Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Freitag, 06.12.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Musik / Archiv | Beitrag vom 12.05.2014

InternationalKölner Cumbia mit Spaß und Magensäure

Chupacabras: "Palante"

Von Martin Risel

Chupacabras: "Palante" (Soulfire Artists)
Chupacabras: "Palante" (Soulfire Artists)

Bei ihrem Bandnamen muss man schon genau aufpassen: Mit Chupacabra, den Musikerkollegen aus den USA, haben sie nichts zu tun. Und auch nicht mit dem gleichnamigen Fabelwesen, das angeblich immer mal wieder Ziegen das Blut aussaugen soll. Chupacabras - mit einem "s" hinten - ist dagegen eine Kölner Band mit ganz unterschiedlichen internationalen Wurzeln und hat jetzt mit "Palante" ein starkes neues Album veröffentlicht.

Wer immer noch Beweise braucht, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, der braucht sich nur mal in der neueren deutschen Musikszene umzugucken: Rotfront aus Berlin sind so ein Beispiel mit Musikern aus verschiedenen, vor allem osteuropäischen Ländern. Und die Kollegen der Kölner Band Chupacabras kommen aus spanischsprachigen Staaten wie Peru, Spanien, Chile und Mexico. Vier der acht Musiker sind aber in Deutschland geboren.

Entsprechend bunt gemischt bringen sie ihre verschiedenen musikalischen Einflüssen ein: Cumbia und HipHop, Dancehall, Salsa und Polka. Ebenso bunt und persönlich berührend geht es bei den Themen in ihren Texten zu. Da geht es um "Die Kuh vom Eis" oder den "Cumbia del illegal" mit kritischen Anmerkungen zu den Ausländerbestimmungen hierzulande.

Stromausfall zwischen Post und Apotheke

Chupacabras betonen die gemeinsame Basis Köln, seit über 2000 Jahren ein Schmelztiegel der Kulturen. Sie definieren in einem Manifest den eigenen "Chupastylee" als "die logische Konsequenz des globalisierten Stilpluralismus, die Apotheose postmodernen Eklektizismus" (Stromausfall zwischen Post und Apotheke). Oder kurz: Wir sind die Magensäure der multikulturellen Gesellschaft."

Nimmt man die Säure und die großen Worte mal beiseite, dann macht diese Musik mit ziemlich modern produzierten und bläsergetriebenen Arrangements auch einfach Spaß.

Chupacabras: "Palante"
Label: Soulfire Artists
Reinhören

 

Album der Woche

Album der WochePopmusik in Reinform
Die Sängerin Sia Furler. (picture alliance / dpa)

Für zahlreiche Künstler hat sie schon Hits geschrieben, jetzt kümmert sie sich auch um ihre eigene Karriere: Auf ihrer neuen Platte "1000 Forms of Fear" setzt sich Sia mit ihren Ängsten auseinander.Mehr

weitere Beiträge

Radiofeuilleton - Musik

Neo-CountryFamilienangelegenheiten
(Galileo Music Communication )

Carper Family will auf seinem neuen Album eigene Vorstellungen von Country-Musik umsetzen. Dafür gräbt das Trio aus Austin in Texas alte Traditionals aus und vertraut auf die Magie akustischer Instrumente.Mehr

Blues-RockZurück in die frühen 70er
Album-Cover: "Great Western Valkyrie" von Rival Sons (Earache Records)

Auch mit ihrem neuen Album "Great Western Valkyrie" begleitet der Hörer die kalifornische Rockband Rival Sons auf eine Reise in die Vergangenheit und landet in den frühen 70er-Jahren. Ungefähr in der Zeit, als Led Zeppelin, Deep Purple und Bad Company ihre großen Erfolge feierten.Mehr

SoulInnovativer Beat-Bastler
Ausschnitt aus dem CD-Cover "Early riser" von Taylor McFerrin (Brainfeeder Records)

Können Sie sich noch an Bobby McFerrin erinnern? Genau – "Don’t worry be happy". Sein Sohn Taylor McFerrin bastelt auf seinem ersten Album "Early riser" mit altem Jazz, Hip Hop und Beats an der Zukunft des Soul.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur