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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Internationaler Hochhauspreis geht nach Schweden

Als weltweit innovativster Wolkenkratzer sind die Doppel-Türme "Norra Tornen" in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ausgezeichnet worden. Das Wohngebäude erhielt in Frankfurt am Main den Internationalen Hochhauspreis. Die Jury hob die kastenartigen Betonfertigteilelemente hervor, mit denen die Fassaden der bis zu 125 Meter hohen "Nördlichen Türme" rings herum bestückt sind. Es handele sich um zeitlos-wegweisende Architektur, die einen Beitrag zu einem stimmigen Stadtgefüge leiste. Im Finale war auch ein Neubau im Frankfurter Bankenviertel, der "Omniturm" des dänischen Architekten Bjarke Ingels. Das Gebäude mit seinem charakteristischen Hüftschwung gehört damit nach Ansicht der Jury immerhin zu den fünf besten Wolkenkratzern der Welt. Der Hochhauspreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank vergeben.

Auch Museen müssen im November schließen

Die Kultusminister der Bundesländer haben verfügt, dass auch Museen in den nächsten vier Wochen geschlossen bleiben. Das geht laut der Deutschen Presse-Agentur aus einem Beschluss hervor, den die Ressortchefs in einer Konferenzschaltung fassten. In der Vereinbarung von Bund und Ländern zur Verschärfung der Corona-Einschränkungen wurden die Museen bislang nicht explizit erwähnt. Vorgesehen ist offenbar auch, dass der Probebetrieb in den Theatern weitergehen kann. Damit soll ermöglicht werden, dass der Spielbetrieb im Dezember auch wieder aufgenommen werden kann. Bibliotheken, Archive und Musikschulen dürfen geöffnet bleiben.

Reformplan für Stiftung Preußischer Kulturbesitz bis Sommer

Die Reformkommission für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) will bis zum Sommer 2021 eine Entscheidung zur künftigen Ausrichtung vorlegen. Darauf haben sich die Mitglieder auf ihrer ersten Sitzung verständigt. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Es sei ihr wichtig, dass in die Reformdebatte nicht nur die Leitung der SPK und die Länder, sondern auch die Direktorinnen und Direktoren der Einrichtungen und die Mitarbeiter aktiv eingebunden würden, erklärte Grütters. Gemeinsames Ziel sei es, die Stiftung modern und zukunftsfähig zu gestalten, damit die Museen und Kultureinrichtungen ihr Potenzial besser entfalten können. Anfang Juli hatte der Wissenschaftsrat der Institution dringenden Reformbedarf attestiert und deshalb deren Auflösung in ihrer jetzigen Form empfohlen. Die einzelnen Häuser sollen künftig bei personellen, finanziellen und strukturellen Belangen eigenständiger werden.

New Yorker Brooklyn Museum versteigert Werke

In der Corona-Krise hat das New Yorker Brooklyn Museum zahlreiche Werke versteigert, darunter ein Esstisch des italienischen Designers Carlo Mollino. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, brachte die Versteigerung insgesamt umgerechnet rund elf Millionen Euro ein. Das Museum hatte die Werke freigegeben, um in der Corona-Krise die Instandhaltung der restlichen Sammlung gewährleisten zu können. Das Baltimore Museum zog seine Werke dagegen nur wenige Stunden vor der Auktion wieder zurück. Medienberichten zufolge hatten zuvor einflussreiche Unterstützer des Museums mit dem Stopp von Spenden gedroht.

Historische Holzkirche in Prag abgebrannt

In Prag ist eine historische Holzkirche aus dem 17. Jahrhundert abgebrannt. Wie Radio Prag weiter berichtet, erfasste ein Feuer einen Großteil des Bauwerks mit den drei Türmen und ließ das Dach teilweise einstürzen. Die Brandursache sowie die Höhe des Schadens seien noch unbekannt. Die hölzerne Michaelskirche im Prager Kinsky-Garten steht unter Denkmalschutz und stand ursprünglich im Ort Welyki Lutschky in der Karpatoukraine. In der Zeit zwischen den Weltkriegen gehörte die Region zur Tschechoslowakei. 1929 wurde die Kirche als ein typisches Bauwerk der Volksarchitektur zerlegt und 1929 in Prag wiederaufgebaut. Die Stadtverwaltung hat laut Bericht bereits eine öffentliche Sammlung zum Wiederaufbau veranlasst.

