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Radiofeuilleton - Wissenschaft und Technik / Archiv | Beitrag vom 24.05.2014

Internationale RaumstationPolitik im All

Über die internationale Raumfahrtmission "Blue Dot"

Von Harro Zimmer

Die ISS-Besatzung Alexander Gerst, Maxim Surayev, Reid Wiseman (dpa / picture alliance / Roman Sokolov)
Astronaut Alexander Gerst (links) mit seinen Kollegen Maxim Surayev (Mitte) und Reid Wiseman (dpa / picture alliance / Roman Sokolov)

Am Mittwoch startet eine Expedition zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord sind ein Russe, ein Amerikaner und der Deutsche Alexander Gerst. Raumfahrt-Experte Harro Zimmer erklärt, wie aktuelle Spannung das Projekt belasten.

Am 28. Mai soll sie nun beginnen, die Mission "Blue Dot" zur ISS. Der Name bezieht sich auf Carl Sagans populäre Beschreibung der Erde aus dem All als "pale blue dot",  fahler blauer Punkt. Nüchtern heißt das Unternehmen Expedition 40/41 mit der Besatzung Maxim Surajew (ROSKOSMOS), Gregory Wiseman (NASA) und Alexander Gerst (ESA).

Sechs Monate soll das Team – gemeinsam mit drei weiteren Astronauten im Orbit bleiben. Alexander Gerst wird als Bordingenieur intensiv in den "Tagesbetrieb" der Station eingebunden sein und an rund 100 unterschiedlichen Experimenten der ISS-Partner mitarbeiten, aber auch mit dem Greifarm das An- und Abdocken von unbemannten Frachttransportern vornehmen. Auch ein Ausstieg in den freien Weltraum ist geplant. Insgesamt stehen den Europäern 8,3 Prozent der Crew-Zeit – also rund 160 Stunden - zur Verfügung, nicht allzu viel für rund 35 Experimente aus einer breiten Palette von Disziplinen.

Russland will im Jahr 2020 aussteigen

Der Blickpunkt der Öffentlichkeit wird sich aber auf die zahlreichen Bildungsprogramme der Mission richten: So zum Beispiel auf das Schulprojekt "Columbus Eye", in dem vier Videokameras der NASA von der ISS die Erde aufnehmen. Nahezu in Echtzeit sind die Bilder auf einer Internetseite zu sehen und können in den Unterricht themenorientiert integriert werden. Alexander Gerst wird auch viel von seiner Freizeit investieren müssen, um dieses ambitionierte Programm abzuarbeiten. 

Auch die Politik spielt eine wichtige Rolle. Die ISS ist durch den Ukraine-Konflikt in das ein Spannungsfeld geraten. Bis auf den Betrieb der Station sind die russisch-amerikanischen Raumfahrt-Beziehungen derzeit eingefroren. Russland will schon 2020 aus ISS aussteigen. Die Frage ist, ob die Zukunft von ISS generell in Gefahr gerät dadurch.

Das Projekt "Columbus Eye" - Live-Bilder von der ISS im Schulunterricht

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