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Kulturnachrichten

Montag, 8. Oktober 2018

Inger-Maria Mahlke gewinnt Deutschen Buchpreis 2018

Bester deutschsprachiger Roman

Die Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke ist am Montagabend in Frankfurt am Main für ihren Roman "Archipel" mit dem Deutschen Buchpreis 2018 ausgezeichnet worden. Das im Rowohlt-Verlag erschienene Werk spielt auf Teneriffa und zeichnet ein Sittengemälde dreier kanarischer Familien von 1919 bis heute. Mahlke erhielt 25.000 Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Roman "Die Hauptstadt" von Robert Menasse das Rennen gemacht. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich zu Beginn der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Mahnwache für getötete Journalistin Wiktoria Marinowa

Motiv an Mord der Fernsehjournalistin noch unklar

Hunderte Menschen nahmen an einer Mahnwache für die ermordete Journalistin Wiktoria Marinowa in der Donaustadt Russe teil. Trauernde sagten, sie hätten "null Vertrauen" in die Behörden. Die Europäische Union und die Vereinten Nationen zeigten sich ebenso alarmiert über den Mordfall wie die deutsche Bundesregierung. EU-Kommissionssprecher Margaritis Schinas sagte: "Wir müssen sicherstellen, dass Journalisten überall sicher sind und ihre Beiträge zu unseren demokratischen Gesellschaften leisten, die von unschätzbarem Wert sind." Ob die Enthüllungsjournalistin wegen ihrer Arbeit getötet wurde, ist noch unklar. Der Chefankläger des Landes will sich derzeit nicht festlegen und warnt vor unbedachten Äußerungen. Man gehe jedem Hinweis nach. Die Leiche der 30 Jahre alten Journalistin wurde laut Polizei am Samstag in einem Park der Stadt Russe brutal zugerichtet entdeckt. Marinowa hatte kurz zuvor über mögliche missbräuchliche Verwendung von Mitteln der Europäischen Union berichtet.

Russischer Menschenrechtler mit Preis geehrt

Ojub Titijew erhält den Vaclav-Havel-Preis des Europarates

Ein Stellvertreter nahm die Ehrung am Montag in Straßburg entgegen. Ojub Titijew, der knapp zehn Jahre lang das Büro der Menschenrechtsorganisation Memorial in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny leitete, sitzt seit Monaten wegen angeblichen Drogenbesitzes in Untersuchungshaft. In einer verlesenen Nachricht des 61-Jährigen hieß es: Zwar sei Memorial zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Sein eigenes Büro sei geschlossen worden, ein Kollege in der Nordkaukasusrepublik Dagestan sei auf offener Straße verprügelt worden. "Aber es gibt eine Sache, von der ich überzeugt bin: Diese Arbeit, die Menschenrechte in Tschetschenien und Russland zu schützen, muss weitergehen, und internationale Solidarität kann uns dabei helfen." Memorial befasst sich unter anderem mit Gräueltaten in Tschetschenien oder erinnert an die Verbrechen während der Stalin-Ära. In Russland steht die 1988 gegründete Organisation massiv unter Druck.

Jugendkulturprojekte erhalten Schimon-Peres-Preis

Jeweils mit 10.000 Euro dotierter Preis

Zwei Deutsch-Israelische Kulturprojekte sind mit dem Schimon-Peres-Preis ausgezeichnet worden. Außenminister Heiko Maas (SPD) überreichte den Preis am Montagabend in Berlin an das Caravana-Orchestra und das Filmprojekt Out Of Place. Die Kunst sei ein wichtiger Brückenbauer zwischen Deutschland und Israel, sagte Maas laut Redemanuskript. Der ehemalige israelische Präsident Schimon Peres stehe für Aussöhnung und Verständigung zwischen beiden Ländern. Maas forderte dazu auf, antisemitischen und rassistischen Tendenzen in Deutschland entgegenzutreten. Das Caravana-Orchestra ist eine Kooperation der Universität Haifa und der thüringischen Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Junge Musiker aus beiden Ländern kommen zu dreiwöchigen Projektwochen zusammen und erarbeiten ein gemeinsames Konzertprogramm. Das Filmprojekt Out Of Place aus Tel Aviv, Jerusalem und Berlin vereint zehn Kurzfilme zu den Themen Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Preis wird vom Deutsch-Israelischen Zukunftsforum und dem Auswärtige Amt vergeben.

Polnischer Journalist mit Leipziger Medienpreis geehrt

Preisträger Piatek warnt vor Erstarken antidemokratischer Tendenzen

Der polnische Journalist Tomasz Piatek ist mit dem diesjährigen Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien geehrt worden. Er nahm die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse am Montagabend entgegen. Tomasz Piatek recherchierte über die Verbindungen eines polnischen Ministers nach Russland, ließ sich auch von einer Anklage nicht einschüchtern. In seiner Dankesrede sagte Piatek laut Vorabmitteilung, er wolle mit dem Preisgeld unabhängigen Journalismus fördern. Der Preis wird seit 2001 jedes Jahr an Journalisten, Verleger oder Institutionen vergeben, die sich für die Freiheit und Zukunft der Medien einsetzen.