Goncourt-Akademie will Literaturpreis verschieben

Nach den neu verhängten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich behält sich die renommierte Académie Goncourt vor, ihren begehrten Literaturpreis zu verschieben. Sollten die Buchhandlungen zum Zeitpunkt der Bekanntgabe geschlossen bleiben, werde man aus Solidarität zu ihnen den Prix Goncourt verschieben, teilte die Akademie mit. Der Preisträger der prestigeträchtigen Literaturauszeichnung soll am 10. November bekanntgegeben werden. Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle soll in Frankreich ab Freitag bis zum 1. Dezember wieder ein landesweiter Lockdown gelten. Nur wichtige Wirtschaftszweige, der öffentliche Dienst und Schulen bis zur Mittelstufe sollen geöffnet bleiben. Der Prix Goncourt ist zwar nur mit symbolischen 10 Euro dotiert, kurbelt vor allem aber die Verkaufszahlen an.

Kunstbiennale "Manifesta" in Marseille schließt vorzeitig

Die Kunstbiennale "Manifesta 13" in Marseille muss wegen der französischen Corona Restriktionen vorzeitig beendet werden. Die Veranstalter teilten mit, dass die Ausstellung für zeitgenössische Kunst heute um 18 Uhr geschlossen wird. In den nächsten Tagen sollen Pläne für ein digitales Format bekannt gegeben werden. Ursprünglich sollte die "Manifesta 13" bis zum 29. November für Publikum geöffnet sein. Sie ist die zweitgrößte Kunstbiennale in Europa und findet nomadisch alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt.

Italien: Kulturschaffende protestieren gegen Schließungen

In Italien sind Theaterleute, Tänzer und Tänzerinnen auf die Straße gegangen, um gegen die Schließung ihrer Häuser im Zuge von verschärften Anti-Corona-Maßnahmen zu protestieren. Die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte hatte angesichts stark steigender Infektionszahlen angeordnet, dass Kinos, Theater, Spielhallen, Sportstudios und Schwimmbäder schließen müssen. Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 18.00 Uhr Gäste bedienen. Gegen die Maßnahmen laufen viele Verbände in dem Mittelmeerland Sturm. Am Mittwoch hatten Köche, Restaurantbesitzer und ihre Mitarbeiter auf Plätzen in zahlreichen Städten aus Protest gedeckte Tische aufgebaut. Auch Taxifahrer gingen schon auf die Straßen. Zum Teil gab es gewaltsame Ausschreitungen bei Demonstrationen.

Museumsbund fordert Ausgleich für Schließungen

Für die vorübergehende Schließung von Museen wegen der Corona-Pandemie fordert der Deutsche Museumsbund einen finanziellen Ausgleich. Auch Museen müssten wirtschaftlich arbeiten, betonte Verbandspräsident Köhne in Karlsruhe. Es werde alle Anstrengungen brauchen, nach der Krise wieder ein geregeltes gesellschaftliches Leben möglich zu machen. Die Museen seien dabei ein unverzichtbarer Bestandteil. Es könne nicht sein, dass nach Corona auch noch eine Sparwelle auf sie zukomme, so der Direktor des Badischen Landesmuseums.

Experiment zeigt: Konzerte in Hallen sind möglich

Kultur- oder Sportveranstaltungen können unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Pandemie in großen Hallen mit Publikum stattfinden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie unter dem Motto "Restart 19", deren Ergebnisse in Halle vorgestellt wurden. Grundlage für die Studie war ein Konzert-Experiment im Sommer in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko und 1.400 freiwilligen Teilnehmern. Das A und O sei eine gute Belüfttechnik, die die Luft regelmäßig austausche, so der Studienleiter Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle. Unabdingbar sei außerdem die strenge Einhaltung von Abstandsregeln, eine Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung und Sitzplätze. Die Zahl der Besucher müsse dem aktuellen Infektionsgeschehen angepasst werden.

Erben fordern Rückgabe von Kandinsky-Bild

Die Erben der jüdischen Familie Lewenstein haben vor einem Amsterdamer Gericht die Rückgabe eines Gemäldes von Wassily Kandinsky gefordert. Das "Bild mit Häusern" von 1909 sei 1940 unter Druck des Nazi-Regimes dem Stedelijk Museum verkauft worden, gemeinsam mit einem anderen Kandinsky-Werk. "Das bunte Leben" hängt heute im Münchner Lenbachhaus und wird auch von den Erben zurückfordert. Sie wollen, dass das Gericht eine Entscheidung der staatlichen Rückgabe-Kommission für ungültig erklärt. Diese hatte 2018 den Anspruch der Erben abgewiesen. Das Bild sei auch wegen finanzieller Schwierigkeiten der Lewensteins verkauft worden. Das Interesse des Museums wiege schwerer als das der Erben. Der Spruch aber verstößt nach Ansicht der Kläger gegen die sogenannten Washingtoner Prinzipien zum Umgang mit NS-Raubkunst.

