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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.09.2018

Integrationsbarometer 2018Im Alltag läuft das Zusammenleben

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Bildnummer: 59687952 Datum: 05.09.2012 Copyright: imago/epd Mit Gebeten nach jüdischer, islamischer und christlicher Tradition ist am Mittwoch (05.09.2012) in Osnabrück die bundesweit einmalige Drei-Religionen-Grundschule gestartet (Foto hinten li. mit Kopftuch: Annett Abdel-Rahman (Lehrerin u.a. für den islamischen Religionsunterricht; re. der jüdische Religionslehrer Sebastian Hobrack; 2.v.re. Schulleiterin Birgit Jöring) Aimee Betty, Coralie und Zena mit ihren Schultüten). Vertreter der drei Religionen lasen während der Einschulungsfeier für die 22 Erstklässler Verse aus der Bibel, der Thora und dem Koran. Lehrer, Eltern und Verantwortliche betonten, das Projekt sei für den Aufbau von Verständnis und Toleranz in einer multireligiösen Gesellschaft von großer Bedeutung. Den Alltag in der neuen Schule sollen Christen, Juden und Muslime mit ihren Riten und Festen gemeinsam gestalten. Träger der Einrichtung ist das katholische Bistum Osnabrück. Jüdische und muslimische Vertreter arbeiten in einem Beirat mit. Die Kinder werden getrennt voneinander in ihrer jeweiligen Religion unterrichtet. (Siehe epd-Meldung vom 05.09.2012) DER ABDRUCK DES EPD-FOTOS IST HONORARPFLICHTIG! Drei-Religionen-Grundschule startet mit 22 Erstklässlern xsp x0x 2012 quer Ausbildung Christentum Gesellschaft Islam Judentum Kinder Religionen Schule Schulen 59687952 Date 05 09 2012 Copyright Imago epd with asked after Jewish Islamic and Christian Tradition is at Wednesday 05 09 2012 in Osnabrück the nationwide Unique Three Religions Primary school start Photo rear left with Headscarf Annett Abdel Rahman Teacher U a for the Islamic Religious education right the Jewish Religion teacher Sebastian 2 V right Teacher Birgit Jöring Aimee Betty Coralie and Zena with theirs Schultüten Representatives the Three Religions readings during the Enrolment ceremony for the 22 ERstklässler Verse out the Bible the Torah and the Koran Teacher Parents and Responsible emphasized the Project Sei for the Construction from Understanding and Tolerance in a Society from grand Meaning the Everyday life in the New School should Christians Jews and Muslims with theirs Rites and fixed together shape Makers the Facility is the Catholic Diocese Osnabrück Jewish and Muslim Representatives Work in a Advisory Board with the Children will separated each other in their each Religion shall See epd Message of 05 09 2012 the Imprint the epd Photos is Three Religions Primary school starts with 22 Erstklässlern xsp x0x 2012 horizontal Training Christianity Society Islam Judaism Children Religions School Schools  (imago stock&people)
Drei-Religionen-Schule in Osnabrück: Wie läuft's in den Bereichen Freundschaft, Arbeit, Schule? (imago stock&people)

Die mediale Debatte um Integration ist hitzig, im echten Leben bewerten aber Menschen mit und ohne Migrationshintergrund das Miteinander als gut. Allerdings gibt es ein Ost-West-Gefälle: Soziologin Claudia Diehl erklärt das mit einem Mangel an direktem Kontakt.

Neun Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) haben jetzt zum zweiten Mal nach 2016 eine repräsentative Studie unter dem Label "Integrationsbarometer" veröffentlicht. Ihre Studie kommt zu dem Schluss, dass die Stimmung beim Thema Integration stabil geblieben ist.

Claudia Diehl, eine der beteiligten Autorinnen, erklärt: "Man muss sagen, dass der Integrationsalltag immer noch von der Mehrheit der Befragten als ganz überwiegend positiv erlebt wird und dass sich daran auch nicht viel geändert hat, allen lauten Debatten zum Trotz."

Zufriedenheit auf beiden Seiten

Man habe allerdings auch keine großen Änderungen in der Einstellung erwartet, trotz der heftigen Debatten in der Öffentlichkeit und Aussagen wie der von Horst Seehofer, die Migration sei die Mutter aller Probleme. Die mediale Debatte sei eben oft sehr viel aufgeheizter und unterliege auch sehr viel stärker tagesaktellen Schwankungen als allgemeine Einstellungen zu Zuwanderung, so die Professorin für Mikrosoziologie an der Universität Konstanz. 

Claudia Diehl, Professorin für Mikrosoziologie an der Universität Konstanz.  (Universität Konstanz )Claudia Diehl (Universität Konstanz )

Der SVR-Integrationsbarometer, so Diehl, messe die allgemeine Stimmung: "Wie läuft das Zusammenleben im Alltag – in Bereichen wie Freundschaften, Arbeitsmarkt, Schule: Und da muss man sagen, dass es sehr stabil ist und die Befragten generell zufrieden sind – und zwar sowohl die Befragten mit Migrationshintergrund als auch die ohne Migrationshintergrund."

Ost-West-Gefälle

In der Frage des Zuzugs von Flüchtlingen seien die meisten Befragten für die Aufnahme von Flüchtlingen, sie wollten diese Aufnahme aber politisch gesteuert wissen.

Auffällig sei, dass Frauen Zuwanderung und das Zusammenleben etwas positiver beurteilten als Männer – die Ursache dafür sei nicht ganz klar. 

Zudem gebe es ein Ost-West-Gefälle: "Wir sehen eine Eintrübung des Integrationsklimas vor allem bei Personen in Ostdeutschland, die wenig eigene Kontakte zu Geflüchteten und zu Minderheitenangehörigen haben."

Das verwundere nicht wirklich, erklärt Soziologin Diehl: "In dem Moment, wo sie dem aufgeregten medialen Diskurs nicht eigene Alltagserfahrungen, die ja häufig positiv sind, entgegensetzen können, da beurteilen sie die Situation eher skeptisch."  

(mf)

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