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Kulturnachrichten

Montag, 12. Oktober 2015

Iranische Verlage trotz offizieller Absage in Frankfurt

Vom Iran verfemter Salman Rushdie tritt bei Buchmesse auf

Trotz der offiziellen Absage Irans wegen der Anwesenheit des Schriftstellers Salman Rushdie wollen etwa zehn iranische Verleger zur Frankfurter Buchmesse anreisen. Das kündigte eine Messe-Sprecherin heute an. Das iranische Kulturministerium hatte am Donnerstag seine Teilnahme mit der Begründung abgesagt, Rushdie sei wegen seiner "Islam-beleidigenden Bücher" in der muslimischen Welt verhasst. Nach weiteren Gesprächen sei am Freitagabend das endgültige Nein aus Teheran gekommen, hieß es bei der Messe. Rushdie, der sich auch in seinem neuen Buch mit religiösem Fanatismus befasst, ist Gastredner bei der morgigen Auftakt-Pressekonferenz. Radikale Muslime hatten seinen Roman "Die satanischen Verse" als gotteslästerlich empfunden und 1989 ein Todesurteil über ihn verhängt.

Farb-Attacke bei Buchvorstellung in Mumbai

Angriffs-Serie auf indische Autoren und Künstler

In Indien haben Mitglieder der rechten Partei Shiv Sena einen der Organisatoren einer Buchvorstellung mit schwarzer Farbe beworfen. Die Angreifer hätten ihn als "anti-national" bezeichnet, weil er das Buch eines früheren Ministers des Erzfeindes Pakistan präsentieren wollte, erklärte Sudheendra Kulkarni in Mumbai. Die Attacke reiht sich ein in eine ganze Serie von Angriffen auf Schriftsteller und Künstler in Indien. Viele Intellektuelle beklagen, die kulturelle Vielfalt des Subkontinents sei unter der hindu-nationalistischen Regierung von Premierminister Narendra Modi bedroht. Immer mehr setze sich eine Hindu-Monokultur durch. Mehr als ein Dutzend Autoren haben deswegen in den vergangenen Tagen die höchste staatliche literarische Auszeichnung, den Sahitya Akademi Award, zurückgegeben.

Immer mehr Internetnutzer in Deutschland

ARD/ZDF-Studie sieht 80 Prozent der Deutschen regelmäßig im Netz

Die Anzahl der täglichen Internetnutzer in Deutschland und derjenigen, die auch unterwegs das Netz nutzen, hat 2015 zugenommen. Das ergab die jährliche Onlinestudie von ARD und ZDF, die heute veröffentlicht wurde. Auch die Nutzung von Video-, Fernseh- und Audioangeboten stieg der Untersuchung zufolge an. Für sie wurden 1.800 Erwachsene befragt. Dagegen nimmt die gesamte Internetverbreitung nur noch minimal zu: 2015 verfügten 79,5 Prozent der Deutschen über einen Internetzugang, das sind 56,1 Millionen Personen ab 14 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr beträgt die Steigerung nur noch 0,4 Prozent. Die Anzahl derer, die das Internet täglich nutzen, ist 2015 um 3,5 auf 44,5 Millionen gestiegen. Zugenommen hat auch die Unterwegs-Nutzung: Mittlerweile greifen 30,7 Millionen Menschen auf Netzinhalte zu, das sind 3,2 Millionen oder fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Restauratoren-Konferenz in Berlin

Forscher tauschen Techniken aus

Fast 500 Restauratoren aus 27 Ländern lernen in Berlin neue Techniken für ihre Arbeit mit alten Kulturgütern. Bis zum Freitag sind sie zu Gast beim 13. "Kongress der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren" (IADA) in der Berliner Staatsbibliothek. Bei 70 Vorträgen sollen die Forscher etwa lernen, wie sie die Pflanzentinten in mittelalterlichen Schriften analysieren und DNA-Techniken für Pergament-Untersuchungen nutzen können. Der Restauratoren-Kongress findet seit 1967 alle vier Jahre in wechselnden Städten statt.

Bauarbeiten auf Festivalgelände Ferropolis beendet

Neues Backstage-Gebäude wird heute eröffnet

Nach knapp fünf Jahren sind die Bauarbeiten auf dem Festivalgelände in Ferropolis bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt beendet. Heute will Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die letzte große Baumaßnahme, das neue Backstage-Gebäude für die Künstler, eröffnen, wie die Ferropolis GmbH mitteilte. Rund 4,3 Millionen Euro investierten unter anderem das Land und die EU in die Umbauarbeiten. Unter anderem entstanden neue Fluchtwege, Toiletten, Duschen und unterirdische Abwasserbehälter. Jährlich strömen Zehntausende Besucher auf das Gelände des ehemaligen Tagebaus zu Festivals wie dem "Melt!".