PEN kritisiert Erdogan-Äußerungen scharf

Das PEN-Zentrum Deutschland hat Äußerungen einiger islamischer Staatschefs im Zusammenhang mit der Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty scharf kritisiert. Statt den abscheulichen Mord zu verurteilen, protestierten sie gegen die von der französischen Verfassung garantierten Rechte und Freiheiten und gegen die Menschenrechte. Das erklärte die Schriftstellervereinigung in Darmstadt. Damit attackierten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, die Führung der Islamischen Republik Iran "und anderer despotischer Regime" auch das Grundgesetz und den Rechtsstaat. Samuel Paty war vor zwei Wochen getötet worden, weil er im Unterricht die Mohammed-Karikaturen behandelt hatte.

Idefix bekommt eigene TV-Serie

Das aus den "Asterix"-Comics bekannte Hündchen Idefix bekommt erstmals eine eigene Fernsehserie. Der Deutschland-Start der Animationsserie soll im kommenden Jahr bei Super RTL sein. Die Serie spielt den Angaben des Kölner Senders zufolge zwei Jahre bevor Idefix auf Asterix und Obelix trifft. Im Jahr 52 vor Christi kämpft er mit tierischen Freunden gegen Rom. Die 52 Episoden, die jeweils 11 Minuten lang sind, sollen den typischen Humor und die bekannten Motive der Abenteuer der Gallier aufgreifen und auf die Tierwelt übertragen. Die von Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo 1959 begonnene "Asterix"-Reihe ist mit mehr als 380 Millionen verkauften Exemplaren eine der erfolgreichsten Comicreihen der Welt.

Schauspielverband: Kultureller Kahlschlag droht

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) hat die geplante Schließung von Theatern als unsinnig kritisiert. In Theatern würden heute deutlich weniger Plätze besetzt als früher. Es gebe nur wenige öffentliche Orte, die so sicher seien, schrieb der Verband in einem offenen Brief. "Ein kultureller Kahlschlag ohne Beispiel wird die Folge sein", heißt es darin weiter. Gerade kleinere und nicht öffentlich geförderte Häuser würden diesen erneuten und vollkommen unnötigen Schlag vor den Bug nicht überleben. Bund und Länder hatten vereinbart, das öffentliche Leben im November drastisch herunterzufahren. So sollen neben der Gastronomie auch Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Theater schließen.

Pandemie: Acht kleine Theater verklagen New York

Acht kleinere New Yorker Theater haben wegen ihrer anhaltenden Schließung in der Coronavirus-Pandemie geklagt. Die Theater in Manhattan, die alle 199 oder weniger Zuschauerplätze haben, hätten gemeinsam Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo verklagt, berichtete die "New York Times". Sie argumentieren, dass die Restriktionen in der Pandemie willkürlich verhängt worden seien, weil in der Millionenmetropole beispielsweise Schulen, Kasinos, Fitnessstudios und Einkaufszentren bereits wieder öffnen dürfen, Theater aber nicht. Es gäbe für die Theater aber Wege, sicher zu öffnen, argumentieren die Betreiber. Sprecher von de Blasio und Cuomo teilten mit, die Klage zu prüfen.

Hamburgs Kultursenator gegen Kultur-Lockdown

Mit Blick auf die bevorstehenden Schließungen im Kulturbereich hat Kanzleramtschef Braun im ZDF angekündigt, dass auch Künstler im November 75 Prozent ihres Umsatzes im Vorjahresmonat erhalten sollen. Das bezeichnete er als "wirklich gutes Angebot". Hamburgs Kultursenator Brosda äußerte im Deutschlandfunk Kultur grundsätzliche Kritik am Lockdown für Kultureinrichtungen: "Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns, bis eine Bundeskanzlerin vielleicht nicht mehr nur bei Gottesdiensten sagt, das es unverhältnismäßig wäre, sie zu schließen, sondern auch bei Theateraufführungen auf die Idee kommt". Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Kuhle, betonte ebenfalls im Deutschlandfunk Kultur, es sei besser, bestimmte Öffnungen zuzulassen. Es nannte es einen "Wertungswiderspruch, wenn Friseure und Kirchen auf blieben, aber Gastronomie und Kultur gänzlich dicht machen müssen".

Deutscher Kandidat für Oscars nominiert

Der Spielfilm "Und morgen die ganze Welt" von Julia von Heinz geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Das Politdrama wurde unter zehn Bewerbern als Kandidat für die Kategorie "Bester internationaler Spielfilm" ausgewählt. Dies teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mit. Die Oscar-Academy wird aus den internationalen Bewerbungen fünf Filme nominieren. Die Liste soll am 5. Februar 2021 bekanntgegeben werden.

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