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Montag, 24.09.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 16. September 2018

Iran schickt Gesellschaftsdrama ins Oscar-Rennen

"No Date, No Signature" von Vahid Jalilvand

Der Iran schickt das Gesellschaftsdrama "No Date, No Signature" (deutscher Titel: "Ohne Datum und Unterschrift") von Regisseur Vahid Jalilvand ins Oscar-Rennen. Die im Iran für die Auswahl zuständige Cinema-Stiftung Farabi reichte den Film für die Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" ein. Er hatte im vergangenen Jahr bereits mehrere nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, unter anderem bei den Filmfestspielen in Venedig. Der Film handelt von einem Gerichtsmediziner, der in einen Unfall mit einem Motoradfahrer und dessen kleinen Sohn verwickelt wird. Der Film steht im Herbst beim Filmfest Hamburg auf den Programm. Die fünf nominierten Filme für den Auslands-Oscar wird die Academy am 22. Januar 2019 bekanntgeben.

Farrellys "Green Book" gewinnt beim Filmfest in Toronto

Der zweite Platz geht an "If Beale Street Could Talk" von Regisseur Barry Jenkins

Die Filmbiografie "Green Book" von Regisseur Peter Farrelly ist der Siegerfilm des 43. Toronto International Film Festival. Das Drama mit Mahershala Ali und Viggo Mortensen in den Hauptrollen begeisterte das Publikum der kanadischen Metropole, das traditionell an Stelle einer Jury den Gewinner wählt. Der zweite Platz geht an "If Beale Street Could Talk" von Regisseur Barry Jenkins.

Game of Thrones: Favorit bei den Emmy Awards

Netflix hat in diesem Jahr mit insgesamt 112 Nominierungen die Nase vorn

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" geht mit 22 Nominierungen als Favorit in die Verleihung der US-Fernsehpreise Emmys in Los Angeles. Die Erfolgsserie ist unter anderem in der Kategorie "Beste Dramaserie" nominiert. Dort konkurriert sie mit dem letztjährigen Gewinner: "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd". Die Serie "Westworld" und die Kult-Satire-Show "Saturday Night Live" sind in jeweils 21 Kategorien nominiert. "Game of Thrones" hat in den vergangenen Jahren bereits 45 Emmys gewonnen. Der Streaming-Dienst Netflix hat in diesem Jahr mit insgesamt 112 Nominierungen die Nase vorn. Er überholte damit HBO, der 108 Nominierungen zählt, und NBC mit 78 Nominierungen.

Rekordsaison für Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

86.000 Gäste zog das dreimonatige Klassikfestival an

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern haben den Musiksommer 2018 mit einem neuen Besucherrekord abgeschlossen. Zu den 150 Konzerten an 86 Orten seien gut 86.000 Gäste gekommen, teilte Intendant Markus Fein mit. Den Schlussakkord in dem dreimonatigen Klassikfestival im Nordosten setzten die NDR Radiophilharmonie unter Leitung von Andrew Manze und der Pianist Igor Levit in der Wismarer Georgenkirche. Der Pianist Levit gastiert als einer der früheren Gewinner im Nachwuchswettbewerb "Junge Elite" regelmäßig bei den "Festspielen Mecklenburg-Vorpommern".

#MeToo: Jan Fabre lässt Vorwürfe dementieren

20 ehemalige Tänzer und Auszubildende hatten ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen

Der Anwalt des belgischen Allround-Künstlers Jan Fabre hat Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen seinen Mandanten zurückgewiesen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Fabre sei schockiert von den Vorwürfen und bestreite sie, erklärte sein Anwalt demnach am Sonntag. Es handle sich um eine "orchestrierte Aktion". 20 ehemalige Tänzer und Auszubildende hatten Fabre in der vergangenen Woche in einem offenen Brief sexuelle Belästigung in seinem Antwerpener Theater- und Tanzlabor "Troubleyn" vorgeworfen. Fabre habe sich oft abfällig und sexistisch über weibliche Darstellerinnen geäußert. Die Staatsanwaltschaft Antwerpen leitete Ermittlungen ein.

Historiker Rudolf Schieffer mit 71 Jahren gestorben

Er galt als Spezialist für die Karolingerzeit

Der Historiker Rudolf Schieffer ist am Freitag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. Das teilte das Institut Monumenta Germaniae Historica mit, dessen Präsident Schieffer von 1994 bis 2012 war. Schieffers wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte waren die politische Geschichte sowie die Kirchen- und Rechtsgeschichte von der Spätantike bis zum Hochmittelalter, die Quellenkunde und die Textedition. Er galt als Spezialist für die Karolingerzeit. Neben der Tätigkeit für das Institut war er Professor für Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schieffer lehrte zuvor von 1980 bis 1994 als Professor für Mittelalterliche und Neuere Geschichte an der Universität Bonn. Zu seinen Veröffentlichungen zählen die Abhandlungen "Papst Gregor VII. Kirchenreform und Investiturstreit" (2010) und "Christianisierung und Reichsbildungen. Europa 700-1200" (1981).

