus 17 Ländern treten im Kampf um zehn Plätze für das 64. ESC-Finale am kommenden Samstag gegeneinander an. Unter den Startern ist keines der Länder, die im Vorfeld zum engeren Favoritenkreis gehört. Zu den Favoriten zählen unter anderem die Niederlande, Schweden, Aserbaidschan und Russland. Deren Künstler treten am Donnerstag im zweiten Halbfinale auf. Das deutsche Duo S!sters muss sich nicht qualifizieren, da Deutschland als einer der fünf Hauptgeldgeber des internationalen Musikwettbewerbs für das Finale gesetzt ist. Weil die israelische Sängerin Netta mit dem Lied "Toy" im letzten Jahr den Wettbewerb gewonnen hat, ist Israel Gastgeber des Musikerwettstreits.

Kunststiftung zeichnet Kronleuchter aus Bobbycars aus

Der Entwurf für einen abstrakten Kronleuchter aus 99 Bobbycars in einer Großgarage in Halle ist von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden. Der Entwurf des Künstlerduos Birgit Bublak und Thomas Purgand setzte sich im Wettbewerb "Think Bauhaus" zum Bauhausjubiläum durch. Das Kunstwerk mit dem Titel "CarChandelier100" soll Ende August in der Großgarage Halle-Süd eingeweiht werden.

WDR-Wissenschaftsjournalistin erhält Friedrichs-Preis

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geht in diesem Jahr an die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim (31) von der WDR-Sendung "Quarks" und den Physiker Harald Lesch (58) vom ZDF ("Leschs Kosmos", "Terra X - Faszination Universum"). Laut Jury machen Nguyen-Kim und Lesch wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich, ordnen sie in gesellschaftliche und politische Debatten ein und beugen damit Desinformationen vor. Gleichzeitig würden beide mit ihren Youtube-Kanälen im Internet mit nachlesbaren Quellen und transparenten wissenschaftlichen Methoden arbeiten.

Facebook sperrt 23 Seiten mit Falschmeldungen

Knapp zwei Wochen vor der Europawahl hat das Online-Netzwerk Facebook 23 Seiten aus Italien gesperrt, die Falschmeldungen und Hass-Inhalte enthielten. Mehr als die Hälfte der Seiten unterstützte die rechtsnationale Lega-Partei und die europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung, die in Italien die Regierung bilden, wie das Online-Netzwerk Avaaz heute mitteilte. Insgesamt hatten die Facebook-Seiten mehr als 2,5 Millionen Follower. Avaaz zufolge zeigte ein Video angeblich Geflüchtete bei der Zerstörung eines Polizeiautos. Tatsächlich handele es sich jedoch um eine Szene aus einem Film.

Schauspielerin Doris Day ist tot

Die US-Filmschauspielerin und Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das berichten US-Medien unter Berufung auf die von Day gegründete Stiftung. In den 1950er und 60er Jahren war sie besonders bekannt für unschuldige Liebeskomödien mit Kollegen wie Cary Grant und Rock Hudson, außerdem spielte sie in Dramen und Musicals. Ihren größten Erfolg feierte sie 1953 an der Seite von Howard Keel mit dem Western-Musical "Schwere Colts in zarter Hand". Bis vor Kurzem sei die Darstellerin bei guter Gesundheit gewesen, bis sie zuletzt an einer schweren Lungenentzündung erkrankt war, erklärte ihre Stiftung.

Europäische Filmakademie zeichnet Werner Herzog aus

Regisseur Werner Herzog wird von der Europäischen Filmakademie (EFA) für sein Lebenswerk geehrt. Der Filmemacher soll im Dezember im Rahmen des Europäischen Filmpreises in Berlin ausgezeichnet werden. Herzog hat "mehr als 70 Spiel- und Dokumentarfilme geschrieben, inszeniert und produziert", schrieb die Akademie. In einigen seiner bekanntesten Filme spielt Klaus Kinski mit, zum Beispiel in "Aguirre, der Zorn Gottes" oder "Fitzcarraldo". Der 1942 in München geborene Filmregisseur und Produzent, Opernregisseur und Autor gilt als einer der Vertreter des Neuen Deutschen Films der Bundesrepublik der 60er und 70er Jahre.

Bistum Münster stellt Kirchenbücher online

Das Bistum Münster hat seine Kirchenbücher komplett online gestellt. Die sogenannten Matrikelbücher von 314 Pfarreien aus dem nordrhein-westfälischen Teil der Diözese seien jetzt im Portal "matricula" verfügbar. Die "Kerndaten eines Christenlebens" wie Tauf-, Trauungs- und Sterbedaten können so von Forschern und anderen Interessierten eingesehen werden. Schon jetzt hätten Nutzer mehr als 600.000 Mal auf das vor zwei Jahren gestartete Onlineangebot zugegriffen. Insgesamt umfasst das Online-Angebot laut Bistum rund 500.000 Seiten aus mehr als 6000 Kirchenbüchern.