"Danke-Konzert" in München

Musiker spielen kostenlos für Flüchtlingshelfer

In München haben sich gestern prominente Musiker mit einem kostenlosen Konzert bei ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern bedankt. Zum Auftritt von Herbert Grönemeyer, Sportfreunde Stiller, Fettes Brot und anderen kamen 24.000 Menschen. Auch Flüchtlinge waren dazu eingeladen. Münchens Oberbürgermeister Reiter sagte zum Auftakt, die bayerische Landeshauptstadt werde weiter ein freundliches Gesicht zeigen. Er sei glücklich, die Flüchtlinge in München sicher und in Freiheit zu sehen. Die Stadt München hatte im September einen beispiellosen Ansturm von Flüchtlingen erlebt, die vor allem am Hauptbahnhof ankamen und von dort auf Unterkünfte verteilt wurden. Hunderte Freiwillige standen rund um die Uhr bereit, um die Menschen mit Decken, Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Auch im restlichen Bayern waren unzählige Ehrenamtliche pausenlos im Einsatz.

Entscheidung beim Deutschen Buchpreis

Sieger wird am Abend in Frankfurt am Main gekürt

Der beste deutschsprachige Roman des Jahres wird unter sechs Autoren entschieden: drei Männern und drei Frauen. Auf der Shortlist stehen: Jenny Erpenbeck („Gehen, ging, gegangen"), Rolf Lappert („Über den Winter"), Inger-Maria Mahlke („Wie Ihr wollt"), Ulrich Peltzer („Das bessere Leben"), Monique Schwitter („Eins im Andern") und Frank Witzel („Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"). Favorisiert sind die Bücher von Erpenbeck und Peltzer, die beide politische Gegenwartsromane vorgelegt haben. Erpenbeck beschreibt, wie ein pensionierter Professor in Berlin afrikanischen Flüchtlinge begegnet und sich für die Gruppe engagiert. Peltzer widmet sich der hochglobalisierten Welt am Beispiel eines Managers, der auf einen zwielichtigen Geschäftemacher trifft. Der Deutsche Buchpreis wurde 2005 erstmals vergeben. Er gilt als wichtigste Auszeichnung der Branche.

Bundesgartenschau endet mit Defizit und weniger Gästen

Veranstalter trotzdem zufrieden

In den vergangenen 177 Tagen hatten etwas mehr als 1,05 Million Besucher die Bundesgartenschau der Havelregion besucht. Das teilten die Veranstalter in Havelberg mit. Damit blieb sie deutlich unter der erwarteten Marke von 1,5 Millionen Gästen. Dadurch sei ein Defizit von rund zehn Millionen Euro entstanden. Die Buga wurde erstmals nicht an einem, sondern an fünf Orten entlang der Havel veranstaltet. Diese Orte hatten rund 35 Millionen Euro investiert und zeigten sich trotz des Defizits zufrieden: Die Region sei bekannter geworden und zusammengewachsen. Es seien mindestens 100 Millionen Euro an Investitionen in die Region geflossen und die Unterkünfte seien ausgebucht gewesen.

Neuseeländer gewinnt Bach/Liszt-Orgelwettbewerb

Deutsche Organistin Anna-Victoria Baltrusch belegt zweiten Platz

Der Organist Thomas Gaynor aus Neuseeland hat den internationalen Bach/Liszt-Orgelwettbewerb Erfurt-Weimar gewonnen. Die Jury habe ihm den mit 12 000 Euro dotierten 1. Preis zuerkannt, teilte die Weimarer Hochschule für Musik mit. Gaynor arbeite derzeit an der Eastman School of Music in Rochester in New York (USA) an seinem Doktortitel und habe sich schon bei anderen Wettbewerben einen Namen gemacht. Insgesamt waren den Angaben nach 18 Organisten aus elf Ländern zum diesjährigen Wettbewerb eingeladen.

Büste von Claudio Abbado enthüllt

Sie ist in der Berliner Philharmonie zu sehen

Eine Bronzebüste des ehemaligen Chefdirigenten Claudio Abbado (1933-2014) ist im Foyer der Berliner Philharmonie enthüllt worden. Der Italiener war 1989 als Nachfolger des legendären Herbert von Karajan an die Spitze der Philharmoniker gewählt worden und blieb bis 2002 Chefdirigent. Danach war er jedes Jahr in Berlin zu Gast. Sein Auftritt galt als ein Höhepunkt der Philharmoniker-Saison. Die Bronzebüste wurde von Bertrand Freiesleben geschaffen. Ab Anfang November soll sie in der Galerie im Südfoyer der Philharmonie stehen, wo alle ehemaligen Künstlerischen Leiter des Orchesters versammelt sind.

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Fazit

Jonathan Meese in MünchenDie Odyssee des Meese
12.11.2018, Bayern, München: Jonathan Meese, Maler und Aktionskünstler, spiegelt sich bei einem Interviewtermin in dem noch geschlossenen Ausstellungsraum der Ausstellung "Die Irrfahrten des Meese" in einem Schaukasten. Die Ausstellung in der Neuen Pinakothek, zeigt Werke aus 25 Jahren und startet am 14.11.2018 (picture alliance / dpa / Lino Mirgeler)

Zehn Jahre hat Aktionskünstler Jonathan Meese in keinem Museum ausgestellt. Er selbst bezeichnet sich als "Prophet der Diktatur der Kunst", für seine Hitlergrüße musste er sich immer wieder vor Gericht verantworten. Meese bleibt ein radikaler Verfechter der künstlerischen Freiheit.Mehr

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