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Interview / Archiv | Beitrag vom 28.12.2016

Institut für TiergesundheitDer tägliche Kampf gegen die Vogelgrippe

Thomas Mettenleiter im Gespräch mit Anke Schaefer

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Zwei rot behandschuhte Hände halten den Körper einer toten Gans mit einer gelben Binde. Dem Tier wird mit einem Wattestäbchen eine Probe entnommen.  (picture alliance /dpa /Ina Fassbender)
Einer toten Gans wird eine Probe entnommen, um den Verdacht auf eine Infektion mit dem H5N8-Virus zu überprüfen. (picture alliance /dpa /Ina Fassbender)

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit hat derzeit vor allem mit der Vogelgrippe zu tun. Der Erreger, sagt Institutspräsident Thomas Mettenleiter, ist hochaggressiv und unterscheidet sich deutlich von dem vor zwei Jahren.

In Niedersachsens Geflügelställen breitet sich die Vogelgrippe weiter aus. Mehrere Mal hat sich der Verdacht auf den Vogelgrippe-Erreger H5N8 in den letzten Tagen bestätigt. Zehntausende Puten wurden über die Weihnachtstage vorsorglich getötet. Für Menschen ist das derzeit kursierende Virus nach allgemeiner Einschätzung ungefährlich.

In Zeiten wie diesen ist das Friedrich-Loeffler-Institut − das ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit − alarmiert. Es ist grundsätzlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere und den Schutz des Menschen vor zwischen Tier und Mensch übertragbaren Infektionen zuständig.

H5N8 wurde durch Zugvögel eingeschleppt

Der Erreger, der derzeit grassiert, unterscheidet sich nach Angaben des Institutspräsidenten Thomas Mettenleiter genetisch und biologisch deutlich von dem, der die Republik noch vor zwei Jahren beschäftigte. H5N8 sei unter anderem deutlich gefährlicher für Wasservögel wie Enten und Gänse als sein Vorgänger, sagte Mettenleiter im Deutschlandradio Kultur.

Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Mettenleiter, aufgenommen am 19.02.2014 auf der Insel Riems (Mecklenburg-Vorpommern). (picture alliance / ZB)Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (picture alliance / ZB)

Der Erreger ist seiner Ansicht nach durch Zugvögel aus Russland eingeschleppt worden, und nicht durch hochgezüchtete Nutztiere, wie auch hier und da gemutmaßt wird. Der Virus sei so hochaggressiv, dass infizierte Tiere einen Transport gar nicht überstehen würden.

Durch die Funde von russischen Forschern hätte zudem klare genetische Abstammungslinien bestimmt werden können, sagte Mettenleiter. Das Virus, das im Sommer in der russisch-mongolischen Grenzregion gefunden wurde, sei dem, das jetzt in Europa grassiere, sehr ähnlich. (ahe)

Unsere Reihe "Woran arbeiten Sie?"
Die meisten von uns haben Vorsätze für das kommende Jahr. Noch fünf Tage, dann beginnt das Jahr 2017. In den Tagen zwischen den Jahren wollen wir im Deutschlandradio Kultur von Wissenschaftlern und Kulturschaffenden wissen, wer schon handfest dabei ist, aus einem guten Vorsatz eine Tat zu machen. Das sind unsere Gesprächspartner:

Dienstag, 27.12.

Hark Bohm, Drehbuchautor, über seine Zusammenarbeit mit Fatih Akin
Götz Aly, Historiker, über den Antisemitismus in Europa

Mittwoch, 28.12.

Ersan Mondtag, Theaterregisseur 
Thomas Mettenleiter, Vogelgrippeforscher
Felix Meyer, Musiker

Donnerstag, 29.12.
Günter M. Ziegler, Mathematiker
Stefan Selke, Soziologe
Gila Lustiger, Schriftstellerin

Freitag, 30.12.
Doris Dörrie,Regisseurin
Armin Falk, Verhaltensökonom Armin Falk
Emmanuelle Charpentier, Genforscherin

Samstag, 31.12.
Bruce Allen, Forscher am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik


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