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Donnerstag, 13.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 30. April 2021

Internationaler Tag des Jazz findet virtuell statt

Heute findet zum neunten Mal der Internationale Tag des Jazz statt. Wegen der Pandemie wird er nur virtuell veranstaltet. Dazu gehören eine Podiumdiskussion über die Frage, wie der Jazz-Welttag und die Kunst im Allgemeinen eine Antwort auf die derzeitige soziale Isolation sein können. Herzstück des Tages ist ein virtuelles globales Konzert von Herbie Hancock mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt, das ab 23 Uhr auf jazzday.com übertragen wird. Der vielfache Grammy- und Oscar-Preisträger fördert als UNESCO-Botschafter unter anderem den interkulturellen Dialog. Auf unesco.de stehen weitere Informationen zu Online-Veranstaltungen am Internationalen Tag des Jazz.

Sky distanziert sich von Noel Clarke

Der Fernsehsender Sky hat sich nach Belästigungsvorwürfen von dem britischen Schauspieler Noel Clarke distanziert. Man werde nach den Enthüllungen alle Beteiligungen des Schauspielers in laufenden Produktionen stoppen, teilte der Sender am Freitag mit. "Sky steht gegen alle Formen der sexuellen Belästigung und des Mobbings und nimmt Anschuldigungen dieser Art sehr ernst", schrieb der Sender in einer Mitteilung. Der 45-jährige Clarke hatte eigentlich in der vierten Staffel der Sky-Serie "Bulletproof" mitspielen sollen. Der "Guardian" hatte zuvor die Vorwürfe zahlreicher Schauspielkolleginnen gegen Clarke publik gemacht. Die Zeitung berichtete über Schilderungen von 20 Frauen, die professionell mit dem Schauspieler und Regisseur zu tun hatten und dem 45-Jährigen sexuelle Belästigung und Übergriffe vorwerfen. Noel Clarke selbst und seine Anwälte wiesen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück.

Wagner-Festspiele sollen stattfinden

Die Bayreuther Festspiele 2021 sollen trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Das haben die Mitglieder des Verwaltungsrates der Festspiele am Freitag bekanntgegeben. Die Veranstaltungen auf dem Grünen Hügel sollten unter Beachtung der notwendigen Hygienekonzepte sowie gesetzlicher und behördlicher Regelungen ausgetragen werden, hieß es. Wie viele Zuschauer bei den Vorstellungen zugelassen werden, sei noch nicht entschieden. Die Entwicklung der Pandemie unterliege nach wie vor großer Dynamik.

Haus der Geschichte mit neuem Präsidenten

Harald Biermann wird mit Beginn des nächsten Jahres neuer Präsident im Haus der Geschichte in Bonn. Der derzeitige Präsident Hans Walter Hütter geht dann in den Ruhestand. Biermann war bisher Vertreter des Präsidenten und Direktor Kommunikation. Er sei einstimmig vom Kuratorium der "Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" berufen worden, teilte das Haus mit. Biermann übernehme mit der geplanten Erneuerung der Dauerausstellung "eine ebenso bedeutende wie fordernde Aufgabe", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu seiner Wahl. Das Haus der Geschichte präsentiert seit 1994 die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zu den Ausstellungsstücken gehören zum Beispiel der Sprechzettel des SED-Politbüro-Mitglieds Günter Schabowski zur Maueröffnung am 9. November 1989 und der Studioschreibtisch aus der "Harald Schmidt Show". Insgesamt werden über eine Million Objekte aufbewahrt.

Kultursenator empfiehlt Rückgabe aller Benin-Bronzen

Nach der Grundentscheidung für die Rückgabe der als Raubgut geltenden Benin-Bronzen hat Berlins Kultursenator dafür plädiert, die komplette Sammlung der Kunstschätze an Nigeria zurückzugeben. Die Objekte stammen größtenteils aus britischen Plünderungen im Königreich Benin Ende des 19. Jahrhunderts. Bevor die Bronzen etwa im Humboldt-Forum gezeigt würden, müsse rechtlich klar sein, dass es sich um Leihgaben handele, sagte Lederer in Berlin. Das Ethnologische Museum in Berlin verfügt über rund 530 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 440 Bronzen.

Kommission begrüßt Rückgabe von Marc-Gemälde

Restitutions-Experten haben die Ankündigung des Stadtrats von Düsseldorf, das Franz-Marc-Gemälde "Füchse" an die Erben seines jüdischen Besitzers zurückzugeben, begrüßt. Die von Bund, Ländern und Kommunen eingerichtete beratende Kommission habe diesen Schritt als "fair und gerecht" erachtet und empfohlen, teilte das Gremium mit. Der Düsseldorfer Stadtrat hatte am Donnerstag die Rückgabe einstimmig beschlossen. Dass der Eigentümer, der jüdische Unternehmer Kurt Grawi, das Gemälde 1940 in New York verkauft hatte, war von der Kommission als Folge nationalsozialistischer Verfolgung gewertet worden. 1962 war das Bild der Stadt Düsseldorf geschenkt worden.

