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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 30.11.2008

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm

Rainer Maria Rilke und die Suche nach der Mitte des Lebens

Von Pastorin Elke Drewes-Schulz aus Nienhagen-Papenhorst

Hundert Jahre alt und doch brandaktuell ist das, was den Dichter Rainer Maria Rilke umtreibt: Grenzen zu überwinden, den Konkurrenzkampf der Religionen zu beenden, in Frieden miteinander und im Einklang mit der Natur zu leben. Den einen Gott hinter den vielen Gottesbildern zu finden, ist sein Ziel. Rilke begibt sich auf die Suche nach den Spuren Gottes im eigenen Leben, im Leben anderer Kulturen und fremder Religionen und lädt ein, in Bewegung zu bleiben und Gott "werden" zu lassen. Elke Drewes-Schulz begleitet ihn auf dieser außergewöhnlichen Pilgerfahrt.

"Gebet

Die Dichter haben dich verstreut
(es ging ein Sturm durch alles Stammeln),
ich aber will dich wieder sammeln
in dem Gefäß, das dich erfreut.

Ich wanderte in vielem Winde;
Da triebst du tausendmal darin.
Ich bringe alles, was ich finde:
Als Becher brauchte dich der Blinde,
sehr tief verbarg dich das Gesinde,
der Bettler aber hielt dich hin;
und manchmal war bei einem Kinde
ein großes Stück von deinem Sinn.

Du siehst, dass ich ein Sucher bin.

Einer, der hinter seinen Händen
Verborgen geht und wie ein Hirt;

Einer, der träumt, dich zu vollenden
Und: dass er sich vollenden wird."


Kraftvoll und entschlossen sucht der Dichter Rainer Maria Rilke Gott. Und das in einer Zeit, in der – ähnlich wie heute - alles Religiöse auf dem Prüfstand steht und der überlieferte Glaube an Gott veraltet erscheint. Der Mensch hat den alten Gott fortgejagt. In alle Winde verstreut.
Rilke sammelt ein, was noch von Gott zu finden ist. "Gott vollenden" will er – was für ein Unterfangen! Und dabei graut ihm vor dem fertigen Gott, vor den festen Vorstellungen, die Menschen von Gott haben, was ich gut verstehen kann.

Rilke:
"Ist uns der Vater denn nicht das, was war
vergangne Jahre, welche fremd gedacht,
veraltete Gebärde, tote Tracht,
verblühte Hände und verblichnes Haar?
Und war er selbst für seine Zeit ein Held,
er ist das Blatt, das, wenn wir wachsen, fällt."

"Veraltete Gebärde und tote Tracht", ein Kinder-Gott ist er für den Dichter. Ein Gott, den man ablegt, wenn man älter und reifer wird.
Wie konnte es zu so einer Abrechnung Rilkes mit dem Gott seiner Kindheit kommen, frage ich mich. Sagt er doch selbst, dass Gott einst sein Held war.

Rilke:
"Ein Held, der mir in meiner Zeit im Internat Einsamkeit und Leid bescherte. "…als ich einst einen heftigen Schlag ins Gesicht erhielt, so dass mir die Knie zitterten, sagte ich dem ungerechten Angreifer – ich hör es noch heute – mit ruhiger Stimme: ‚Ich leide es, weil Christus es gelitten hat, still und ohne Klage, und während du mich schlugst, betete ich zu meinem guten Gott, dass er dir vergebe.’ Eine Weile stand der erbärmliche Feigling stumm und starr, dann brach er in das Hohngelächter aus, in welches alle, denen er den Ausruf meiner Verzweiflung mitteilte, heulend einstimmten. Und ich floh dann immer zurück bis in die äußerste letzte Fensternische, verbiss meine Tränen, die dann erst in der Nacht, wenn durch den weiten Schlafsaal das regelmäßige Atmen der Knaben hallte, sich ungestüm und heiß Bahn brachen.""

Musik

Die so genannte christliche Erziehung, die zwanghafte Frömmigkeit seiner Mutter, hatte tiefe Wunden bei Rainer Maria Rilke hinterlassen.

Rilke:
"Arme Heilige aus Holz
Kam meine Mutter beschenken;
Und sie staunten stumm und stolz
Hinter den harten Bänken.

Haben ihrem heißen Mühn
Sicher den Dank vergessen,
kannten nur das Kerzenglühn
ihrer kalten Messen.

Aber meine Mutter kam
Ihnen Blumen geben.
Meine Mutter die Blumen nahm
Alle aus meinem Leben."

Nein, das war nicht der Gott, nach dem Rilke sich sehnte. Dieser Gott bedeutete nicht Liebe für ihn, sondern Liebesentzug. Blutleer und kalt war der Gott seiner Kindheit.
Und obwohl er sich entschieden von diesem Gott abgekehrt hatte, ist Gott nie bedeutungslos für ihn geworden. Schon ein Jahr nach jener Kritik an der kalten Frömmigkeit der Mutter – Rainer Maria Rilke ist gerade 24 Jahre alt – stellt er fest:

Rilke
"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang."

Diese Verse haben mich von meiner Jugend an tief beeindruckt. Oft habe ich mich in ihnen selbst entdecken können. Ich weiß nicht, ob ich Falke, Sturm oder großer Gesang bin. Mal ist Gott für mich Heimat, so wie für den Falken der Turm. Mal rüttele ich, erfüllt von Zweifeln, an seinen Grundfesten. Und dann wieder bestaune und besinge ich voller Ehrfurcht seine Größe. Die Suche nach dem, was Gott für mich ist, hört nie auf.