Kulturrat für geplantes Mauerbau-Kunstprojekt "DAU"

Verteidigung gegen Kritik

Der Deutsche Kulturrat hat das geplante Mauerbau-Kunstprojekt "DAU" in Berlin gegen Kritik verteidigt. Eine Stadt, die gefühlt jede zweite Woche für irgendein Event teilweise abgesperrt werde, würde auch das 'DAU'-Projekt verkraften, erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Zimmermann, heute. Bei dem Kunstexperiment sollen Besucher die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Dafür soll vom 12. Oktober an für knapp vier Wochen ein Areal an der Straße Unter den Linden nach dem Vorbild der Berliner Mauer eingemauert werden. Um in den eingemauerten Bereich zu gelangen müssen Gäste ein Visum beantragen und ihr Handy abgeben. Die Berliner Behörden entscheiden bis zum 28. September über "DAU". Bereits gestern hatten sich zahlreiche Prominente für das Projekt ausgesprochen. Widerstand gibt es unter anderem von früheren DDR-Bürgerrechtlern und der Kirche.

Palästinenser-Ausstellung löst Kontroverse aus

Kritik an geplanter Ausstellung in Stuttgart

Eine Ausstellung in Stuttgarts Haus der Katholischen Kirche über die Lage der Palästinenser hat eine Kontroverse ausgelöst. Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Blume kritisierte, die Schau "Nakba" - auf deutsch "Katastrophe", stelle die Geschichte im Nahen Osten nur einseitig dar. Der Nahostkonflikt werde dadurch möglicherweise angeheizt. Die Leitung des Hauses verteidigte das Ausstellungskonzept damit, dass die Perspektive der Palästinenser in Deutschland nur selten erzählt werde. Außerdem stehe die Ausstellung in einem Gesamtkontext: Im November sei im Stuttgarter Rathaus eine Schau geplant, die die Staatsgründung Israels aus israelischer Perspektive veranschauliche. Bereits am Freitag hatte die Deutsch-Israelische Gesellschaft der Region gegen die Schau protestiert, sie schüre antisemitische Ressentiments.

Bundesverdienstkreuz für Terre-des-Hommes-Gründer

Bundesrepublik würdigt Lutz Beisel

Der Gründer von Terre des Hommes Deutschland, Lutz Beisel, hat das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Damit würdige die Bundesrepublik seinen Einsatz für Kinder in Not und sein jahrzehntelanges bürgerschaftliches Engagement für Humanität und Menschenrechte, teilte die Kinderhilfeorganisation in Osnabrück mit. Die Verleihung fand in Beisels Heimatort Tuttlingen in Baden-Württemberg statt. Lutz Beisel hatte am 8. Januar 1967 in einer Stuttgarter Waldorfschule zur Hilfe für kriegsverletzte vietnamesische Kinder aufgerufen. Aus dieser spontanen Hilfsaktion entstand der deutsche Zweig des Kinderhilfswerks Terre des Hommes. Heute betreut der 80-Jährige gemeinsam mit seiner Frau eine 13-köpfige syrische Flüchtlingsfamilie und ist Mitglied im Stiftungsrat der Gemeinschaftsstiftung Terre des Hommes.

Alte Sphinx in Ägypten entdeckt

Spektakulärer Fund

Archäologen haben in der südägyptischen Stadt Aswan eine Statue eines Löwen mit Menschenkopf entdeckt. Die Sphinx aus Sandstein sei im Tempel von Kom Ombo bei Arbeiten zum Schutz vor Grundwasser gefunden worden, berichtete das Ministerium für Altertümer. Die Statue entstamme wahrscheinlich der ptolemäischen Zeit, heißt es vom Obersten Rat für Altertümer. Die ptolemäische Dynastie beherrschte Ägypten von etwa 320 bis etwa 30 vor Christus. Ägypten hofft, dass derartige Entdeckungen Touristen ins Land locken.

Jewish Places in Deutschland

Interaktive Karte zur jüdischen Spurensuche

Bei der Spurensuche nach jüdischem Leben in ganz Deutschland hilft seit dem Wochenende eine interaktive Karte im Internet. Die Online-Plattform Jewish Places (https://www.jewish-places.de/) sammelt Geschichten über jüdische Orte und Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart. In den vergangenen drei Jahren entstanden bereits in Zusammenarbeit mit bundesweiten Kooperationspartnern mehr als 8500 aktuelle und historische Daten für diese Karte, wie das Jüdische Museum Berlin heute mitteilte. Über die Seite findet man Synagogen, Kunstgalerien oder Friedhöfe - vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart - unter anderem findet man hier den früheren Salon der Schriftstellerin Rahel Varnhagen (1771-1833) in Berlin inklusive Fotos, Infos und weiterführender Links. Darüber hinaus können sich Nutzer selbst auf die Spuren jüdischen Lebens begeben und eigene Texte, Fotos und Videos teilen.