Japan ehrt deutschen Wissenschaftler Werner Pascha

Das japanische Kaiserhaus verleiht einen seiner höchsten Orden an den deutschen Wissenschaftler Werner Pascha. Honoriert wird sein Einsatz für die deutsch-japanischen Beziehungen. Er habe sich vor allem um den akademischen Austausch zwischen beiden Ländern bemüht, so die Begründung für die Auszeichnung. Unter anderem habe er eine Plattform für ostasiatische Unternehmen in Deutschland ins Leben gerufen. Werner Pascha ist emeritierter Professor der Universität Duisburg. Aktuell ist er Vizepräsident des japanisch-deutschen Zentrums und Vorstandsvorsitzender der japanisch-deutschen Stiftung zur Förderung der Kulturbeziehungen.

Schauspielerin Urspruch kritisiert Ungleichbehandlung

Die "Tatort"-Darstellerin Christine Urspruch hat die mangelnde Gleichberechtigung und die schlechtere Bezahlung von Schauspielerinnen gegenüber ihren männlichen Kollegen kritisiert. Außerdem würden für Frauen ab einem bestimmten Alter weniger Rollen geschrieben, sagte die 50-Jährige den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Besserungen sehe sie hingegen im Bereich der Regie, wo nun häufiger Frauen auftauchten. Auf ihre Größe reduziert und gefragt zu werden, ob sie darunter gelitten habe, nerve sie im Privatleben, sagte Urspruch. Benachteiligt habe sie sich nicht gefühlt. "Man kann sich beweisen durch das, was man ist und tut, egal wie groß oder klein man ist", sagte die Schauspielerin, die auch das "Sams" in den gleichnamigen Kinderfilmen spielte.

Semperoper erwartet Spielbetrieb frühestens im Juni

Die Semperoper Dresden rechnet damit, dass wegen der Corona- Einschränkungen ein Spielbetrieb vor Publikum frühestens ab Juni möglich sein wird. Die für den 8. Mai geplante Premiere der Oper "Capriccio" von Richard Strauss kann nicht wie ursprünglich geplant stattfinden, sagte Intendant Peter Theiler der Deutschen Presse-Agentur. Darum bereite die Semperoper momentan nun die Aufzeichnung von "Capriccio" vor. Oper per Streaming ist für Theiler nur eine ergänzende Alternative, denn man sei auf ein Spiel vor Publikum ausgerichtet und können nicht einfach Fernsehen machen. Zudem sei die Anmietung von Technik sehr kostenintensiv. Für eine professionelle Aufzeichnung kämen rund 150.000 Euro zusammen, so Theiler.

Hobby-Kartograph findet Bronze-Schatz

Ein Hobby-Kartograph hat im Südwesten von Schweden einen über 2.500 Jahre alten Schatz aus der Bronze-Zeit gefunden. Bei den etwa 50 Schmuckstücken handle es sich um einen der "spektakulärsten und größten" derartigen Funde aus der Bronzezeit, teilten die Behörden mit. Unter den Stücken seien einige "sehr gut erhaltene Halsketten und Spangen" aus Bronze aus der Zeit zwischen 750 und 500 vor Christus. Die Objekte seien wahrscheinlich von Tieren ausgegraben worden. Die meisten davon könnten einer Frau von hoher sozialer Stellung zugerechnet werden, sagte ein Experte der Universität Göteborg.

Fötus im Bauch einer ägyptischen Mumie entdeckt

Polnische Wissenschaftler haben in einer ägyptischen Mumie die Überreste eines Fötus entdeckt. Dies sei der weltweit erste bekannte Fall einer "schwangeren einbalsamierten Leiche", heißt es in der Fachzeitschrift "Journal of Archaeological Science". Entdeckt wurde der Fötus bei Untersuchungen einer rund 2.000 Jahre alten Mumie, die seit 1917 im Nationalmuseum Warschau ausgestellt wird. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Frau zwischen 20 und 30 Jahre alt und in der 26. bis 30. Schwangerschaftswoche war. Warum das Ungeborene dem Mutterleib nicht entnommen wurde, sei noch unklar. Möglicherweise sollte die Schwangerschaft verheimlicht werden. Denkbar sei auch ein Zusammenhang mit dem Glauben an die Wiedergeburt im Jenseits. Der Fund eröffne "neue Möglichkeiten der Erforschung der Schwangerschaft im Altertum und der Praktiken im Zusammenhang mit Mutterschaft", heißt es weiter.

