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Sonntagmorgen | Beitrag vom 11.08.2019

Inseln Sehnsuchtsort mit Meerblick

Von Hannah Heinzinger

Ein Fischer fährt mit seinem Boot nahe der ehemaligen brasilianischen Kolonialstadt Paraty im Bundesstaat Rio de Janeiro auf eine von über 60 vorgelagerten Inseln, die mit dem bedrohten Atlantischen Regenwald (Mata Atlântica) bewachsen ist.  (dpa-Zentralbild, Ralf Hirschberger)
Inseln können so aussehen, im Alltag können sie aber auch eine ruhige Parkbank oder ein Konzert sein. (dpa-Zentralbild, Ralf Hirschberger)

Sie schwimmen meistens etwas abseits vom großen Ganzen und sind seit jeher Sehnsuchtsort für Träumende, Künstler und Reisende. Aber Inseln müssen nicht immer aus Sand, Fels und Wasser bestehen. Sie finden sich auch in der Musik und der Literatur.

Die Insel der blauen Delfine, die Schatzinsel oder die Insel des Robinson Crusoe – die Aufzählung bekannter Inseln in Literatur, Musik und Dichtung würde sicher einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Fällt das Wort Insel löst sich im menschlichen Gehirn eine ganze Lawine an Assoziationen. Denn durch ihre geheimnisvolle Abgeschiedenheit lässt sich eine Menge an menschlichen Sehnsüchten auf Inseln projizieren.

Einsame Paradiese oder eintönige Orte der Verbannung

Inseln sind einsame, tropische Paradiese oder raue Abenteuerlandschaften, an deren Felsen die Gischt schlägt. Sie sind Orte der Verbannung, Gefängnisinseln – oder Lebensretter für Schiffbrüchige. Eine Insel muss für allerlei menschliche Fantasien herhalten, aber bis jetzt scheint sie das nicht zu stören. 

Eine Insel muss allerdings nicht immer ein realer, sandiger Hügel im Meer sein. Denn so wie der Alltag des durchschnittliche moderne Menschen nicht aus Seefahrt, sondern eher aus wilden Büromaterialwellen und E-Mail-Wirbelstürmen besteht, sind die rettenden Inseln keine Sandhaufen, sondern abgeschiedene ruhige Sofas, mitreißende Konzerte, spannende Bücher oder eine einsame Bank im Stadtpark.

Rätsel: "Kein Mensch ist eine Insel"

Auch in der Dichtung ist die Insel Thema – und zwar schon seit mehreren hundert Jahren. Der Satz "Kein Mensch ist eine Insel", der in zahlreichen Buchtiteln, Überschriften und Unterhaltungen immer mal wieder adaptiert wird, ist nämlich eigentlich schon sehr alt und stammt aus der Zeit Shakespears. Der Ausspruch ist der erste Satz eines Gedichtes, dessen Anfang sich so liest:

No man is an island,
Entire of itself.
Each is a piece of the continent,
A part of the main.

Der Dichter dieser Zeilen stammt übrigens auch von einer Insel. Es handelt sich um ein Eiland, das gerade ganz aktuell darüber streitet, wie sehr es selbstständige Insel oder doch Teil eines Kontinents ist und sein will. Das konnte der Verfasser, als er diese Zeilen Anfang des 17. Jahrhunderts zu Papier brachte, jedoch kaum ahnen. Unsere Frage an Sie lautet: Wer verfasste dieses Gedicht über die verzwickte Verbindung von Menschen und Inseln?

Lösung: John Donne 

Sie erreichen das "Sonntagmorgen"-Team unter sonntagmorgen@deutschlandfunkkultur.de oder per Post: Deutschlandfunk Kultur, Hans-Rosenthal-Platz in 10825 Berlin.

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