Humboldt-Uni stimmt über katholisches Institut ab

Projektabstimmung des Akademischen Senats am Dienstag

Die Einrichtung eines Instituts für Katholische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität kommt voran. Am Dienstag stimmt der Akademische Senat der HU über das Projekt ab. Dessen Einverständnis gilt als sicher. Dem Senat gehören Vertreter von Forschung und Lehre, Hochschulmitarbeitern sowie Studierenden an. Falls der Akademische Senat die Einrichtung empfiehlt, entscheidet das HU-Kuratorium über den Aufbau. Dem Aufsichtsgremium gehören Vertreter von Politik und Gesellschaft an, die nicht an der HU tätig sind, unter ihnen der Regierende Bürgermeister Müller. Das Institut soll zum Wintersemester 2019/20 seinen Lehrbetrieb aufnehmen. Nach den Planungen werden zwei katholische Professuren von der Freien Universität Berlin an die HU verlagert und um drei weitere ergänzt. Mit der Guardini-Stiftungsprofessur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung umfasst das Institut dann sechs Professuren.

Frau gewinnt ARD-Musikwettbewerb im Fach Trompete

Preis in dieser Kategorie erstmals an Frau verliehen

Die 20-jährige Österreicherin Selina Ott hat als erste Frau den ARD-Musikwettbewerb im Fach Trompete gewonnen. Sie setzte sich in der Münchner Residenz gegen Célestin Guérin aus Frankreich und Mihály Könyves-Tóth aus Ungarn durch. Nach Angaben der Veranstalter hatten sich im Finale alle drei für das Konzert Nr. 2 des französischen Komponisten André Jolivet entschieden. Sie hoffe, das ihr Sieg viele Frauen ermutige in der Trompetenwelt mutig vorzutreten, sagte Ott nach der Verleihung. Das passiere noch viel zu wenig. Der mit 10 000 Euro dotierte erste Preis im Fach Trompete zählt zu den renommierten Auszeichnungen der Musikwelt. Der Wettbewerb findet bereits seit 1952 statt. Jedes Jahr werden Preise in 21 Fächern verliehen.

Erkrankter Pussy Riot-Aktivist offenbar in Berlin

Pjotr Wersilow wurde nach mutmaßlicher Vergiftung in Moskau behandelt

Ein Mitglied der russischen Künstlergruppe Pussy Riot soll nach einer mutmaßlichen Vergiftung in Deutschland weiterbehandelt werden. Die Aktivistin Maria Aljochina sagte am Samstag, dass ihr Kollege Pjotr Wersilow nach Berlin geflogen werden soll. Ihre Kollegin Nadeschda Tolokonnikowa veröffentlichte später Tweets, die offenbar die Ankunft in Berlin zeigen. Die Internetzeitung Meduza berichtete, dass ein Arzt, der mit Wersilows Vater befreundet ist, eine Behandlung in Deutschland empfohlen habe. In welcher Klinik die Behandlung erfolgt, wurde nicht bekannt. Wersilow hatte am Dienstag bei einer Gerichtsanhörung sein Seh- und Sprechvermögen verloren und war seitdem auf der Intensivstation in einem Moskauer Krankenhaus behandelt worden. Aktivistin Maria Aljochina sagte, sie gehe davon aus, dass Wersilow aus politischen Motiven vergiftet wurde.

Fotobuchverleger Hannes Wanderer gestorben

Sein Ein-Mann-Verlag Peperoni Books genoss großes Renommee

Der Fotograf, Fotobuchverleger und Buchhändler Hannes Wanderer ist tot. Das berichtet das Online-Kulturmagazin Perlentaucher. Wanderer gründete 2004 seinen Verlag Peperoni Books und genoss bald weltweites Renommee. 2008 eröffnete er seinen Fotobuchladen "25 Books" in Berlin. In seine Liste der aktuell 25 maßgeblichen Bücher aufgenommen zu werden, galt in der Branche als Ritterschlag. Er arbeitete auch als Dozent an der Rodchenko School in Moskau und der Hartford Art School. Hannes Wanderer starb bereits am 11. September im Alter von 60 Jahren.

Prominente setzen sich für Kunstprojekt DAU ein

Offener Brief von Kunst- und Kulturschaffenden

Das umstrittene Kunstprojekt "DAU" erhält Unterstützung. In einem offenen Brief sprachen sich unter anderem die Schauspielerinnen und Schauspieler Iris Berben, Veronica Ferres, Lars Eidinger und Tom Schilling für die Realisierung aus. Auch die Regisseure Sönke Wortmann und Leander Haußmann sowie die Modemacher Guido Maria Kretschmer und Michael Michalsky haben eine Resolution unterzeichnet. Darin heißt es wörtlich: "Dieses Experiment abzublasen, organisiert und akribisch vorbereitet von Spezialisten, mit denen die Stadt bei anderen Großveranstaltungen bisher gute Erfahrungen gemacht hat, wäre eine paranoide Kleinmütigkeit, die nicht zu Berlin passt." Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky soll vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekomplex am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden. Die Veranstalter bezeichnen das Projekt als Sozialexperiment, bei dem Besucher unter anderem die Erfahrung von Freiheitsverlust und dem Leben in einem totalitären System machen können.

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