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Kulturnachrichten

Dienstag, 17. Dezember 2019

Intendantin leitet Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern werden erstmals von einer Frau geleitet. Die gebürtige Wienerin Ursula Haselböck tritt am 1. September 2020 die Nachfolge von Markus Fein an. Eine Findungskommission habe sich einstimmig für die 38-Jährige ausgesprochen, teilte Festivalmitbegründer Matthias von Hülsen in Schwerin mit. Die gebürtige Wienerin Haselböck arbeitet derzeit als Dramaturgin am Konzerthaus Berlin. Nach rund sechs Jahren wechselt Intendant Fein 2020 an die Alte Oper in Frankfurt/Main.

ZDF will Höcke nicht mehr in Talkshows einladen

Das ZDF will AfD-Politiker Björn Höcke nicht mehr als Gast in seine Talkshows einladen. Das sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey in einem Streitgespräch, das die Wochenzeitung "Die Zeit" mit Fernsehzuschauern organisierte hatte. Die Medien hätten "niemanden zu erziehen", führte Frey aus, "aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen." Wer bei der Landtagswahl in Thüringen im Oktober Höcke gewählt habe, habe "bewusst rechtsextrem" gewählt, sagte der ZDF-Chefredakteur. Höcke selbst hatte im September in einem Interview mit dem ZDF von einer "Verhörsituation" gesprochen und darauf bestanden, Antworten neu aufzuzeichnen. Als die Redaktion dies verweigerte, hatte Höcke Konsequenzen angedroht. Sollte er einmal eine "interessante politische Person" werden, werde er dem ZDF keine Interviews mehr geben, sagte der AfD-Politiker.

Michael Haneke mit Großem Verdienstkreuz geehrt

Der österreichische Regisseur Michael Haneke ist in Wien mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio betonte der deutsche Botschafter in Österreich, Beste, dass Haneke als Filmemacher ein Gegenpol des Popcorn-Kinos sei. "Als europäischer Künstler schöpfen Sie aus dem Vollen der europäischen Vielfalt", sagte Beste. 2013 hatte Haneke für das Altersdrama "Liebe" den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten hatte. Auch Werke wie "Die Klavierspielerin" oder "Das weiße Band" fanden internationale Beachtung. Der in München geborene Regisseur war 2018 in den Orden "Pour le Mérite" aufgenommen worden. Protektor des Ordens mit seinen handverlesenen Mitgliedern ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Durch diese Mitgliedschaft wurde nun das bereits 2012 an Haneke verliehene Bundesverdienstkreuz 1. Klasse um eine Stufe aufgewertet.

Bund vergibt Millionen-Förderung an vier Gedenkstätten

Vier Gedenkstätten in Sachsen, Thüringen und Hessen werden in den kommenden fünf Jahren vom Bund mit insgesamt 8,5 Millionen Euro an Fördermitteln ausgestattet. Das Geld geht an drei Projekte zur Aufarbeitung des SED-Unrechts und eins zum Nationalsozialismus, teilte das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Allein 5,4 Millionen Euro fließen in die Neugestaltung der NS-Gedenkstätte Hadamar in Hessen. Weitere Mittel bekommen das Grenzmuseum Schifflersgrund im thüringischen Eichsfeld, das Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz und die künftige Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck im sächsischen Stollberg.

Vorwürfe gegen Wiener Ballettakademie

An der Ballettakademie der Wiener Staatsoper ist nach Darstellung einer Sonderkommission der Kinderschutz grob missachtet worden. Kritisiert wurden in dem Abschlussbericht vor allem die gesundheitliche Betreuung der Schüler und eine mangelhafte Transparenz der Prüfungskriterien. Anlass der Überprüfung waren Vorwürfe, in denen von Demütigungen, Gewalt und Drill die Rede war. Ein Sprecher von Staatsopern-Direktor Dominique Meyer stellte eine Stellungnahme nach Prüfung des Berichts in Aussicht. Meyer wird im nächsten Jahr die Leitung der Mailänder Scala übernehmen. An der Ballettakademie lernen zur Zeit rund 130 Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren. Vier von fünf Eleven kommen aus dem Ausland.

49 Journalisten wurden 2019 weltweit getötet

Mindestens 49 Journalisten und andere Medienschaffende sind seit Jahresbeginn weltweit wegen ihrer Arbeit getötet worden. Das hat die Organisation "Reporter ohne Grenzen" auf ihrer Jahresbilanz zur Pressefreiheit in Berlin mitgeteilt. Danach kam mehr als die Hälfte der getöteten Journalisten in Syrien, Mexiko, Afghanistan, Pakistan und Somalia ums Leben. 2018 wurden 86 Medienschaffende bei ihrer Arbeit getötet. Mehr als 389 Journalisten säßen weltweit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Organisation mit. Die meisten davon in China, Ägypten und Saudi-Arabien. In Syrien, Jemen, Irak und der Ukraine seien áußerdem 57 Reporter entführt worden.

Shermin Langhoff bleibt bis 2023 Gorki-Intendantin

Die Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff, hat ihren Vertrag um zwei weitere Jahre bis zum Sommer 2023 verlängert. Dies habe Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit Langhoff verabredet, teilten der Senat und das Theater mit. Langhoff war 2013 für zunächst für fünf Jahre berufen worden, 2016 gab es eine vorfristige Verlängerung. Sie ist die einzige Frau an der Spitze eines der großen Theater in Berlin.

Rekord-Erstauflage für Beethoven-Briefmarke

Die Sonderbriefmarke zum 250. Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven erscheint in Rekord-Erstauflage. Nach eigenen Angaben gibt die Deutsche Post am 2. Januar 626 Millionen Exemplare der 80-Cent-Marke heraus, so viele wie noch nie seit Bestehen des Unternehmens. Die Briefmarke zeigt das Beethoven-Porträt von Joseph Karl Stieler zusammen mit einem Notenschlüssel. Das ebenfalls abgebildete handschriftliche Kürzel "BTHVN" hatte der Musiker selbst als Unterschrift verwendet.

Baden-Württemberg ehrt Anne-Sophie Mutter

Die Violinistin Anne-Sophie Mutter wird im März mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg 2020 geehrt. Die Jury lobte laut Baden Württemberg-Stiftung das "unermüdliche Engagement in der Nachwuchsförderung und das bemerkenswerte gesellschaftliche Verantwortungsgefühl" der Künstlerin. Die viermalige Grammy-Award-Gewinnerin sei eine "vorbildhafte Botschafterin ihrer Heimat Baden-Württemberg". Der mit 20 000 Eupro dotierte Kulturpreis wird alle zwei Jahre von der Baden Württemberg-Stiftung und den Volksbanken Raiffeisenbanken verliehen.

Start der "Cheops"-Mission fehlgeschlagen

Die Erkundung von Expolanten muss verschoben werden. In Südamerika scheiterte am Vormittag der Start der "Cheops"-Mission. Die Sojus-Trägerrakete blieb am europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana stehen, teilte der Betreiber Arianespace mit. Der Countdown sei eine Stunde und 25 Minuten vor dem Start unterbrochen worden. Der neue Starttermin werde so schnell wie möglich bekannt gegeben, hieß es weiter. Die "Cheops"-Mission (Characterising Exoplanet Satellite) soll sich auf die Analyse von Exoplaneten konzentrieren, die außerhalb unseres Sonnensystems andere Sterne umkreisen.

Oscar-Traum für "Systemsprenger" geplatzt

Für den Film "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt wird es keine der begehrten Oscar-Auszeichnungen geben. Der deutsche Beitrag blieb im Rennen um den sogenannten Auslands-Oscar schon bei der Vorauswahl auf der Strecke. Nach Mitteilung der Film-Akademie in Los Angeles gelangten 10 von insgesamt 91 Ländern mit ihren Einsendungen in die nächste Runde, darunter Südkorea ("Parasite"), Frankreich ("Les Misérables"), Spanien ("Leid und Herrlichkeit") und Nordmazedonien ("Land des Honigs"). Am Ende werden fünf Kandidaten für die Sparte "International Feature Film" nominiert. Die Oscars werden am 9. Februar verliehen. Der Film "Systemsprenger" erzählt von einem schwer erziehbaren Mädchen, mit dem Familie und Sozialsystem überfordert sind.

Gertrud-Eysoldt-Ring für Sandra Hüller

Die Schauspielerin Sandra Hüller und der Theaterregisseur Florian Fischer werden von der Akademie der Darstellenden Künste und der Stadt Bensheim geehrt. Hüller bekommt den Gertrud-Eysoldt-Ring für ihre Darstellung des "Hamlet" am Schauspielhaus Bochum. Fischer wird für seine Inszenierung "Operation Kamen" am Staatsschauspiel Dresden mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis ausgezeichnet. Beide Preise werden im März im Parktheater Bensheim verliehen.

Kulturstaatsministerin Grütters eröffnet Beethoven-Jahr

Mit einem Festakt in der Bonner Oper ist das Beethoven-Jubiläum 2020 eröffnet worden. Kulturstaatsministerin Grütters betonte die zeitlose Kraft, die das Werk des in Bonn geborenen Komponisten habe. Es falle nicht schwer, ihn als weltweit verehrten Mega-Star gedanklich in die heutige Zeit zu holen. Das Beethoven-Jahr dauert 12 Monate bis zum 17. Dezember 2020, seinem 250. Geburtstag. Rund eintausend Konzerte, Opernaufführungen, Ausstellungen und Konferenzen sind geplant.

Akademie der Künste besorgt über Assange

Die Akademie der Künste zeigt sich besorgt über den Zustand von Julian Assange. In einer Erklärung heißt es, die Behandlung des Journalisten und Verlegers in seiner unbegründet weiterlaufenden Isolationshaft in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis, zeige ein Fehlen rechtsstaatlicher Standards. Der bisherige gerichtliche Umgang mit Julian Assange sei ein Beispiel für die Erosion demokratischer Grundwerte. Die zu erwartende Überstellung an US-amerikanische Gerichte mit dem dort neu geltenden Espionage Act werde weitreichende Konsequenzen haben für die Situation aller Journalistinnen und
Journalisten weltweit, aber in der direkten Folge auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler. Bedroht sei nichts weniger als die Freiheit des Wortes. Julian Assange sei das Exempel, das statuiert werde. Deshalb fordere die Akademie der Künste einen humanen und rechtsstaatlichen Umgang mit ihm.

Arbeitskampf im Münchner Haus der Haus der Kunst

Das Münchner Haus der Kunst wird die Bereiche Kasse, Oberaufsicht und Pforte nun doch nicht outsourcen. Ziel in den genannten Bereichen sei eine Beschäftigungsstruktur mit 26 Vollzeitstellen, die sich auf ca. 30 bis 34 Mitarbeiter verteilen. Das geht aus den heute veröffentlichten Ergebnissen der Einigungsstelle zwischen Geschäftsleitung und dem Betriebsrat hervor. Die aktuellen Mitarbeiter könnten sich ab sofort um die Aufstockung ihrer Wochenstunden bewerben. Allen im Rahmen eines Minijobs Beschäftigten werde ein Aufhebungsvertrag angeboten, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist und Zuerkennung einer Abfindung. Der Arbeitskampf im Münchner Haus der Kunst, das ein teils staatlich, teils von einer Stiftung finanziertes Museum ist, schwelte seit dem Sommer und hat Solidaritätsadressen aus der Kunstwelt von Chris Dercon, Bazon Brock oder Ai Weiwei hervorgerufen.

Schriftstellerin Krechel mit Jean-Paul-Preis gewürdigt

Die Schriftstellerin Ursula Krechel (72) hat für ihr literarisches Lebenswerk den Jean-Paul-Preis 2019 erhalten. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) überreichte ihr die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung in München. Die Autorin habe die deutschsprachige Literatur bereichert und verändert, sagte er.
"Ursula Krechel ergreift das Wort für diejenigen, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte kaum eine Stimme haben. Sie spricht an, was bewusst verschwiegen wurde." Krechel stammt aus Trier und lebt in Berlin. Ende der 1970er-Jahre trat sie mit ersten Lyrikveröffentlichungen hervor. Außer Gedichten publizierte sie Theaterstücke, Hörspiele, Essays und Romane, die vielfach ausgezeichnet wurden.

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