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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Dezember 2020

Initiative will Kultur im Grundgesetz verankern

Mit einer Petition wollen zahlreiche Kulturschaffende die Kultur als "kollektives gesellschaftliches Interesse" im Grundgesetz verankert sehen. Die kulturelle Qualität einer Gesellschaft sei ihr wirklicher Reichtum, heißt es in einem offenen Brief. Die Unterzeichner fordern, den Schutz von Kunst und Kultur sowie das Recht auf unbeschränkte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am kulturellen Leben und an kultureller Bildung im Grundgesetz zu verankern. Zu den Unterstützern gehören unter anderem Filmemacher Wim Wenders, Trompeter Till Brönner und Theaterintendantin Shermin Langhoff.

Condé Nast macht Wintour zur Content-Chefin

Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour (71) wird als weltweite Chefin für redaktionelle Inhalte eine globale Umstrukturierung beim Verlag Condé Nast steuern. Das Unternehmen teilte in New York mit, dass Wintour als "Chief Content Officer" die Führung über alle Medienmarken wie GQ, Vanity Fair und New Yorker übernehme. Sie soll die Neugestaltung redaktioneller Abläufe des gesamten Verlages verantworten, zum Beispiel wie die Kreativ-Teams über Plattformen hinweg Inhalte erstellen, teilen, übersetzen, anpassen und verteilen. Die seit 1988 amtierende Vogue-Chefredakteurin soll ihre bisherige Position als weltweite Markenverantwortliche beibehalten.

Schlösser-Stiftung bekommt verlorenes Gemälde

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat ein durch den Zweiten Weltkrieg verloren gegangenes Gemälde zurückbekommen. Das Gemälde "Lagerszene mit Soldaten und Frauen" von Johannes Lingelbach (1622-1674) sei durch das großzügige Entgegenkommen des Sammlers Thomas Rusche und die freundliche Vermittlung des Kölner Auktionshauses Van Ham in die Sammlung zurückgekehrt, teilte die Stiftung in Potsdam mit. Die SPSG verzeichnet nach eigenen Angaben seit 1945 fast 2.000 Gemälde als Kriegsverluste. Nach dem Erscheinen eines ersten Verlustkatalogs im Jahr 2004 konnten demnach knapp 40 Gemälde über den Kunsthandel und aus Privatsammlungen in den Bestand zurückgeführt werden. Sie werden seitdem unter anderem in der Bildergalerie von Sanssouci, im Neuen Palais, im Schloss Charlottenburg und im Neuen Pavillon, im Jagdschloss Grunewald sowie im Schloss Caputh präsentiert.

Augsburger Brechtfestival erstmals digital

Das Augsburger Brechtfestival zu Ehren des Stadtsohnes Bertolt Brecht (1898-1956) findet 2021 coronabedingt erstmals digital statt. Vom 26. Februar bis 7. März soll es rund 20 Netzpremieren und Abruf-Kunstprojekte geben, wie die Veranstalter ankündigten. Geplant sind demnach etwa Kurzfilme, Konzerte, Theaterstücke und Live-Talks. Beteiligen würden sich Künstler wie die Schauspieler Corinna Harfouch und Charly Hübner. Am Eröffnungsabend zeigt das Staatstheater Augsburg die Premiere von Heiner Müllers "Medeamaterial" in der Regie der beiden Festivalleiter im Live-Stream. Die "Brechtnacht", die traditionell Brecht mit zeitgenössischer Popkultur zusammenbringt, soll über diverse Konzertübertragungen das häusliche Wohnzimmer, Bad und Wohnküche zur Tanzfläche machen.

Beethoven-Programm soll trotz Corona stattfinden

Das Konzert-Programm zu Ehren des vor 250 Jahren geborenen Komponisten Ludwig van Beethoven in dieser Woche soll trotz der harten Corona-Maßnahmen stattfinden. Das bestätigte der Veranstalter des Jubiläumsjahres. Am Donnerstag soll Dirigent Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra ein Konzert in der Bonner Oper geben - ohne Saalpublikum. Die Aufführung wird übertragen sowie gestreamt. An dem Tag jährt sich der in einem Kirchenbuch eingetragene Tauftag von Beethoven zum 250. Mal. Morgen spielt das Beethoven-Orchester unter anderem ein Stück des US-amerikanischen Jazztrompeters und Musikproduzenten Quincy Jones mit dem Titel "Ode to Joy" als Uraufführung - sowie das Orchesterwerk "Opus 2020" des britischen Komponisten Max Richter.

