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Interview / Archiv | Beitrag vom 31.12.2019

Ingenieur Markus KrabbesIndustriekultur gegen das Gefühl der Entwurzelung

Markus Krabbes im Gespräch mit Ute Welty

Eine restaurierte historische Leuchtreklame weist den Weg zur Leipziger Baumwollspinnerei. (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
Paradestück der Industriekultur: Die Baumwollspinnerei in Leipzig-Plagwitz (picture alliance / dpa / Jan Woitas)

Sachsen feiert in den kommenden zwölf Monaten 500 Jahre Industriegeschichte. Dieses wichtige Erbe soll stärker sichtbar gemacht werden, sagt Markus Krabbes, Professor in Leipzig und Vorsitzender des Vereins für Industriekultur.

Dieses wichtige, vor allem architektonische Erbe soll 2020 noch stärker sichtbar gemacht werden, sagt Markus Krabbes, Diplom-Ingenieur und Professor für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig. Das solle mit einem "wertschätzenden Blick" geschehen und könne helfen, die gesellschaftliche Spaltung zu vermindern: "Der Erhalt der Industriekultur wirkt dem Gefühl der Entwurzelung entgegen." Dies könne integrierend wirken, "dass man sich nicht so verloren fühlt in einer Gegenwart, die so von Umbrüchen dominiert zu sein scheint."

Aus seiner Sicht relativiert der Blick auf Industriegeschichte den "Transformationsdruck, den wir in unserer Gegenwart erleben". Es mache sichtbar, dass diese Transformation schon immer diese Industrie begleitet hätten: "Das relativiert aus meiner Sicht, dass wir uns heute als besonders von Veränderungen betroffen fühlen." Industriegeschichte zeige auch "transformative Kraft" hin zu besseren Zuständen.

Markus Krabbes ist auch Vorsitzender des Vereins für Industriekultur in Leipzig und sagt über seine Stadt: "Ganz viele dieser Gebäude sind in Wohnnutzung umgenutzt worden, und damit wurden viele Industriebrachen wiederbelebt. Das geht von alten Messepalästen bis hin aber auch zu ganzen Stadtquartieren wie der Stadtteil Plagwitz." Dieser habe jetzt eine urbane Qualität, weil er Ansiedlungsraum geworden sei. Vor allem Künstler und junge Leute würden diese eher niedrigschwellig sanierten Angebote nutzen.

Weitere Informationen zur Landesausstellung Boom! 500 Jahre Industriekultur in Sachsen

(cre)

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