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Interview | Beitrag vom 22.06.2021

Inklusion im TanzDie Vielfalt der Körper ist eine Bereicherung

Gerda König im Gespräch mit Ute Welty

Eine Tänzerin und ein Tänzer auf der Bühne. Der Tänzer hat die Arme auf Krücken gestützt. (imago images / Oliver Schaper)
Das Interesse der Bühnen ist da, doch es fehlt an Ausbildungsmöglichkeiten für Tänzer mit Behinderung, sagt Gerda König. (imago images / Oliver Schaper)

Weg von den klassischen Vorstellungen von Ästhetik im Tanz will Gerda König, Leiterin der Tanzcompany DIN A 13. Bei ihr stehen Tänzer mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne. So könne man mit einem ganz anderen Bewegungsvokabular arbeiten.

Auch Menschen im Rollstuhl, mit einer Prothese oder einer sonstigen körperlichen Behinderung können professionell tanzen. Das ist das Credo von Gerda König, der Leiterin der Tanzcompany DIN A 13, bei der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne stehen.

"Wir haben diverse Körper, normative wie nicht-normative Körper, und das ist für den Tanz natürlich noch einmal ein anderer Aspekt, weil wir eben von diesen klassischen Vorstellungen von Ästhetik und Schönheit weg sind", sagt König, die selbst im Rollstuhl sitzt. 

"Ein ganz anderes Bewegungsvokabular"

Die Vielfalt der Körper sei eine Bereicherung, betont sie, weil man mit einer ganz anderen Körperästhetik arbeiten könne: "Wenn ich diverse Körper oder Menschen mit körperlichen Besonderheiten dabei habe, habe ich natürlich ein ganz anderes Bewegungsspektrum, ein ganz anderes Bewegungsvokabular."

Als König DIN A 13 vor 26 Jahren gründete, war das Pionierarbeit, denn damals existierte das Konzept von "mixed-abled" im Tanz eigentlich noch gar nicht, wie sie sagt. Inzwischen seien Interesse und Nachfrage von Bühnen oder Festivals da. Nur fehle es an Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, eine Ausbildung zum Tänzer zu machen. "Und es gibt viele Menschen, die das gerne tun würden", unterstreicht König. 

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Deshalb hat sie 2019 das dreijährige Weiterbildungsprogramm "MADE" (Mixed-abled Dance Education) für Tänzer mit und ohne körperliche Besonderheiten gestartet. Dabei geht es König auch darum, dass sich die Hochschulen für dieses Feld öffnen: 

"Wir wollen gern mit einem Team aus Coaches, Tänzern mit und ohne Behinderung, die gerade bei uns im Ausbildungsprogramm sind, und Expertinnen sowie den Hochschulen versuchen, Formate an den Hochschulen zu finden, wie wir arbeiten können und wie wir Übergangslösungen schaffen können, um das möglich zu machen?"

(uko)

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