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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 02.06.2013

Im Banne der Nacht

Benjamin Brittens Serenade für Tenor, Horn und Streicher

Gast: Norbert Abels / Moderation: Gerald Felber

Streicher: Benjamin Britten schrieb seine Serenade für Tenor, Horn und Orchester (AP)
Streicher: Benjamin Britten schrieb seine Serenade für Tenor, Horn und Orchester (AP)

In der Endphase des zweiten Weltkrieges schrieb Benjamin Britten seine Serenade für Tenor, Horn und Orchester auf sechs Texte englischer Dichter verschiedener Jahrhunderte – vordergründig ein dunkel-romantisches, zeitweise sogar ausgesprochen wohllautendes Werk, dessen Bezug zu den Zeitläuften nicht sofort einleuchten will.

Tatsächlich aber sind die Gärungen dieser Monate hier nur sublimiert und ins Innere des Individuums hineingenommen – verbunden mit jener Mischung aus inniger Neigung und tiefer Verunsicherung, die sich aus der homosexuellen Partnerschaft zwischen dem Komponisten und dem Tenor Peter Pears im Umfeld des prüde gestimmten englischen Post-Viktorianismus ergab.

Beide hatten sich einige Jahre zuvor kennengelernt, und die Serenade ist eine der ersten Kompositionen, die Britten direkt für seinen Sänger-Freund schrieb: ein Hineinsteigen in die Tiefen von Nacht und Schlaf und deren euphorische wie Schrecken gebärende Entgrenzungen.

Norbert Abels, Chefdramaturg der Frankfurter Oper und als Biograph des Komponisten besonders dazu berufen, setzt das Werk im Gespräch mit Gerald Felber immer wieder in Beziehung zu anderen Stücken des Briten und hat für seine Vorstellung vorwiegend Interpreten aus dessen Heimatland gewählt – natürlich unter Einschluss von Peter Pears und mit Britten selbst als Dirigent in einer Aufnahme, die im unmittelbaren Umfeld der Uraufführung 1944 entstand.

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