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Kulturnachrichten

Montag, 9. September 2019

In Berlin sind die First Steps Awards verliehen worden

In Berlin sind zum 20. Mal die First Steps Awards verliehen worden. Sie gelten als die wichtigste Auszeichnung für den deutschen Filmemachernachwuchs. Der Preis für das beste Drehbuch ging an Jacob Hauptmann für "Zeit der Monster". Als bester abendfüllender Spielfilm wurde Futur Drei von Faraz Shariat geehrt. Bester Dokumentarfilm wurde "Out of Place" von Friederike Güssefeld. Den Ehrenrpeis erhielt die künstlerische Leiterin der First Steps Awards, Andrea Hohnen, die seit Beginn den Preis und das Programm gestaltet. Mit der diesjährigen Ausgabe gab sie ihren Abschied bekannt.

Rabbiner Nachama erhält Moses-Mendelssohn-Medaille

Der Historiker und Rabbiner Andreas Nachama ist mit der Moses-Mendelssohn-Medaille ausgezeichnet worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte den Direktor der Stiftung Topografie des Terrors als Lehrmeister der Toleranz und Verständigung. Nachama sei ein Wegbereiter interreligiöser Versöhnung. Die Erinnerungskultur in Deutschland profitiere von seiner Nachdenklichkeit und Besonnenheit. Die Moses-Mendelssohn-Medaille wird seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich für Toleranz und Völkerverständigung engagieren. Zu den bisherigen Preisträgern gehören etwa der frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, sowie der Dirigent Daniel Barenboim.

Autor Mansour bekommt Theodor-Lessing-Preis

Der deutsch-israelische Psychologe und Autor Ahmad Mansour ist für seinen Beitrag zur Versöhnung und Verständigung mit dem Staat Israel mit dem Theodor-Lessing-Preis 2019 ausgezeichnet worden. Der 43 Jahre alte Islam-Experte sei ein Brückenbauer, der sich auch an die junge Generation wende und für eine Demokratisierung des Islam einsetze, teilte die Deutsch-Israelische Gesellschaft Hannovermit. Die undotierte Auszeichnung ist nach dem aus Hannover stammenden jüdischen Philosophen und Publizisten Theodor Lessing (1872-1933) benannt. Der Preis wird seit 2004 für aufklärerisches Denken und Handeln verliehen und wurde zum achten Mal vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem die Schauspielerin Iris Berben und der Liedermacher Wolf Biermann.

Sanssouci-Skulpturen kehren an Standort zurück

Das Skulpturenprogramm an den Neuen Kammern von Sanssouci in Potsdam kann nach 37 Jahren wiederhergestellt werden. Das insgesamt 1,2 Millionen Euro umfassende Restaurierungsprojekt sei durch Spenden möglich gemacht worden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam mit. In einem ersten Schritt sollen am Dienstag kommender Woche vier der insgesamt 24 Skulpturen wieder vor dem sogenannten Mittelrisaliten aufgestellt werden.

Fein wird neuer Intendant der Alten Oper in Frankfurt

Markus Fein wird neuer Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper in Frankfurt. Er tritt seinen neuen Job zum 1. September 2020 an. Das teilt das Frankfurter Kulturdezernat mit. Zur Zeit leitet der 48-Jährige die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Er freue sich, dass mit Fein ein "auf vielen Feldern erfahrener Intendant" an die Alte Oper komme, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Zu seinen Aufgaben soll auch gehören, neue Zielgruppen zu erschließen und jüngere und mittlere Generationen stärker als bisher ans Haus zu binden. Fein, der in Frankfurt geboren wurde, bezeichnete die Alte Oper als "phantastisches Haus der Möglichkeiten". Bereits im April war bekannt geworden, dass der bisherige Intendant Stephan Pauly Chef des Wiener Musikvereins wird. Er leitet die Alte Oper seit 2012.

Kein E-Scooter für Oberammergauer Jesus

Jesus Christus wird bei den berühmten Oberammergauer Passionsspielen im nächsten Jahr nicht auf einem E-Tretroller nach Jerusalem einziehen. Wie eh und je werde Gottes Sohn auf einem Esel reiten, teilten die Passionsspiele mit. Das Veterinäramt des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen (Bayern) stellte klar, dass grundsätzlich dem traditionellen Ritt auf dem Esel nichts entgegenstehe. Die Organisation Peta hatte den Ritt eines erwachsenen Christus-Darstellers auf einem Esel als tierschutzwidrig gesehen und den Ersatz des Tieres durch einen E-Scooter vorgeschlagen.