Düsseldorf gibt wertvolles Franz-Marc-Gemälde zurück

Nach einem jahrelangen Raubkunst-Streit gibt die Stadt Düsseldorf das bedeutende Gemälde "Die Füchse" von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers zurück. Der Rat entschied sich in einer nichtöffentlichen Sitzung einstimmig für die Restitution des expressionistischen Bildes aus dem Jahr 1913. Das teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Der Rat folgte damit der Empfehlung der Beratenden Kommission für Raubkunstfälle. Das Gremium hatte sich mit einer Zweidrittel-Mehrheit für die Rückgabe an die Nachkommen des jüdischen Unternehmers Kurt Grawi ausgesprochen. Das auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzte kubistische Gemälde gehört zu den Spitzenwerken des Museums Kunstpalast in Düsseldorf.

Deutscher Tanzpreis für Claire Cunningham

Die schottische Choreografin und Künstlerin Claire Cunningham erhält den Deutschen Tanzpreis 2021. Die Jury würdigt damit ihre herausragende künstlerische Entwicklung im Tanz. Claire Cunnigham hat ihren Lebensmittelpunkt im schottischen Glasgow. Von 2017 bis 2019 war sie am "tanzhaus nrw" tätig. Mit dem Deutschen Tanzpreis werden seit 1983 herausragende Persönlichkeiten des Tanzes in Deutschland geehrt. Diese können auf der Bühne als auch in Pädagogik, Publizistik, Wissenschaft oder anderen Bereichen des Tanzschaffens wirken. Die Preisverleihung soll am 23.Oktober in Essen stattfinden.

2022 erste Rückgaben von Benin-Bronzen an Nigeria

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am Donnerstagabend angekündigt, 2022 mit der Rückgabe der legendären Benin-Bronzen an Nigeria zu beginnen: "Wir stellen uns der historischen und moralischen Verantwortung, Deutschlands koloniale Vergangenheit ans Licht zu holen und aufzuarbeiten. Der Umgang mit den Benin-Bronzen ist dafür ein Prüfstein.", sagte die CDU-Politikerin. Die Benin-Bronzen sind eine Gruppe von mehreren tausend Metalltafeln und Skulpturen. Sie schmückten seit dem 16. Jahrhundert den Königspalast des damaligen Königreichs Benin und wurden infolge der Kolonialisierung Ende des 19. Jahrhunderts als Beutekunst nach Europa und in die USA gebracht. Alleine in Deutschland befinden sich rund 1.000 Objekte. Viele sollen im neu eröffneten Humboldt-Forum ausgestellt werden. Die nigerianische Regierung forderte im vergangenen Jahr eine Rückgabe der Bronzen. Die jetzt verabschiedete Erklärung sei eine "historische Wegmarke im Umgang mit der kolonialen Vergangenheit", betonte Grütters.

Vorzeitiges Spielzeit-Ende für Kölner Bühnen

Bei den städtischen Kölner Theatern und dem Gürzenich-Orchester wird es in dieser Saison keine Aufführungen vor Publikum mehr geben. Die Spielzeit werde vorzeitig beendet, teilte die Stadt Köln mit. Damit werde angesichts der aktuellen Pandemielage Planungssicherheit für alle Beteiligten geschaffen. Bis zum Beginn der Sommerpause würden Aufführungen und Konzerte aber - wie bisher - als Online-Streams angeboten. Die zwischen Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Intendanten getroffene Vereinbarung gelte für Kölner Philharmonie, Schauspiel und Oper, das Gürzenich-Orchester sowie das Hänneschen Theater.

Gewinner des Kunstpreises euward gekürt

Drei Preisträger aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden erhalten den Kunstpreis euward für Malerei und Grafik im Kontext geistiger Behinderung. Den ersten Preis erkannte die Jury dem Kölner Andreas Maus zu, der mit seinem markanten Zeichenstil unablässig die Exzesse der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges umkreise. Den zweiten Preis bekommt der in Basel geborene Felix Brenner, den dritten Preis Kar Hang Mui aus Goes. Die Preisträger erhalten neben der Ausstellung ihrer Werke im Münchner Haus der Kunst Geldpreise und einen Katalog im Gesamtwert von rund 19 000 Euro.

Habermas erhält arabischen Kulturpreis

Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas erhält den mit 225.000 Euro dotierten Sheikh Zayed Book Award 2021. Der 91-Jährige werde als "Kulturelle Persönlichkeit des Jahres" für sein Lebenswerk geehrt, teilte das deutsche Pressebüro der Kultur- und Tourismusbehörde in Abu Dhabi, Buch Contact, in Freiburg mit. Die Jury würdige den außerordentlichen Beitrag von Habermas für die Philosophie. Er beeinflusse zahlreiche Disziplinen wie die Kommunikations- und Kulturwissenschaften, die Moraltheorie und die Theologie. Darüber hinaus würdige der Preis Habermas für seine weltweit anerkannten Arbeiten in der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Rechtstheorie und als Sozialphilosoph. Zahlreiche seiner Werke wurden ins Arabische übersetzt.

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