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Literatur / Archiv | Beitrag vom 25.08.2013

Innere und äußere Landschaften

In den Gedichten von Simon Armitage, John Burnside und Alice Oswald

Von Michael Hillebrecht

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John Burnside (dpa / picture alliance / Frank Leonhardt)
John Burnside (dpa / picture alliance / Frank Leonhardt)

Pastorale Idyllen sollte man nicht erwarten: In den Werken dieser britischen Autoren und Autorinnen ist die reale Welt präsent. Der Schotte John Burnside sieht die Mienenarbeiterstadt seiner Kindheit und ihre Umgebung als das Modell für alle seine lyrischen Landschaftsdarstellungen an, selbst wenn diese in Kalifornien oder Spanien entstanden sind.

Simon Armitage geht sogar noch weiter. Für ihn ist die ursprüngliche Inspirationsquelle seiner Lyrik der Ausblick, den er als Junge aus dem Fenster auf seinen Geburtsort in West-Yorkshire und die umgebende Moorlandschaft hatte. Alice Oswald hingegen bezeichnet die südwestenglische Landschaft um den Fluss Dart in Devon als ihre wahre Heimat, obwohl sie dort nicht geboren wurde. Allen dreien ist jedoch gemeinsam, dass sie nicht zu idyllischer Naturlyrik neigen. Sie verschließen ihre Augen nicht vor der typisch britischen Erfahrung, dass sich auch in scheinbar naturbelassenen Landschaften oft noch Relikte einer industriellen Nutzung finden lassen.

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