High Court untersagt Sammelklage gegen Google

Richter: Kläger haben keinen Schaden davongetragen

Einer der wichtigsten Gerichtshöfe in Großbritannien hat eine Klage gegen Google wegen des Sammelns der persönlichen Daten von Millionen iPhone-Nutzern zurückgewiesen. Das Vorgehen der Alphabet-Tochter Google sei zwar "unrechtmäßig" gewesen, allerdings hätten die Kläger keinen Schaden davongetragen, urteilte der Richter vom High Court. Nutznießer einer Klage wären nur die Anwälte sowie diejenigen gewesen, die diese finanziert hätten. Der Fall war von einem Verbraucheraktivisten vorgebracht worden. Er geht davon aus, dass Google bei den Betroffenen die Datenschutzeinstellungen der Apple-Smartphones umging und deswegen die Online-Suchaktivitäten verfolgen konnte.

Nilpferd Slavek in Prag gestorben - überlebte Hochwasser 2002

Symbol der Hoffnung und des Wiederaufbaus

Der Prager Zoo trauert um sein legendäres Flusspferd Slavek. Der Bulle war nach dem verheerenden Hochwasser an der Moldau im August 2002, bei dem 134 Zootiere verendeten, zu einem Symbol der Hoffnung und des Wiederaufbaus geworden. Wie Zeitungen berichteten, starb Slavek im Alter von 33 Jahren an einer schweren Magendarmentzündung. Nach der Überflutung des Zoos war man davon ausgegangen, dass Slavek in dem überschwemmten Großtier-Pavillon ertrunken war. Doch das dreieinhalb Tonnen schwere Tier hatte sich auf die umlaufende Dachgalerie für das Personal gerettet. Sein aus einem kleinen Fenster gestreckter Kopf sei zu einem beliebten Postkartenmotiv geworden, sagte Zoodirektor Miroslav Bobek. "Wir haben viel mit ihm erlebt."

Europarat ehrt tschetschenischen Menschenrechtler

Ojub Titijew: "Willkürliche" Festnahmen sind die Regel

Der tschetschenische Menschenrechtsaktivist Ojub Titijew (61) ist mit dem Vaclav-Havel-Preis des Europarats geehrt worden. Titijew konnte die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung nicht selbst entgegennehmen, da er seit Januar wegen angeblichen Drogenbesitzes inhaftiert ist. "Der Kampf für die Menschenrechte in Tschetschenien muss weitergeführt werden", heißt es in einem Brief des Preisträgers, der im Europarat verlesen wurde. Weiter kritisiert er darin, "willkürliche" Festnahmen seien in seiner Heimat zur Regel geworden. Laut seinen Schätzungen wurden seit 1999 zwischen 3.000 und 5.000 Menschen in Tschetschenien verschleppt und getötet. Titijew leitete sieben Jahre das Büro der Menschenrechtsorganisation Memorial in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Das Büro wurde mittlerweile geschlossen.

Kollegen und Fans verabschieden sich von Caballé

Opernstar an der Seite ihrer Eltern in Barcelona beigesetzt

Begleitet von Kollegen, Spitzenpolitikern, Fans und Adligen ist die Opernsängerin Montserrat Caballé in Barcelona zu Grabe getragen worden. "Sie war wie eine große Schwester für mich", sagte Startenor José Carreras bei der Trauerfeier im Stadtteil Les Corts. Auch die frühere spanische Königin Sofia und Ministerpräsident Pedro Sánchez erwiesen der Sopranistin die letzte Ehre. Caballé war am Samstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus ihrer Heimatstadt gestorben, wo sie seit September behandelt wurde. Sie hatte in den 60er Jahren ihren internationalen Durchbruch als Opernsopran gefeiert. Bekannt wurde sie auch durch das Duett "Barcelona" mit Queen-Sänger Freddy Mercury - eine Hommage an die Gastgeberstadt der Olympischen Spiele von 1992. Caballé wurde auf dem Friedhof Sant Andreu an der Seite ihrer Eltern beigesetzt.

Walmart will Video-Portal ausbauen

Finanzielle Details des Deals mit MGM wurden nicht bekannt

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart setzt bei seinem Video-Angebot Vudu fortan auf die Hilfe des Hollywood-Studios Metro Goldwyn Mayer MGM. Die James-Bond-Produktionsfirma werde künftig exklusive - auf Familien zugeschnittene - Inhalte liefern, teilte der US-Konzern mit. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Im Wettbewerb mit dem Streamingdienst Netflix, dem Videoportal Hulu und dem Angebot von Amazon hängt Walmart mit seinem vor acht Jahren gekauften Video-Dienst schon lange hinterher.

