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Interview / Archiv | Beitrag vom 15.01.2019

Iris Berben über Frauenrollen im Film"Da ist noch mal eine Tür geöffnet worden"

Moderation: Stephan Karkowsky

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Schauspielerin Iris Berben posiert bei der Eröffnung des 40. Filmfestivals Max Ophüls Preis startet am 14.1.2019 (14.01.2019) im Saarbrücker Cinestar (imago / Becker&Bredel)
Die Schauspielerin Iris Berben sagt: "Provozieren finde ich gut, Neuland finde ich gut." (imago / Becker&Bredel)

"Da tut sich gerade was", sagt die Schauspielerin Iris Berben über die Wahrnehmung von Frauen im Filmgeschäft. Berben wurde am Montag für ihre Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film auf dem Max-Ophüls-Festival ausgezeichnet.

Sie lebe in einer Zeit, in der auch im Film Frauenfiguren im Vordergrund stehen können. Vor 20 Jahren hätte es diese Möglichkeit, in starken weiblichen Rollen aufzutreten, noch nicht gegeben, sagte die Schauspielerin Iris Berben im Deutschlandfunk Kultur. Als Beispiele nannte sie die ZDF-Serien "Die Protokollantin" oder "Bad Banks".

"Da ist noch mal 'ne Tür geöffnet worden – für Frauenrollen, für Figuren, für sehr wahrhaftige Figuren. Da tut sich gerade was", so die 68-jährige Berben. Die Schaupielerin war am Montagabend auf dem Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken für ihre Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film ausgezeichnet worden. Berben ist auch Präsidentin der Deutschen Filmakademie und Jurypräsidentin des Deutschen Filmpreises, der die "Lolas" vergibt.

"Nicht ausgrenzen, sondern mitnehmen"

Sie selbst könne sich noch an die "radikalen Vorstellungen" der 1960er- und 70er-Jahre erinnern, als von vielen Frauen die Meinung vertreten worden sei, man könne nur mit Regisseurinnen und Kamerafrauen arbeiten. Das sei ihr Thema aber nie gewesen. Vielmehr habe sie immer das Gefühl gehabt, "wir können das nur gemeinsam stemmen, nicht ausgrenzen, sondern mitnehmen". Durch die MeToo-Debatte habe sich diese Thematik nun wieder verschärft. 

Berben betonte, dass sie jeder Filmstoff interessiere, der sie emotional angehe: "Es muss etwas einfach emotional mit mir passieren. Es muss mich jemand emotional an einer Ecke knicken, die gut tut oder die weh tut, aber die etwas mit mir macht, wo ich sage 'So habe ich das noch nicht gesehen'."

Auch für schwarzen und schrägen Humor könne sie sich begeistern. "Provozieren finde ich gut, Neuland finde ich gut", so die Schauspielerin.

(huc)

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