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Kompressor | Beitrag vom 02.12.2019

Initiative "Tatort: Drehbuch"Mehr Autorinnen für TV-Krimis gefordert

Meike Hauck im Gespräch mit Timo Grampes

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Ein Filmstreifen, auf dem eine Frau und ein Mann mit gezückten Waffen in entgegengesetzte Richtungen gehen. (imago/ Panthermedia/ illustrart)
Die Initiative "Tatort: Drehbuch" fordert seit Monaten mehr Drehbuchautorinnen bei "Tatort" und "Polizeiruf 110". (imago/ Panthermedia/ illustrart)

Mehr Drehbuchautorinnen für "Tatort" und "Polizeiruf 110" - das fordert die Initiative "Tatort: Drehbuch" seit Monaten. "Die Reaktion der ARD war maximal konsequenzlos", sagt Mitunterzeichnerin Meike Hauck. Deswegen legt die Initiative nach.

"Tatort" und "Polizeiruf 110" wurden im Jahr 2018 fast ausschließlich von Männern geschrieben. Diese Tatsache kritisierte die Initiative "Tatort: Drehbuch" bereits im März dieses Jahres in einem dringlichen Brief an die ARD. Die knapp 80 Unterzeichnerinnen sahen darin eine Benachteiligung von Frauen, auch, weil es sich bei beiden Serien um die bestbezahlten Formate der ARD handele. 

Seitdem hat sich nicht viel getan. Wie Meike Hauck, Drehbuchautorin und Mitunterzeichnerin des Briefes, sagte, sei die Reaktion der ARD "maximal ausweichend und konsequenzlos" gewesen. Das Argument der Verantwortlichen, dass sich Kreativität nicht quotieren lasse, zähle nicht. "Es gibt zahlreiche Gegenbelege für das Argument, dass man immer nach Qualität entscheidet", sagt Hauck. Allein die Tatsache, dass 94 Prozent der Drehbuchaufträge im Jahr 2018 an Männer gingen, widerspreche dem. "Es gibt genug gut ausgebildete und kreative Frauen, die schreiben können."

Bei der Auftragsvergabe auf Diversität achten

Deswegen hat die Initiative nun in einem neuen Brief ihre Forderungen untermauert. "Es liegt in der Verantwortung der ARD, ein System zu installieren, das Qualität begünstigt, indem bereits bei der Auftragsvergabe auf Gleichstellung und Diversität geachtet wird", heißt es darin. Die Instrumente dafür seien bekannt. Hauck nennt als Beispiele eine Selbstverpflichtung, wie sie die BBC eingegangen sei, oder eine Quote. 

Es handele sich um ein strukturelles Problem, sagt Hauck. Gerade im Bezug auf den "Tatort" herrsche ein großer Erfolgsdruck. Der Wille, hier ein Risiko einzugehen, sei gering. "Die Entscheider setzen auf die Kreativen, die schon eine gute Quote erreicht haben", sagt Hauck. Das führe dazu, dass andere, die vielleicht aktuell eine bessere Leistung erbringen könnten, nicht berücksichtig würden. Frauen werde zudem immer noch eine geringere Durchsetzungskraft zugeschrieben. Sie würden daher als Risiko angesehen, das viele Entscheider nicht eingehen wollten. 

(ske)

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