Museum soll Namibischen Wappenpfeiler zurückgeben

Die Bundesregierung will offenbar einen Wappenpfeiler, die sogenannte Kreuzkap-Säule, aus dem Deutschen Historischen Museum (DHM) Berlin an Namibia zurückgeben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt laut DHM den Antrag. Insbesondere "in Anbetracht der moralischen Verantwortung zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte" sei es "angemessen", die Säule an die Republik Namibia zurückzugeben, so das DHM. Portugiesische Seefahrer hatten die 3,50 Meter hohe Säule 1486 aufgestellt. Als das Gebiet Teil der Kolonie "Deutsch-Südwest-Afrika" geworden war, wurde sie 1893 ins Deutsche Kaiserreich gebracht und gelangte über einige Umwege in die Sammlung des DHM.

Bibliothek lässt Leser zur Stromerzeugung strampeln

Ein in der Philologischen Bibliothek der Freien Universität Berlin installierter Fahrradergometer soll Lesern in Zukunft dauerhaft zur Verfügung stehen. In einer Testphase sei das Gerät sehr gut angenommen worden, teilte die Hochschule heute mit. Das rund 3500 Euro teure Rad erzeugt bei Bewegung Strom für Laptops und Handys. Gleichzeitig soll es nach anstrengender Lektüre die Konzentrationsfähigkeit der radelnden Leser steigern. Weltweit haben auch andere Universitäten inzwischen vergleichbare Räder. So können Studenten in Boston (USA), Lille (Frankreich) und Sofia (Bulgarien) in die Pedale treten.

Bildhauer Anatol Herzfeld gestorben

Der Bildhauer Anatol Herzfeld ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das hat die Stiftung Museumsinsel Hombroich in Nordrhein-Westfalen heute bestätigt. Mit Herzfeld starb vergangenen Freitag der letzte Künstler aus der Gründungsriege der Museumsinsel. Seine Skulpturen aus Holz, Stein und Eisen prägen die Museumsinsel. Viermal nahm er an der Documenta teil. Herzfeld war gelernter Schmied, bevor er Polizist wurde und sich dann entschied, Kunst zu studieren. 1973 nahm er an den Studentenprotesten Teil, die sich gegen den Rausschmiss des Hochschulprofessors Joseph Beuys aus der Düsseldorfer Kunstakademie richteten. Die sogenannte "Heimholung", bei der Herzfeld seinen Lehrer Beuys mit einem Paddelboot auf das andere Ufer des Rheins übersetzte, ging als mythenumwobene Fluxus-Aktion in die deutsche Kunstgeschichte ein.

Geheimhaltung bei "Game of Thrones" auf deutsch

Schauspieler und Synchronsprecher Manou Lubowski, der in "Game of Thrones" die deutsche Stimme von Jaime Lennister spricht, bezeichnet die Sicherheitsvorkehrungen bei der letzten Staffel als extrem. Damit der Inhalt der Folgen nicht vorab bekannt wird, habe er sein Handy abgeben müssen. Die Szenen, die er synchronisieren musste, waren oft geschwärzt, teilweise waren nur die Münder der Charaktere zu sehen. Der Münchner, der "Klößchen" im Hörspiel "TKKG" spricht und durch die Seifenoper "Verbotene Liebe" bekannt wurde, spricht die Rolle des Jaime Lennister seit 2011. Er habe die Serie nach eigenen Angaben in den ersten Jahren nie gesehen und sei etwas traurig, dass die Kultreihe am kommenden Montag nach der achten Staffel zu Ende geht.

Familienministerin Giffey würdigt 72-Stunden-Aktion

Seen reinigen, Gärten anpflanzen oder die Erste-Hilfe-Kenntnisse von Passanten auffrischen – In einer 72-Stunden-Aktion will der Bund der Deutschen Katholischen Jugend vom 23. bis zum 26. Mai deutschlandweit gemeinnützige Arbeit leisten. Bundesfamilienministerin Giffey hat dafür nun die Schirmherrschaft übernommen. Die Jugendlichen setzten mit ihrem Engagement ein Zeichen für Solidarität, so die Ministerin. Bei der 72-Stunden-Aktion unter dem Motto "Uns schickt der Himmel" sind laut BDKJ mindestens 80.000 Teilnehmer dabei.

ESC-Hymne als orientalisches Arrangement präsentiert

Das Israelische Philharmonieorchester hat zum 64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv eine besondere Version der ESC-Fanfare gespielt. Sie verbindet die klassische Barockmelodie "Te Deum" mit orientalischen und Klezmer-Elementen. Der israelische Sender Kan veröffentlichte dazu vor dem Wettbewerb bei Twitter ein Video, das sich schnell in den sozialen Medien verbreitete. Der ESC-Wettbewerb wird vom 14. bis 18. Mai in Tel Aviv ausgetragen. Aus Deutschland ist das Duo S!sters angereist.

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