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Sonntag, 21.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Februar 2019

Vorläufige Einigung bei EU-Urheberrechtsreform

Europäisches Parlament und EU-Staaten müssen noch zustimmen

Nach monatelangem Streit um eine Reform des EU-Urheberrechts haben sich heute Unterhändler der EU-Staaten und des EU-Parlaments vorläufig verständigt. Durch die Einführung des Leistungsschutzrechts sollen Presseverlage künftig gegenüber Nachrichten-Suchmaschinen wie Google News deutlich gestärkt werden. Die Einigung sieht nun vor, dass die Nachrichten-Suchmaschinen weiterhin Hyperlinks, einzelne Worte und kurze Textausschnitte kostenlos anzeigen dürfen. Für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten in ihren Suchergebnissen soll künftig Geld an die Verlage fließen. Auch Plattformen wie YouTube sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Sie müssen künftig alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen auf ihren Seiten zu verhindern. Geschützte Werke müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen - oder dürften nicht hochgeladen werden. Für Unternehmen, die jünger als drei Jahre sind, einen Jahresumsatz von weniger als zehn Millionen Euro haben und unter fünf Millionen Nutzer im Monat haben soll es eine Ausnahmeregeleng geben. Die Einigung muss allerdings noch vom Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden.

ZDF startet Kultur-Angebot im Netz

Kooperation mit 35 Kulturpartnern aus allen Bundesländern

Das ZDF hat das digitale Angebot "ZDFkultur» gestartet. Auf "zdfkultur.de" macht der Sender Kulturinhalte zugänglich und ist selbst als Kulturproduzent tätig. Dafür arbeitet das ZDF mit 35 Kulturpartnern aus allen Bundesländern zusammen. "ZDFkultur" bietet Inhalte aus den Bereichen Debatte, Musik/Theater, Kabarett, Kino/Gaming, Lesen, Kunst/Design und Reisen/Genuss. Die Kulturprogramme der Senderfamilie sollen laut ZDF durch das an die Online-Mediathek des Senders angegliederte Angebot besser auffindbar werden. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderen das Frankfurter Städel-Museum, die Stiftung Garnisonkirche Potsdam und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. So sind etwa Werke aus dem Sammlungsbestand der kooperierenden Museen zu sehen, in der "digitalen Kunsthalle" bietet ZDF gemeinsam mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Klassik Stiftung Weimar und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden virtuelle Rundgänge durch Ausstellungen an. Die Marke «ZDFkultur» kehrt damit nach rund zweieinhalb Jahren zurück: Unter diesem Namen sendete die Mainzer Rundfunkanstalt bereits von 2011 bis 2016 einen Fernsehkanal.

Axel Rüger verlässt Van Gogh-Museum

Ein Nachfolger steht noch nicht fest

Beim Amsterdamer Van Gogh-Museum steht ein Führungswechsel an: Der deutsche Direktor Axel Rüger wird nach 13 Jahren den Posten zum 1. Juni aufgeben, wie das Museum in Amsterdam mitteilte. Rüger wird Leiter der Royal Academy of Arts in London. "Ich habe mit viel Vergnügen und Leidenschaft für dieses wundervolle, erfolgreiche Museum gearbeitet", zitiert das Museum den Direktor. Die Royal Academy in London ist eine renommierte, privat finanzierte Kunsteinrichtung sowie Vereinigung von Künstlern. Unter Leitung von Rüger waren in Amsterdam sehr erfolgreiche Ausstellungen realisiert worden. Die Zahl der Besucher war von 1,5 auf jetzt zwei Millionen im Jahr angestiegen. Das Museum mit der weltweit größten Sammlung von Werken des niederländischen Malers Vincent van Gogh bekam ein neues Eingangsgebäude, und die Dauerausstellung wurde neu konzipiert. Nach dem Stedelijk Museum für moderne Kunst ist es das zweite Museum in Amsterdam, das eine neue Leitung sucht. Wer Rüger nachfolgen soll, ist noch nicht bekannt.

