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Interview | Beitrag vom 20.03.2019

Internationaler Tag des GlücksDie Formel für ein glückliches Leben

Michaela Brohm-Badry im Gespräch mit Julius Stucke

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Eine Frau macht einen Luftsprung. Im Hintergrund: Sonnenuntergang und Berge. (Unsplash/Austin Schmid)
Yippie! In der Glücksforschung spricht man allerdings eher von Wohlbefinden und innerer Zufriedenheit als von überschäumendem Glück. (Unsplash/Austin Schmid)

Glück ist etwas Individuelles, sagt die Glücksforscherin Michaela Brohm-Badry. Wer mit sich selbst im Einklang ist, hatte gute Chance es zu finden. Im Interview verrät sie die Glücksformel - und warum man erlernen kann, glücklich zu sein.

"Glück ist etwas sehr Innenliegendes", sagt die Glücksforscherin Michaela Brohm-Badry. Man könne davon ausgehen, dass Menschen seit Menschheitsbeginn auf der Suche sind nach dem, was sie innerlich zur Ruhe kommen lässt. "Glück scheint ein zentrales Thema der Menschen zu sein." Schon Aristoteles habe sich dazu Gedanken gemacht. Ein zu hohes Maß an Selbstoptimierung in Richtung Glücklichsein stehe aber dem Glück im Wege, übe Druck aus und führe deshalb eher in Burnout und Depression. 

"Wer mit sich selbst stimmig ist, wer mit sich selbst innerlich übereinstimmt, der hat eine hohe Chance, dem Wohlbefinden näher zu kommen", sagt Brohm-Badry. In der Forschung würde eher von Wohlbefinden und innerer Zufriedenheit als von Glück gesprochen. 

Glück ist auch genetisch bedingt

Etwa 50 Prozent des Glücksempfindens seien genetisch, sagt Brohm-Badry, 40 Prozent würden durch das eigene Verhalten bestimmt und nur etwa zehn Prozent seien durch Einflüsse von außen bestimmt: "Das eigene Verhalten und die Umwelt, die man sich wählt, bestimmen zum großen Teil das Glück mit." Auch Dinge wie positive Beziehungen oder Engagement spielten eine Rolle: "Wer sich im Leben für irgend etwas einsetzt, der ist dem Glück schon wesentlich näher." (inh)

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