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Interview | Beitrag vom 28.11.2018

Initiative "Letzte Werbung""Mein Grundrecht auf 'keine Werbung'"

Stefan Gäth im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Mit Werbeprospekten überquillende Briefkästen. (imago / PEMAX)
Muss das sein? Viele Bürger sind genervt von zahlreichen Werbesendungen per Post. (imago / PEMAX)

Die meisten Werbeprospekte wandern ungelesen in den Müll. Trotzdem bekommt jeder Haushalt pro Jahr 33 Kilo davon. Das kostet Geld und belastet die Umwelt. Die Initiative "Letzte Werbung" verschickt nun Aufkleber. Stefan Gäth von der NGO erklärt warum.

Etwa 33 Kilogramm Werbung erhält jeder Haushalt in Deutschland im Jahr per Post, hat die Initiative "Letzte Werbung" errechnet. Damit soll nach dem Willen der NGO jetzt Schluss sein. Seit Mittwoch verschicken die Berliner Aktivisten "Keine Werbung"-Aufkleber. Zunächst an 37.000 Haushalte, nach und nach sollen es 33,7 Millionen werden.

"Es geht um ungefragte Werbung, unerbetene Werbung, die ich tagtäglich bekomme", erklärt Stefan Gäth die Aktion. Nur ein Bruchteil der Haushalte wollten Werbung per Post, so der Professor für Abfall- und Ressourcenmanagement an der Universität Gießen, der die Initiative berät. "Wir reden hier von 85 bis 90 Prozent der Werbung, die nicht gelesen wird."

Lästig, teuer und umweltschädlich

Diese ungebetene Werbung müsse entsorgt werden. "Das verursacht gleichermaßen Unannehmlichkeiten, Kosten – und zu guter Letzt denke ich auch an die Briefzusteller und –zustellerinnen, die das ja auch handeln müssen."

Auch die Umwelt sei betroffen: "Wenn ich Papier herstelle, nutze ich Wasser, nutze ich Rohstoffe, nutze ich Energie."

Jetzt müsse man darauf dringen, dass die Zusteller die "Keine Werbung"-Aufkleber auch respektierten, sagt Gäth. Er könne verstehen, dass die Briefzusteller die Werbung gern loswerden wollten, räumt er ein. "Dennoch: Ich möchte gerne mein Grundrecht auf 'Werbung oder: Werbung nein' gewahrt wissen."

(uko)

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