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Lesart / Archiv | Beitrag vom 12.10.2015

Indonesische Impressionen (6)Auf einen Tee mit Andrea Hirata

Von Ulla Lenze

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Andrea Hirata ist ein Literatur-Star in Indonesien, ein Star zum Anfassen. Der Schriftsteller freut sich auf das Treffen mit seiner europäischen Kollegin und bringt zu dem Gespräch mit ihr Freunde mit. Und er sorgt für Musik.

Andrea Hirata: "Why it's possible for me to write a novel, though I don't have a literary background? - Because of inspiration. That's what my teacher gave me when I was a child."

Wenn man sich in Indonesien mit Schriftstellern trifft, bekommt man viel geboten; es sind kleine Auftritte. Andrea Hirata erscheint fast ein bisschen hofstaatmäßig zu unserem Treffen. Er betritt das Café in Begleitung mehrerer Freunde - einer trägt Hiratas Gitarre - und der Sängerin Mena, die zu Hiratas Ausführungen immer wieder leise und hintergründig lächelt, etwa zu seinen Erklärungsversuchen, warum es eigentlich keine Erklärung für den unfassbaren Erfolg seines Debütromans "Die Regenbogentruppe" gibt.

Er ist der wohl bekannteste lebende Autor in Indonesien, jeder, den ich frage - vom Taxifahrer zur Kellnerin - kennt ihn.

Andrea Hirata: "My first novel was not meant to be published, it was a gift to my teacher. Someone took it from me and gave it to a publisher. So probably if you like your novel to be a success you need to have someone to steal it."

Sein Roman "Die Regenbogentruppe" ist eine Liebeserklärung an seine unter finanziellen Nöten leidende Dorfschule auf der kleinen Insel Belitung. Und von der Sehnsucht nach dieser Insel handelt sein Lied.

Der Roman die Regenbogentruppe erzählt Hiratas eigene Kindheitsgeschichte - als Sohn eines armen Zinnminenarbeiters hat er dank Schuldbildung einen anderen Weg einschlagen können als seine Vorväter. Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie die Indonesier sie lieben; from zero to hero.

Die kleine Insel Belitung produziert 90 Prozent des indonesischen Zinns und ein Drittel des weltweit gehandelten Zinns. Und doch hatten die Kinder der Zinnminenarbeiter damals kaum Geld, um zur Schule zu gehen. Hirata erzählt das alles, ohne zu beschönigen.

Andrea Hirata: "If you don't mind you can see..., that the way poor people think can only be understand by poor people."

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