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Kulturnachrichten

Sonntag, 29. Dezember 2019

Igor Levit berichtet von antisemitischer Morddrohung

Der Pianist Igor Levit berichtet im "Tagesspiegel am Sonntag" von einer antisemitischen Morddrohung per E-Mail. In der Mail von Mitte November wurde Levit ein Mordanschlag bei einem konkreten Konzert in Süddeutschland angedroht. Er habe die Polizei eingeschaltet und das Konzert unter Personenschutz und aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen gespielt. Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremer Terror würden in Deutschland immer noch systematisch unterschätzt, warnt der jüdische Musiker. Das Land befinde sich "mitten in einer massiven Normverschiebung innerhalb unserer Demokratie". Diese werde nicht mehr dieselbe sein, "wenn wir geschehen lassen, dass Antisemitismus, Rassismus und Frauenhass immer weiter Raum gewinnen", so Levit.

WDR-Chorleiter widerspricht Vorwürfen

Das Video der vom WDR-Kinderchor als Umweltsatire gesungene Parodie auf das Lied "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" ist nach empörten Reaktionen gelöscht worden. Der WDR entschuldigte sich für das Video. Unterdessen wies die Chorleitung den Vorwurf zurück, die Kinder seien instrumentalisiert worden: "Ich möchte mich als beteiligter Musiker bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen", erklärte der künstlerische Leiter Zeljo Davutovic. Den teilnehmenden Kindern sei erklärt worden, dass mit Überspitzung und Humor der Konflikt zwischen den Generationen aufs Korn genommen werden solle. Kinder und Eltern hätten freiwillig entscheiden können, ob sie an dem Projekt teilnehmen. Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Frank Überall, sagte im Deutschlandfunk Kultur, er verstehe nicht, warum das Video so polarisieren konnte, denn es sei deutlich als Satire gekennzeichnet worden.

Gunter Demnig verlegt den 75.000. Stolperstein

Der Berliner Künstler Gunter Demnig hat im bayerischen Memmingen den 75.000. "Stolperstein" verlegt. Bei den Steinen handelt es sich um kleine Betonwürfel mit einer Kantenlänge von knapp zehn Zentimetern. Auf der Oberseite tragen sie eine Messingplatte mit biografische Angaben über die Opfer. Vor den früheren Wohnhäusern der Verfolgten werden sie dann in den Bürgersteig eingelassen. Inzwischen wird mit den "Stolpersteinen" in mehr als 1.200 deutschen Kommunen sowie in zahlreichen europäischen Ländern an die Opfer der Nazi-Diktatur erinnert.

Sternsinger starten Dreikönigssingen

In Osnabrück hat das katholische Dreikönigssingen begonnen. Rund 2.000 als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder nahmen an der Auftaktveranstaltung vor dem Dom teil. Im Anschluss liefen die Sternsinger durch die Stadt. Rund um das Dreikönigsfest am 6. Januar werden in ganz Deutschland etwa 300.000 Mädchen und Jungen als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen und Spenden für Hilfsprojekte in Libanon sammeln.

Standort des Instituts für Fotografie noch offen

Ein Fotoarchiv soll das bildhafte Gedächtnis der Gesellschaft bewahren. Die Bundesmittel stehen bereit. Alles weitere sollen nach dem Willen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters Experten entscheiden - auch die Frage, ob das Fotoinstitut in Düsseldorf entstehen soll. Sie freue sich, dass der Bundestag dafür zunächst 41,5 Millionen Euro ausgeben will, sagte die CDU-Politikerin. Ihr sei wichtig, dass der Bundestagsbeschluss und der darin genannte Standort Düsseldorf zusammengebracht werden mit dem, was die von ihr eingesetzte Expertenkommission erarbeiten werde. Sie soll im Frühjahr ihr Gutachten vorlegen.

Schottischer Autor Alasdair Gray gestorben

Der schottische Schriftsteller und Künstler Alasdair Gray ist tot. Wie sein Verlag mitteilte, starb der 85-Jährige nach kurzer Krankheit im Beisein seiner Familie in einem Krankenhaus. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon würdigte Gray als "literarischen Giganten" und "echten Universalgelehrten". Der Schriftsteller war ein Unterstützer schottischer Unabhängigkeitsbestrebungen. Mit seinem Debütroman "Lanark" gelang ihm 1981 der Durchbruch.

Hamas-Gericht verurteilt Komiker

Ein Gericht der im Gazastreifen herrschenden Palästinenser-Organisation Hamas hat einen Komiker zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil gegen den 32-jährigen Adel Al-Maschwachi wurde damit begründet, dass er religiöse Gefühle beleidigt und sich beschämend verhalten habe. Unter anderem hatte der Komiker in einem Video mit anderen jungen Männern eine Hinrichtung durch Mitglieder der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) nachgespielt.

Petrenko dirigiert Berliner Silvesterkonzert

Erstmals seit seinem Antritt dirigiert Kirill Petrenko das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker. Zusammen mit der Sopranistin Diana Damrau wird der neue Chefdirigent des Orchesters am 31. Dezember Broadway-Melodien aufführen. Die Gala wird ab 17.00 Uhr in mehr als 300 Kinos in Deutschland und anderen Ländern live übertragen, wie die Philharmonie mitteilte. Petrenko war zu Beginn in dieser Spielzeit als Nachfolger von Simon Rattle offiziell an die Spitze des Orchesters getreten. Damrau gilt als eine der international gefragtesten Sopranistinnen.

Bibliotheken spüren Versuche der Beeinflussung

Die Bibliotheken in Deutschland erleben ein neues Phänomen: Es gebe von Links wie Rechts Versuche, Buchbestände oder Veranstaltungen von Bibliotheken politisch zu beeinflussen, sagte der Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands, Andreas Degkwitz, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Bibliothekare und Bibliothekarinnen bemühten sich sehr um ausgewogene Bestände und Veranstaltungen. Doch dies werde durchaus kritisiert, so Degkwitz.
Um der Einflussnahme entgegenzuwirken bräuchten die Bibliotheken politische Unterstützung. Kritisch sieht Degkwitz, dass es in Kommunen und Städten immer weniger Orte wie Büchereien gebe.

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