Seit 18:30 Uhr Hörspiel

Sonntag, 21.04.2019
 
Seit 18:30 Uhr Hörspiel

Interview | Beitrag vom 27.02.2019

"Internet für alle" aus dem WeltallNeue Impulse für die Raumfahrt

Sabine Klinkner im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Beitrag hören Podcast abonnieren
Eine künstlerische Darstellung zeigt die geplante Riesenkonstellation der OneWeb-Satelliten. (Airbus)
Das Internet der Zukunft? Die geplante Riesenkonstellation der OneWeb-Satelliten (Airbus)

"Internet für alle" per Satellit ist das Ziel: Mit einer Sojus-Rakete starten jetzt die ersten zehn Mini-Satelliten. Sorge bereitet der Satellitenexpertin Sabine Klinkner der entstehende Weltraummüll.

Nicht überall auf der Welt gibt es Internet und auch nicht jeder kann sich einen Zugang leisten. Das soll sich nun ändern: Eine Sojus-Rakete bringt die ersten Satelliten von One Web in den Weltraum. Das Gemeinschaftsprojekt mit Airbus arbeitet an einem "Internet für Alle".

Frage der Kosten

Das Projekt klinge sehr verlockend und sehr einfach, aber es bleibe letztlich eine Kostenfrage, sagte Sabine Klinkner, Professorin am Lehrstuhl für Satellitentechnik der Universität Stuttgart im Deutschlandfunk Kultur. Es sei deshalb eine Abwägung, ob man das Breitband irdisch ausbaue oder aus dem Weltall den Internetzugang ermögliche. "Das ist letztendlich eine Kosten-Nutzen-Abwägung", sagte die Expertin. Die Frage sei, wo die Kosten entstünden und wer sie dann trage.

Den größten Vorteil bei dem Projekt sehe sie darin, dass es völlig neue Impulse für die Raumfahrt gebe. Es würden plötzlich ganz andere Aspekte beim Einsatz von Satelliten betrachtet.

Vermüllung als Gefahr

Sorge bereitet Klinkner allerdings der Weltraummüll. Sie sehe als größtes Problem, dass die Mini-Satelliten weder selbständig wieder in die Erdatmosphäre eintreten könne, noch von selbst verglühen oder sich selbst entsorgen. Sie müssten deshalb wieder aktiv entfernt werden. Da es aber kein international gültiges Weltraumrecht gebe, könne das nicht erzwungen werden. "Das sehe ich tatsächlich als großes Risiko." Deshalb müsse sichergestellt werden, dass die Satelliten auch wieder entsorgt würden.

(gem)

  

Mehr zum Thema

Satelliten und Erdbeobachtung - Das große Geschäft mit dem Weltall
(Deutschlandfunk, Hintergrund, 25.02.2019)

Satellit "Aeolus" - Ein Windmesser im All
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 25.02.2019)

Die Stärke der schwächsten Kraft - Warum Satelliten nicht vom Himmel fallen
(Deutschlandfunk, Sternzeit, 21.02.2019)

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur