Samstag, 25.09.2021
 

Studio 9 | Beitrag vom 21.12.2014

Intelligente MesssystemeGrünen-Politiker warnt vor Stromzähler-Chaos

Moderation: Oliver Thoma

Ein Intelligenter Stromzähler. (picture alliance / dpa / Maja Hitij)
In Deutschland bislang nicht Standard: intelligente Stromzähler. (picture alliance / dpa / Maja Hitij)

Deutschland hinke beim Einsatz intelligenter Stromzähler international hinterher - zum Schaden der Verbraucher, so die Kritik des Vize-Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Oliver Krischer. Er wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, hat der Bundesregierung vorgeworfen, bei einer einheitlichen Regelung für sogenannte intelligente Stromzähler untätig zu bleiben und somit ein Stromzähler-Chaos zu provozieren.

Intelligente Stromnetze gelten als ein zentraler Baustein der Energiewende: Wer ab 1. Januar 2015 ein Haus baut, größere Renovierungen in seiner Wohnung vornimmt oder mehr als 6000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, ist laut Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, intelligente Messsysteme einzubauen. Krischer kritisierte im Deutschlandradio Kultur: "Im Energiewirtschaftsgesetz ist geregelt, dass die Bundesregierung bis Ende des Jahres einen Standard vorlegen soll. Das heißt, dass alle Zähler die gleichen Technik haben und gleiche Regeln für alle Zähler vereinbart werden sollen." Das solle seit Jahren passieren, doch "die Bundesregierung kommt nicht zu Potte", so dass nun "ein technisches Chaos" drohe.

(Wolf von Dewitz/picture alliance/dpa)Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer. (Wolf von Dewitz/picture alliance/dpa)

Enormes Entwicklungspotenzial

Konkret adressierte Krischer, der auch stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für "Verkehr und digitale Infrastruktur" sowie für "Wirtschaft und Energie" ist, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD): Gabriel habe als zuständiger Minister eine politische Entscheidung genauso verschoben wie bereits sein Vorgänger Philipp Rösler (FDP): "Das Ergebnis ist, dass im europäischen Ausland diese modernen Zähler längst Standard, in Deutschland aber nach wie vor nicht eingeführt sind - und jetzt , noch schlimmer, sogar unterschiedliche Zähler eingebaut werden."

Intelligente Stromzähler seien vor allem auch für den Verbraucher vorteilhaft: Mit ihnen könne erfasst werden, welchen Stromverbrauch man zu welchem Zeitpunkt habe. "Das ist im Hinblick auf Einsparungen interessant, aber auch aus Verbraucherschutzgründen", erklärte Krischer. So könne man jährlich den Stromverbrauch überprüfen und schneller auf Schwankungen reagieren. Der Grünen-Politiker sieht in den intelligenten Stromzählern ein enormes Entwicklungspotenzial. Krischer: "Aber dazu ist es einfach erforderlich, dass dieser einheitliche Standard geschaffen wird, auf den wir jetzt weiter warten."

Mehr zum Thema:

Energiewende - Auslagerung der alten Strom-Welt
(Deutschlandradio Kultur, Kommentar, 01.12.2014)

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