Das Feature, vom 03.11.2020, 19:15 Uhr

Im Parlament der DingeDas Huhn

Das Huhn steht exemplarisch für das Effizienzdenken des Agrobusiness. Ab Mitte des 20.Jahrhunderts tritt es als erstes hybrid gezüchtetes Nutztier seinen Siegeszug über die Welt an.

Masthähnchen in einem der Ställe der Agrarproduktionsgesellschaft Agp Lübesse. (picture alliance / dpa)
Masthähnchen in einem der Ställe der Agrarproduktionsgesellschaft Agp Lübesse (picture alliance / dpa)

Wie beim Hybridmais und dem Saatgut müssen in der Geflügelbranche tätige Landwirtinnen und Landwirte die Küken seither immer wieder nachkaufen. Denn die wirtschaftlich relevanten genetischen Eigenschaften sind bei Hybridhühnern nur in einer einzigen Generation vorhanden. Vier global agierende Konzerne haben das Erbgut der Hochleistungshühner mittlerweile unter ihre Kontrolle gebracht.

Jüngst haben britische Geologen und Archäologinnen das Masthuhn zum Symbol des Anthropozän erklärt, weil sich in ihm der beispiellose Umbau der Biosphäre der Erde zeige. Zeit also für das Huhn, seine Stimme zu erheben, im Parlament der Dinge, nach einer Idee des französischen Wissenschaftstheoretikers Bruno Latour, in dem Menschen und nicht-menschliche Wesen ihre Interessen verhandeln.

Das Huhn
Im Parlament der Dinge
Von Barbara Eisenmann

Regie: die Autorin
Es sprachen: Marina Behnke, Frieder Butzmann, Fritzi Haberlandt, Wilfried Hochholdinger und Michael Rotschopf
Ton und Technik: Frieder Butzmann
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Deutschlandfunk/SWR 2020

Barbara Eisenmann, geboren 1960 in München, lebt in Berlin und Barcelona, studierte Hispanistik in Granada und Germanistik in Berlin, arbeitet seit Ende der Neunzigerjahre als freie Autorin und Regisseurin für den Hörfunk.

Das Huhn. Im Parlament der Dinge (PDF)

Das Huhn. Im Parlament der Dinge (Textversion)

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