Ungarischer Schriftsteller Dezsö Tandori gestorben

Er gilt als Erneuerer der modernen ungarischen Literatur

Der ungarische Schriftsteller und Übersetzer Dezsö Tandori ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Familie. Tandori galt als bedeutender Erneuerer der modernen ungarischen Literatur. Er schrieb vor allem Gedichte, aber auch Romane, Essays und Literatur für Kinder und Jugendliche. Als Lyriker verstand er es, das subtile Spiel mit den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der ungarischen Sprache auf die Spitze zu treiben. Außerdem trat Tandori als Übersetzer aus dem Deutschen und Englischen hervor. Unter anderen übertrug er Werke von Rilke, Kafka, Musil, Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek ins Ungarische. Auf Deutsch erschienen von ihm die Auswahlbände "Stafette - Prosa und Dichtungen" (1994), "Startlampe ohne Bahn" (1994) und "Langer Sarg in aller Kürze" (1997). 2007 wurde ihm die Weimarer Goethe-Medaille verliehen.

Isabel Coixet verteidigt Netflix-Film auf Berlinale

Regisseurin sagt, sie habe zehn Jahre gebraucht um den Film finanziert zu bekommen

Die spanische Regisseurin Isabel Coixet hat nach eigenen Angaben zehn Jahre gebraucht, um ihren Film "Elisa und Marcela" finanziert zu bekommen. Die Teilnahme des Wettbewerbsfilms bei der Berlinale ist umstritten, weil der Streamingdienst Netflix die Vertriebsrechte hat. Niemand habe sich für ihren Film interessiert, sagte Coixet in Berlin. Dann habe sie eine Produktionsfirma gefunden, die die Idee hatte, das Projekt Netflix vorzuschlagen. Coixets Drama erzählt in Schwarz-Weiß-Bildern davon, wie sich zwei Frauen ineinander verlieben. Mehrere Kinobetreiber hatten gefordert, den Film auf der Berlinale nur außer Konkurrenz zu zeigen. Dahinter steht die Debatte, ob Streamingdienste bei Filmfestivals ins Preisrennen gehen sollten oder nicht. Kinos fürchten um ihr Geschäft, wenn Filme gewinnen, dann aber schnell online gezeigt werden. Die Festivalleitung und auch Netflix hatten betont, dass der Film in Spanien ins Kino kommen soll. Croixet hofft, dass ihr Film auch in anderen Ländern in den Verleih gehe. In Brasilien gebe es schon Interesse.

Millionenstrafe für Lesezirkel-Anbieter

Preiswettbewerb wurde durch Absprachen vermieden

Acht Unternehmen, die als "Lesezirkel" Zeitschriften an Arztpraxen, Friseursalons und Gaststätten vermieten, haben vom Bundeskartellamt Geldbußen von insgesamt rund drei Millionen Euro aufgebrummt bekommen. Es seien verbotene Kundenabsprachen getroffen worden, teilten Deutschlands oberste Wettbewerbshüter in Bonn mit. Durch die Kundenaufteilung werde ein Preiswettbewerb zwischen den Lesezirkel-Anbietern vermieden, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Beim "Lesezirkel" kaufen Firmen Zeitschriften von Verlagen, um sie Privatpersonen und Geschäften zeitlich befristet zur Verfügung zu stellen. Nach Erkenntnissen der Kartellwächter gab es zwischen den verschiedenen "Lesezirkel"-Firmen bilaterale Absprachen. Gegenstand der Absprachen: Sollte ein Anbieter trotz dieser Übereinkunft einen neuen Kunden bekommen, der zuvor bei einem anderen Anbieter war, sollte er einen anderen Kunden abgeben.

