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Fazit | Beitrag vom 01.07.2020

Internationales FrauenfilmfestivalZehntausend Jahre Bevormundung

Maxa Zoller im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Maxa Zoller steht an einem Kassenhäuschen und blickt lächelnd in Richtung der Kamera. (Cord / imago-images)
Blick in die Geschichte: Maxa Zoller, die künstlerische Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals. (Cord / imago-images)

Das Internationale Frauenfilmfestival soll nach der pandemiebedingten Absage in verkleinerter Form im September stattfinden. Die künstlerische Leiterin Maxa Zoller möchte mit dem Programm auch das Geschichtsbewusstsein der Frauenbewegung stärken.

Das Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund und Köln ist eines der größten und bedeutendsten weltweit. Dieses Jahr hätte es im März in Köln stattfinden sollen, doch dann sagte die Stadt alle Veranstaltungen wegen der Pandemie ab. In verkleinerter Form soll es nun im September stattfinden - vorab gibt es aber schon einzelne Veranstaltungen.

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Das Festival sei auch in Zeiten eines zunehmend fluideren Verständnisses von Geschlechtergrenzen keineswegs obsolet, sagt die künstlerische Leiterin Maxa Zoller. Zudem habe sich das nicht-binäre Geschlechterverständnis schon länger in den Programmstrukturen des Festivals niedergeschlagen.

Den Weg frei gemacht

Aber auch das Verhältnis zwischen Frau und Mann ist für Zoller noch lange nicht geklärt: "Eine der Theorien ist, dass die Bevormundung der Frau mit der neolithischen Revolution beginnt, und die ist nun mal zehntausend Jahre alt! Unser Festival existiert seit 35 Jahren. Unsere Arbeit ist also noch nicht getan!"

Junge Studierende hätten immer weniger Geschichtsbewusstsein, hat Zoller beobachtet - es würden keine "Brücken" mehr in die Vergangenheit zu den feministischen Vorkämpferinnen geschlagen. Genau darum gehe es in dem nun präsentierten Dokumentarfilm über die österreichische Feministin und Politikerin Johanna Dohnal: "Das 'Brücken schlagen' zu denen, die vor uns den Weg frei gemacht haben."

(rja)

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