Antiker Siegelabdruck in Jerusalem gefunden

In Jerusalem ist ein winziger Siegelabdruck aus dem siebten vorchristlichen Jahrhundert gefunden worden. Eine israelische Zivildienstleistende fand das einen Zentimeter große Tonstück mit der Inschrift "Adonijahu, der Verwalter" beim Durchsieben von archäologischem Schutt von Grabungen an der Klagemauer. Das berichten israelische Medien. Nach Angaben von Archäologen der Israelischen Antikenbehörde handelt es sich um eine seltene Inschrift von größter Bedeutung. Die Position "königlicher Verwalter" kommt mehrfach in der Bibel vor und beschreibt den ranghöchsten Minister am königlichen Hof. Das Tonsiegel wurde demnach in der Zeit des ersten Tempels dazu benutzt, um wichtige Dokumente zu versiegeln.

Buchmesse bringt Bestsellerautoren nach Frankfurt

Die Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober stellt auf ihrem "Bookfest" international bekannte Autoren vor. Zu mehr als 50 Veranstaltungen in der Frankfurter Innenstadt und knapp 30 auf der Messe kämen Schriftsteller*innen "zum Anfassen", sagte der Buchmesse-Direktor Juergen Boos. Darunter befinden sich die Literaturnobelpreisträgerin Margaret Atwood sowie Ken Follett, Jo Nesbø, Maja Lunde, Colson Whitehead und Peter Wohlleben. Sie stellen ihre neuen Bücher vor. Mit bisher 7.200 Ausstellern aus 105 Ländern bewege sich der Umfang der Buchmesse auf dem des vergangenen Jahres, so Boos. Auch politische Themen werden diskutiert. Die "Fridays-for-Future"-Aktivistin Luisa Neubauer trifft auf den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Darüber hinaus starte die Buchmesse die Kampagne "Create your Revolution". Die Initiative wolle neue Ideen für die Gesellschaft hervorbringen und wird gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Fernsehsender Arte und den Vereinten Nationen organisiert. Die Buchmesse rückt Hörbücher, Podcasts und Sprachassistenten mehr als zuvor ins Rampenlicht. Das Ehrengastland Norwegen schickt die Kronprinzessin Mette Marit mit einem Literaturzug von Berlin über Köln nach Frankfurt. Ein umfangreiches Kulturprogramm begleitet den Auftritt von mehr als 100 norwegischen Autorinnen und Autoren.

Experten empfehlen Kompromiss für NS-Raubkunst

Die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst hat sich vermittelnd in die Auseinandersetzung um ein Gemälde des Malers Hans von Marees eingeschaltet. Es stammt von 1859, trägt den Titel "Ulanen auf dem Marsch" und befindet sich derzeit im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Wie die Kommission mitteilte, empfiehlt sie den Staatsgemäldesammlungen das Kunstwerk an die Erbin von Max Stern, die Dr. and Mrs. Max Stern Foundation zu restituieren. Vorausgegangen war eine Anhörung beider Parteien. Die Foundation soll sich verpflichten, das Gemälde innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht zu veräußern und es an die Staatsgemäldesammlungen zurückzugeben, falls sich herausstellen sollte, dass der Verkauf mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ohne die Herrschaft der Nationalsozialisten zustande gekommen wäre. Das Marees-Bild "Ulanen auf dem Marsch" wurde von Stern im Juni 1936 verkauft. Ob er auch der Eigentümer des Werks war oder ob er es als Kommissionsware verkauft habe, konnte bisher nicht geklärt werden. Ab Beginn der NS-Herrschaft war Max Stern als jüdischer Kunsthändler zunehmender Diskriminierung ausgesetzt. Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm 1939 aberkannt. Er emigrierte über London nach Kanada.

Besucherrekord bei Ars Electronica

Das Ars Electronica Festival im österreichischen Linz hat 40 Jahre nach seiner ersten Ausgabe mehr Besucher angelockt als je zuvor. Wie die Veranstalter mitteilten, kamen etwa 110 000 Besucher zum Festival. Das Ars Electronica Festival wird seit 1979 jährlich organisiert und gilt mittlerweile als das international bedeutendste Festival für Digitale Kunst. Im Mittelpunkt stehen Trends aus verschiedenen zukunftsorientierten Disziplinen wie Gentechnik, Robotik oder Medienkunst. Bei der 2019er Auflage waren fast 1500 Künstler und Wissenschaftler aus 45 Ländern am Programm beteiligt. Dieses Jahr stand das Festival unter dem Motto "Out of the box - Die Midlife-Crisis der Digitalen Revolution". Im kommenden Jahr siedelt die Ars Electronica auf den Campus der Universität Linz über.