Muslimische Theologen sollen Umweltbotschafter werden

Muslimische Wissenschaftler wollen an der Goethe-Universität Frankfurt ein neues Kursangebot entwickeln, das islamische Theologie mit Umwelt- und Klimaschutz verbindet. Dabei gehe es um theologische Reflexionen zu umweltethischen Fragen und um Anstöße, Muslime für Umweltschutz zu sensibilisieren, sagte eine Projektsprecherin in Frankfurt. Das neue Angebot richtet sich an Studierende von islamischer Theologie und Religionspädagogik. Ziel sei es, "Umweltbotschafter" auszubilden. Diese könnten dann beispielsweise im islamischen Religionsunterricht an den Schulen oder in Moscheegemeinden für mehr Umweltschutz werben und konkrete Projekte entwickeln.

Länder: mehr Reformen bei ARD, ZDF und Deutschlandradio

Die Länder wollen bei ARD, ZDF und Deutschlandradio Reformen vorantreiben. Darauf verständigte sich die Rundfunk-Kommission in einer Videoschalte. Sie sähen weitere Strukturoptimierungs-Möglichkeiten beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sagten die Bevollmächtigte für Medien und Digitales des federführenden Bundeslandes Rheinland-Pfalz, Heike Raab, und der sächsische Staatskanzleichef Oliver Schenk. Außerdem solle die digitale Transformation der Anstalten und ihrer Angebote weiterverfolgt werden. Hierfür gebe es gerade jetzt in der Pandemie eine sehr große Nachfrage.

Irische Datenschützer verhängen Strafe gegen Twitter

Die irische Datenschutzbehörde hat gegen den US-Kurznachrichtendienst Twitter eine Geldstrafe wegen Verstößen gegen europäische Datenschutzregeln verhängt. Twitter müsse 450.000 Euro zahlen, gaben die Regulierer bekannt. Es ist das erste Mal, dass ein US-Konzern im Rahmen der 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) zur Rechenschaft gezogen wird. Aufgrund eines Programmierungsfehlers wurden einige private Tweets öffentlich gemacht. Da Twitter ähnlich wie Facebook, Apple und Google seinen europäischen Hauptsitz in Irland hat, ist die irische Datenschutzbehörde für das Unternehmen verantwortlich. Diese kritisierte vor allem Versäumnisse beim Melden wie auch Erklären der Umstände des Fehlers.

Beethovenpreis 2020 für Patti Smith

Patti Smith, US-amerikanische Lyrikerin, Punk- und Rockmusikerin, wird mit dem Internationalen Beethovenpreis 2020 geehrt. Die 73-Jährige erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren lebenslangen Einsatz für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung, Inklusion und Klimaschutz. Das gab die Beethoven Academy als Ausrichter einen Tag vor den Feiern zum 250. Geburtstag Beethovens bekannt. Die Verleihung soll am 7. Juni im Rahmen eines Konzertes in Bad Honnef stattfinden. Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird zum sechsten Mal vergeben.

Choreografin Ann Reinking gestorben

Die Schauspielerin, Tänzerin und Choreografin Ann Reinking ist tot. Sie starb bereits am Samstag, wie ihr Manager heute mitteilte. Die ausgebildete Balletttänzerin wurde 71 Jahre alt. Reinking gewann 1997 für ihre Arbeit als Choreografin am Musical "Chicago" einen Tony-Award und prägte den Broadway mit ihrer stilistischen Verbindung von Burlesque und Jazz. Als Schauspielerin erschien sie etwa in "Annie" (1982) und "Movie, Movie" (1978), die Dokumentation "Mad Hot Ballroom" aus dem Jahr 2005 porträtierte sie als Tanz-Jurorin für Kinder in New York.

Zahl der Internetsüchtigen steigt

Junge Menschen gelten einer Erhebung zufolge zunehmend als medien- oder internetsüchtig. Aktuell habe fast ein Drittel (30,4 Prozent) der Zwölf- bis 17-Jährigen ein problematisches Mediennutzungsverhalten, ergibt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das bedeute zum Beispiel, dass sie nicht vom Handy oder Computer lassen könnten oder sich ihre Gedanken immer wieder darum drehten. Vor fünf Jahren galt das nur jeden fünften Jugendlichen (21,7 Prozent), wie es hieß. Auch die Zahl der Jugendlichen, die eine sogenannte internet- oder computerspielbezogene Störung haben, stieg den Angaben nach - von 5,7 Prozent (2015) auf 7,6 Prozent. Die Zahlen der Bundeszentrale beziehen sich auf das Jahr 2019 - die Corona-Zeit war also nicht mit einbezogen.

