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Musik / Archiv | Beitrag vom 06.05.2014

Indie-PopShakespeare auf dem Synthesizer

Hallam London: "Not Afraid of Greatness"

Von Tarik Ahmia

Cover - Hallam London: "Not Afraid of Greatness" (Ausschnitt) (fortunefavoursfools records)
Cover - Hallam London: "Not Afraid of Greatness" (Ausschnitt) (fortunefavoursfools records)

Zum 450. Geburtstag der Dichterlegende William Shakespeare hat der Musiker Hallam London ein ganzes Album mit altenglischen Shakespeare-Sonetten im Indie-Pop-Sound aufgenommen. Das klingt erstaunlich aktuell.

Die Sonette sind mehr als 400 Jahre alt, doch die Musik ist ganz neu."Not Afraid Of Greatness" heißt sein Shakespeare-Album – und vor der Größe der literarischen Vorlage fürchtet sich Hallam London offensichtlich nicht. Sein Album transferiert Shakespeares Lyrik aus dem beginnenden 17. Jahrhundert verblüffend nahtlos in unsere Gegenwart. Auch auf Albumlänge ist eine zeitliche Kluft nicht zu spüren. Text und Musik wirken wie aus einem Guss, die Songs sind vielgestaltig und eingängig.

Dabei ist Hallam London übrigens nicht mal englischer Muttersprachler, er stammt aus Dresden. Seine Shakespeare-Begeisterung begann eher zufällig: Als ihm ein Bändchen mit 50 Sonetten des englischen Meisters in die Hände fiel, wuchs seine Faszination für die Sprachgewalt von Shakespeares Gedichten und für die Vielfalt seiner Bilder.

Verse funktionieren bestens in Popsongs

In der Umsetzung macht London sprachlich keine Kompromisse, denn er belässt die Gedichte in Shakespeares original altenglischer Sprache. Alle Texte und Übersetzungen lassen sich im Booklet des Albums nachlesen.

Hallam London gelingt es tatsächlich, die immer gleiche Struktur von Shakespeares Versen so abwechslungsreich zu setzen, dass sie auch als Popsongs bestens funktionieren. Das Album "Not Afraid of Greatness" verleiht den historischen Vorlagen eine Aktualität, die sich weder verstaubt anfühlt noch anhört.

Label: fortunefavoursfools records

Reinhören:

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