Instagram sperrt Account mit homosexuellen Inhalten

Sperrung erfolgt nach Forderung der indonesischen Regierung

Auf Verlangen der indonesischen Regierung hat Instagram einen Account mit Comics entfernt, die vom Alltag eines schwulen Mannes berichteten. Auf dem Account war auch zu sehen, wie zwei Männer miteinander Sex hatten. Indonesiens Kommunikationsminister hatte deshalb dessen Sperrung verlangt und damit gedroht, Instagram ansonsten in Indonesien ganz abzuschalten. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der Comic handelte von einem Indonesier namens Alpantuni, der wegen seiner sexuellen Ausrichtung drangsaliert wird. Insgesamt gab es zehn Geschichten. Homosexualität ist in Indonesien in der Regel nicht verboten. Eine Ausnahme ist die muslimisch-konservativen Provinz Aceh. Allerdings gab es in den vergangenen Monaten mehrfach Razzien gegen die Schwulenszene, auch in der Hauptstadt Jakarta.

Gewerkschaft fordert mehr Geld für Volkshochschulen

Zahl der hauptberuflichen pädagogischen VHS-Mitarbeiter sinkt

Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine bessere finanzielle Ausstattung der Volkshochschulen in Deutschland. "Bund, Länder und Kommunen müssen erheblich mehr Geld für die öffentlich finanzierte Weiterbildung ausgeben", sagte GEW-Vorstandsmitglied Ansgar Klinger in Frankfurt mit Blick auf das Jubiläum "100 Jahre Volkshochschulen". Derzeit sinke die Zahl der hauptberuflichen pädagogischen Mitarbeiter an den Volkshochschulen, während der Angebotsumfang steige. "Die Arbeitsverdichtung führt zu Burnout sowie zunehmend psychischen und allgemeinen Erkrankungen", betonte Klinger. 87 Prozent der Beschäftigten arbeiteten als selbstständige Honorarkräfte. Ihre Honorare seien überwiegend zu niedrig und oft weder der Leistung noch der Qualifikation angemessen, so Klinger. Der Deutsche Volkshochschul-Verband in Frankfurt feiert mit einem zentralen Festakt das Jubiläum "100 Jahre Volkshochschulen". Mit der 1919 beschlossenen Weimarer Verfassung wurde die Förderung der Erwachsenenbildung verankert. Das führte zur Gründung vieler Volkshochschulen.

Markenstreit: EuGH verhandelt über "Fack Ju Göhte"

Filmgesellschaft Constantin will sich den Filmtitel als EU-Marke sichern

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg verhandelt heute darüber, ob der Filmtitel "Fack ju Göhte" als Marke eingetragen und so geschützt werden darf. Die Filmgesellschaft Constantin will sich den Filmtitel als EU-Marke für Merchandising-Produkte sichern lassen. Doch das zuständige europäische Marken-Amt hatte den Antrag abgelehnt. Die Begründung: Die Marke würde gegen die guten Sitten verstoßen und den Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe verunglimpfen. Die Filmgesellschaft Constantin hatte daraufhin geklagt.
Vor einem Jahr wurde die Klage vom EU-Gericht abgewiesen. Jetzt verhandelt der EuGH den Fall in zweiter und letzter Instanz. Ein Urteil wird es erst in einigen Monaten geben.

Geigerin Anne-Sophie Mutter erhält Polar-Musikpreis

Komitee bezeichnet sie als "Königin der Geige"

Die deutsche Stargeigerin Anne-Sophie Mutter bekommt den schwedischen Polar-Musikpreis. Sie sei eine leidenschaftliche und risikofreudige Musikerin und könne mit ihrer Musik Geschichten erzählen, so die Jury. Ebenfalls geehrt werden das Projekt "Playing for Change", das benachteiligten Kindern in aller Welt musikalische Bildung ermöglichen will und der Hip-Hop-Pionier Joseph Saddler (Grandmaster Flash). Der Preis ehrt bedeutende Errungenschaften in der Musik und ist mit jeweils einer Million Schwedischen Kronen (rund 101 000 Euro) dotiert. Er gilt als einer der bedeutendsten Musikpreise der Welt. Vergeben werden die Auszeichnungen am 11. Juni von der Königsfamilie in Stockholm.

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