Die Besenheide ist Blume des Jahres 2019

Heidelandschaften sind gefährdet

Ihr leuchtendes Violett prägt im Spätsommer die Heidelandschaften: Die Besenheide (Calluna vulgaris) - auch Heidekraut genannt - ist von der Loki Schmidt Stiftung zur "Blume des Jahres 2019" gekürt worden. Damit möchte die Stiftung auf die Gefährdung der Heidelandschaften aufmerksam machen und sich für die Pflege dieser Lebensräume einsetzen. Jeden Sommer verwandelten sich die Heidelandschaften in ein lilafarbenes Meer, hieß es. Die Besenheide habe sich an die mageren, sauren und trockenen Böden angepasst und könne bis zu 40 Jahre alt werden. Gerade deswegen sei sie für viele, teils seltene Insekten eine verlässliche Futterquelle und Brutstätte.

Bülent Ceylan erhält Deutschen Lesepreis 2018

Seine Bekanntheit "ein unschätzbarer Türöffner"

Der Mannheimer Comedian Bülent Ceylan wird mit dem Deutschen Lesepreis 2018 für sein Engagement in der Leseförderung ausgezeichnet. "Der Einsatz für das Lesen benötigt prominente Fürsprecher. Bülent Ceylans Bekanntheit ist ein unschätzbarer Türöffner, um bundesweit viele Kinder für das Lesen zu begeistern und Bildungserfolge zu ermöglichen", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas. Der Deutsche Lesepreis wird seit 2013 vergeben. Die mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Auszeichnung soll die Leseförderung für Kinder und Jugendliche stärken und öffentlich sichtbar machen.

Knabe-Entlassung: Senator weist Vorwürfe zurück

Unzureichende Reaktion auf die Anschuldigungen gegen seinen Vize

Nach der Absetzung des Direktors der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat Berlins Kultursenator Klaus Lederer den Vorwurf einer "Strafaktion" zurückgewiesen. Das berichtet der Tagesspiegel. In einem Brief an den Stiftungsbeirat schreibt Lederer, bei der Kündigung Knabes handele es sich nicht um eine Reaktion auf Knabes angebliche "politische Unangepasstheit". Sondern Knabe habe unzureichend auf die Vorwürfe gegen seinen Stellvertreter Helmuth Frauendorfer reagiert. Dabei habe er das Aufsichtsgremium und die Öffentlichkeit getäuscht. Frauendorfer soll Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat in einem Schreiben jeden Verdacht einer politischen Intrige zurückgewiesen. Alle Mutmaßungen, hinter der Kündigung des Direktors stünden parteipolitische oder ideologische Erwägungen, entbehrten jeder Grundlage, erklärte Grütters. Die Vorwürfe gegen Knabe seien "substantiiert und gravierend".

Taylor Swift will für Demokraten stimmen

Bislang hatte sich die Sängerin aus der Politik herausgehalten

US-Sängerin Taylor Swift will bei den Kongresswahlen im November für die Kandidaten der oppositionellen Demokraten stimmen. Bislang habe sie sich aus der Politik immer herausgehalten, nun habe sie ihre Meinung geändert, schreibt Swift an ihre 112 Millionen Fans bei Instagram. Im Weiteren übt sie scharfe Kritik an der republikanischen Kandidatin Marsha Blackburn, die bisher für die Partei von US-Präsident Donald Trump im Repräsentantenhaus sitzt und nun für den Senat kandidiert. Obwohl sie in der Vergangenheit bevorzugt für Frauen gestimmt habe, könne sie Blackburn "nicht unterstützen". Blackburn habe gegen gleiche Entlohnung für Frauen und gegen ein Bundesgesetz zum Schutz von Frauen vor Gewalt gestimmt, begründet die Sängerin ihre Entscheidung. Swift fordert ihre Fans auf, sich ebenfalls für die Wahl registrieren zu lassen. Aber "bitte, bitte informiert Euch über die Kandidaten, die in Eurem Staat antreten".

EU-Projekt zu maschineller Übersetzung gefordert

Verlagschef warnt vor "digitaler Ausrottung" europäischer Sprachen

Der Verlagschef von Condé Nast, Wolfgang Blau, hat vor einer "digitalen Ausrottung" europäischer Sprachen gewarnt und ein großangelegtes Übersetzungsprojekt der Europäischen Union gefordert. Für viele Softwarehersteller und Inhalte-Anbieter lohne es sich nicht, Sprachversionen für kleine Länder anzubieten. Die EU sollte daher in großem Stil in maschinelle Übersetzungen investieren, fordert der Internet-Experte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Der fragmentierte Sprachraum sei der eigentliche Flaschenhals des europäischen Binnenmarktes und auch das größte Hindernis für das Entstehen einer europäischen Öffentlichkeit. Wer zum Beispiel eine E-Commerce-Website in Deutschland oder in Kroatien produziere, erreiche wegen der Sprachbarriere bisher nur einen Bruchteil der Verbraucher in Europa. Die EU sollte die Entwicklung maschineller Übersetzung daher zu einem ihrer Flagship-Projekte machen. Diese würden in der Regel über zehn Jahre hinweg mit einer Milliarde Euro gefördert, sagte Blau.

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