Der ewige Weihnachtshit von Mariah Carey

US-Sängerin Mariah Carey hat es mit ihrem Weihnachtsklassiker "All I Want For Christmas Is You" wieder auf Platz 1 der US-Charts geschafft. Längst ist die 50-Jährige die Künstlerin mit den meisten Wochen an der Charts-Spitze: Mit 83 Wochen liegt sie weit vor Rihanna mit 60 Wochen und den Beatles (59 Wochen), wie das Branchenmagazin "Billboard" berichtet, das auch die Charts veröffentlicht. Erstmals wurde das Lied von Carey 1994 auf ihrem Feiertagsalbum "Merry Christmas" veröffentlicht.

Mia und Leon beliebteste Vornamen 2020

Mia und Leon sind die beliebtesten Vornamen bei Neugeborenen in Deutschland. Das teilte das Schwangerschaftsportal Babelli in Berlin nach der Auswertung von etwa 10 Prozent aller Geburtsmeldungen von Januar bis Anfang Dezember 2020 mit. Für die Studie wurden 81.312 Geburtsmeldungen aus Krankenhäusern und Geburtshäusern im Zeitraum Anfang Januar bis Anfang Dezember 2020 ausgewertet.

Lehrerverband beklagt schlechtes Krisenmanagement

Der Deutsche Lehrerverband wirft den Landesregierungen und Schulministerien in der Corona-Pandemie schlechtes Krisenmanagement vor. Man habe es versäumt, sich auf eine neue Phase des Wechselunterrichts vorzubereiten, etwa durch mehr Tempo bei der digitalen Ausstattung der Schulen, sagte Verbandspräsident Meidinger der „Passauer Neuen Presse“. Bei der Versorgung mit schnellem Internet stehe man nicht viel besser da als im März. Das sei aber die Grundvoraussetzung für Videokonferenzen. Meidinger verlangte von der Politik ein Gesamtkonzept, wie in Pandemiezeiten die Bildungsqualität und die Zukunftschancen der Schüler gesichert werden könnten.

Gesuchter nach Einbruch ins Grüne Gewölbe gefasst

Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden einen der gesuchten Zwillinge aus dem Berliner Clan-Milieu gefasst. Der 21-Jährige sei in Berlin festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Dresdner Polizei. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Zwillinge sollen zusammen mit den drei bereits verhafteten Komplizen am 25. November 2019 in den historischen Teil des Dresdner Schatzkammermuseums Grünes Gewölbe eingebrochen sein und dort wertvollen Juwelen-Schmuck gestohlen haben.

Unesco fordert Priorisierung von Lehrern bei Impfung

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die Regierungen weltweit dazu aufgefordert, Lehrern einen vorrangigen Zugang zu Corona-Impfstoffen zu ermöglichen. Generaldirektorin Azoulay sagte in einer Videobotschaft, Lehrer und pädagogisches Hilfspersonal müssten als eine vorrangige Gruppe betrachtet werden. Sie hob die Leistungen der Lehrer seit Beginn der Corona-Pandemie hervor. Als Schulen und andere Bildungseinrichtungen schließen mussten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, seien "Lehrer und Hilfspersonal an der Front geblieben." Da Bildungseinrichtungen "unersetzlich" seien, müssten Lehrer zu den ersten gehören, die geimpft würden.

Wim-Wenders-Doku in US-Filmarchiv aufgenommen

Der Batman-Film "The Dark Knight" und die Musik-Dokumentation "Buena Vista Social Club" des deutschen Regisseurs Wim Wenders sind in das Filmarchiv der US-Regierung in Washington aufgenommen worden. Seit 1988 wählt die Kongressbibliothek jährlich 25 Filme aus, die von Fachleuten in ihrer ursprünglichen Fassung konserviert werden. In diesem Jahr sind es Spiel- und Dokumentarfilme aus dem Zeitraum von 1913 bis 2010 - darunter auch das Musical "Grease" und die Komödie "Lilien auf dem Felde" mit Sidney Poitier in der Hauptrolle, der dafür 1964 als erster Afroamerikaner mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.

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Fazit

Roms antike GrenzeDer Donaulimes ist UNESCO-Welterbe
Die Überreste der Gebäude und Wehranlagen des Römerkastells Abusina. (picture alliance / dpa )

Die UNESCO hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches zum Welterbe erklärt. Damit hat Deutschland bei der laufenden UNESCO-Sitzung seine fünfte Auszeichnung erhalten. Länder des Globalen Südens haben es schwerer.Mehr

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