Stiftung Denkmalschutz kritisiert Bonn

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kritisiert die Stadt Bonn wegen der laufenden Sanierung der Beethovenhalle. Die Baukosten für die 60 Jahre alte Halle sind von geplanten 60 Millionen Euro auf circa 160 Millionen Euro gestiegen. Auch verzögert sich die Fertigstellung durch Schwierigkeiten bei der Sanierung um mehrere Jahre. Deshalb können die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven im kommenden Jahr nicht in der Halle stattfinden. Die Stadt Bonn sei dafür mitverantwortlich, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die Stadt hätte gründlicher und längerfristiger planen müssen. Wichtige Faktoren, wie der Baugrund, seien zu spät geprüft worden. Die Stadt Bonn weist darauf hin, dass es keine alten Pläne von der Halle gebe. Die Beethovenhalle wurde vom damals 29-jährigen Architekten und Scharoun-Schüler Siegfried Wolske (1925-2005) entworfen. Sie entwickelte sich zu einem Wahrzeichen der damaligen Bundeshauptstadt. Ab 1959 war die Halle Ort des jährlichen Beethovenfests. Viermal wurde hier ein deutscher Bundespräsident gewählt.

Augsburger Fuggerei eröffnet zwei neue Museen

Die Augsburger Fuggerei eröffnet am kommenden Sonntag zwei neue Museen. Sie erzählen von den Lebensgeschichten der Bewohner der ältesten Sozialsiedlung der Welt und vom Wandel der Bedürftigkeit. Das teilte die Fuggersche Stiftungs-Administration in Augsburg mit. Die Fuggerei bietet demnach seit fast 500 Jahren bedürftigen Augsburgern katholischen Glaubens für 88 Cent pro Jahr plus Nebenkosten und täglich drei Gebeten eine bezahlbare Wohnung. Weit über tausend Augsburger hätten allein seit dem Zweiten Weltkrieg ein Zuhause in der Fuggerei gefunden. Heute lebten dort rund 150 Menschen jeden Alters in rund 140 Wohnungen.

Bundesstiftung: SED-Diktatur nicht schönreden

30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR warnt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur davor, die Verhältnisse vor 1989 in Ostdeutschland schönzureden. "Diktatur bleibt Diktatur - und sie muss auch so genannt werden", sagte Geschäftsführerin Anna Kaminsky der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dass die DDR auch im Jahr 2019 noch verharmlost werde, zeige, dass die Aufarbeitung noch nicht vorbei sei und auch in 20 oder 30 Jahren nicht vorbei sein sollte. Die Wissenschaftlerin begrüßt es, dass die Bundesregierung die Fristen zur Entschädigung von SED-Opfern aufheben will, findet aber, dass der Entwurf nicht weit genug geht. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fordert Ausgleichsleistungen auch für Opfer von Zersetzungsmaßnahmen, für Opfer von Zwangsumsiedlungen, für verfolgte Schülerinnen und Schüler, Verbesserungen für ehemalige Heimkinder und für Haftopfer mit einer Haftdauer von weniger als 180 Tagen.

Expressionisten im Depot des Landtags NRW entdeckt

Bei Aufräumarbeiten im Kunstdepot des nordrhein-westfälischen Landtags hat eine Kunsthistorikerin Bilder der Expressionisten Walter Ophey und Christian Rohlfs wiederentdeckt. Die beiden Ölgemälde von Ophey (1882-1930), ein Früchtestillleben und eine bunte "Landschaft mit Wolken", wurden restauriert. Sie sollen zur Parlamentsnacht am 27. September erstmals seit langem wieder öffentlich präsentiert werden. Der Landtag hatte die Werke bereits im Jahr 1949 angekauft. Ophey gehörte zu den wichtigsten Malern des Rheinischen Expressionismus; Rohlfs (1849-1938) zählte zum Kreis der westfälischen Expressionisten und lebte in Hagen. Seine Bilder wurden an das Kunsthaus NRW Kornelimünster in Aachen ausgeliehen. Die Kunstsammlung des Landtags umfasst rund 600 Werke. Hochkarätige Arbeiten von Günther Uecker, Otto Piene, Jörg Immendorff oder Ewald Mataré sind im Landtagsgebäude ausgestellt. Rund 250 Arbeiten sind im Depot untergebracht. Die Mitarbeiter des Landtags können dort Werke für ihre Büros leihen.

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