Das Feature, vom 18.03.2011

Von Regina Kusch und Andreas Beckmann

Selbst bei schwerem Wetter ließ er sich trotz Seekrankheit von Fischern aufs Meer hinausrudern, um seine Insel in der Brandung auf Glasplatten festzuhalten. Franz Schensky, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf Helgoland arbeitete, gilt als einer der Pioniere der Fotokunst.

Rote Felsklippen an der Küste Helgolands (Thilo Schmidt)
Rote Felsklippen an der Küste Helgolands (Thilo Schmidt)

Seine Aufnahmen von Fischern im Kampf mit den Wellen oder Möwen im Sturzflug strahlten eine bis dahin ungekannte Dynamik aus und wurden weltweit preisgekrönt. Sturmgepeitschte Wolken und schäumende Brecher waren vor über 30 Jahren Gründe für Lilo Tadday, als Inselfotografin nach Helgoland zu ziehen. Am Fischereihafen in der Hummerbude 36 betreibt sie auf zwölf Quadratmetern die wohl kleinste Galerie Deutschlands. Sie wirkt wie die moderne Erbin Schenskys. Beide sind Naturfotografen, doch wo er schwarz-weiß blieb, zeigt sie pralle Farben. Wo er die allerersten Unterwasseraufnahmen durch die gläserne Wand des Forschungsaquariums machte, geht sie mit den Quallen tauchen.

Produktion : DLF 2011