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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 22.12.2016

Irmgard SchwaetzerPolitikerin im Geist des Evangeliums

Irmgard Schwaetzer im Gespräch mit Katrin Heise

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Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer und neue Präses der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), aufgenommen am 02.05.2015 während einer Pressekonferenz am Rande der 12. EKD-Synode in Würzburg (Bayern). (dpa / picture alliance / Daniel Karmann)
Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer (dpa / picture alliance / Daniel Karmann)

"Wenn man in einer Demokratie leben will, kann dies nur gelingen, wenn sich die Menschen engagieren", dieser Satz ihres Vaters hat Irmgard Schwaetzer geprägt. 1942 geboren, wuchs sie in einem protestantischen Elternhaus auf. Ihr aktiver Glaube und ihr gesellschaftspolitisches Engagement haben ihr Leben bestimmt.

In den vergangenen zwei Jahren habe sie sehr intensiv wahrgenommen, wie Menschen in Deutschland für einander einstünden, sagte Irmgard Schwaetzer.

"Vielfach kommt es in der öffentlichen Berichterstattung nicht so zum Ausdruck, wie viele Menschen sich auch sehr persönlich, nicht nur mit Geld, für Flüchtlinge und auch für Obdachlose in unserer Gesellschaft engagieren. Ich nehme wahr, dass das Bedürfnis, aus sich selbst heraus auch auf den Nächsten zu gucken, sehr präsent in unserer Gesellschaft ist. Das gibt mir Hoffnung."

Irmgard Schwaetzer ist seit 2013 Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Auch in diesem Kirchenparlament setzt sie gesellschaftspolitische Akzente; sie engagiert sich für eine offene Flüchtlingsarbeit und ist gerade von einer ersten gemeinsamen Pilgerfahrt von evangelischen und katholischen Würdenträgern nach Israel und in die Palästinensergebiete zurückgekehrt.

Arbeiten an der Ökumene

Die Reise habe gezeigt, wie weit das Vertrauen zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland gewachsen sei, sagte Schwaetzer.

"Wir haben darauf gesetzt, dass diese Reise dazu führen kann, dass man in den grundsätzlichen Übereinstimmungen - wie dem grundsätzlichen Lesen des Neuen Testamentes und in den Traditionen, die in der katholischen Kirche stärker gelebt werden als in der evangelischen Kirche - zu Sichtweisen gelangen kann, die nicht mehr kirchentrennend wirken. Da waren mehrere Punkte, von denen ich wahrgenommen habe, dass sie die Ökumene weiterbringen können. Wir müssen noch was draus machen, das steht noch vor uns." 

Die studierte Pharmazeutin ist seit 1975 Mitglied in der FPD. 1980 zog sie in den Bundestag ein und schon zwei Jahre später übernahm sie als erste Frau überhaupt in einer bundesdeutschen Partei das Amt der Generalsekretärin. Von 1991 bis 1994 war sie Bundesbauministerin.

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