Rilke:
"Es wechseln immer wieder drei Generationen. Eine findet den Gott, die zweite wölbt den engen Tempel über ihn und fesselt ihn so, und die dritte verarmt und holt Stein um Stein aus dem Gottesbau, um damit notdürftig kärgliche Hütten zu bauen. Und dann kommt eine, die den Gott wieder suchen muss …."

Eine interessante Feststellung, wenn auch der Übergang der einzelnen Generationen mir eher fließend zu sein scheint und nicht klar voneinander abzugrenzen ist. Ich bin mir nicht sicher, an welcher Stelle sich meine Generation gerade befindet. Vielleicht zwischen religiöser Verarmung und neuer Suche. Viele Menschen finden keine Heimat mehr in den althergebrachten Traditionen und Glaubensüberzeugungen. Der alte Gott ist ihnen fremd geworden. Und doch hören sie nicht auf, Gott zu suchen. Einige setzen sich dafür ein, die Institution Kirche von Verkrustungen zu befreien und erwarten von ihr eine zeitgemäße, lebendige Frömmigkeit. Andere wiederum suchen Gott außerhalb der Kirche.

Musik

Rilke:
"Wir dürfen dich nicht eigenmächtig malen,
du Dämmernde, aus der der Morgen stieg.
Wir holen aus den alten Farbenschalen
Die gleichen Striche und die gleichen Strahlen,
mit denen dich der Heilige verschwieg.

Wir bauen Bilder vor dir auf wie Wände;
So dass schon tausend Mauern um dich stehn.
Denn dich verhüllen unsre frommen Hände,
sooft dich unsre Herzen offen sehn."

Gott kann man nur mit dem Herzen erfassen. Der Verstand, die vielen Worte verzerren und entstellen und zerstören das Unfassbare.

Rilke:
"Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dies heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern!
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an; sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um."

Musik

Auf einer Russland-Reise begeistert Rilke ein anderer Umgang mit dem Unbegreiflichen: Stille, Staunen und Ehrfurcht statt Erklärungsversuchen und Spott. Die Gläubigen versammeln sich in der orthodoxen Kirche vor der Ikonostase, jener Bilderwand, die den weltlichen Bereich vom Allerheiligsten trennt. Für die Menschen endet die Gotteserfahrung vor der riesigen Wand. Dahinter aber geht es weiter, dahinter befindet sich das Unsichtbare, Unbegreifliche Gottes. Gott bleibt im Wesentlichen verborgen.
Rilke lässt einen Ikonen-Maler beschreiben, wie wichtig ihm der dunkle, unfassbare Gott ist:

Rilke:
"Ich habe viele Brüder in Sutanen
Im Süden, wo in Klöstern Lorbeer steht.
Ich weiß, wie menschlich sie Madonnen planen,
und träume oft von jungen Tizianen,
durch die der Gott in Gluten geht.

Doch wie ich mich auch in mich selber neige:
Mein Gott ist dunkel und wie ein Gewebe
Von hundert Wurzeln, welche schweigsam trinken.
Nur, dass ich mich aus seiner Wärme hebe,
mehr weiß ich nicht, weil alle meine Zweige
tief unten ruhn und nur im Winde winken."

Gott ist hinter den Dingen. Aber wir haben immer weniger Zeit, innezuhalten und die Dinge wahrzunehmen.
Rainer Maria Rilke sucht ein Leben lang nach einem Weg, jenseits aller Bilder und Vorstellungen Gott zu erfahren.
So sehr er die Bilderwand der orthodoxen Kirche schätzt, weil sie die verborgene Seite Gottes ernst nimmt, so sehr steht sie auch für ein tragisches Verhältnis von Mensch und Gott: Der Mensch versucht, sich Gott vorzustellen und reiht so im Laufe seines Lebens Bild an Bild. Doch wie bei der mit Ikonen geschmückten Wand bleibt der wahre Gott dahinter verborgen.

Musik

Rilke:
"Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.

Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich…."

Das erinnert mich an die Bitte im Vaterunser: Dein Reich komme! Wie kein anderer lädt Jesus Menschen dazu ein, am Reich Gottes mitzubauen, es schon jetzt hier auf Erden entstehen zu lassen. Das Reich Gottes wird da Wirklichkeit, wo Armut und Unrecht bekämpft werden und der Mensch im Einklang mit der Natur lebt. Dinge, die auch Rilke am Herzen liegen. Trotzdem hat er zu Jesus – oder besser gesagt: zu Christus - ein zwiespältiges Verhältnis.

Rilke:
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Kreuz bleiben sollte…. Es sollte uns gewiss nicht überall aufgeprägt werden, wie ein Brandmal. In …[Christus] selber sollte es aufgelöst sein. Denn, ist es nicht so: er wollte einfach den höheren Baum schaffen, an dem wir besser reifen könnten. Er, am Kreuz, ist dieser neue Baum in Gott, und wir sollten warme glückliche Früchte sein, obendran. (…) Dieser Baum, scheint mir, sollte mit uns so eines geworden sein, oder wir mit ihm, an ihm, dass wir nicht immerfort uns mit ihm beschäftigen müssten, sondern einfach ruhig mit Gott, in den, uns reiner hinaufzuhalten, doch seine Absicht war. (…)
Wenn ich sage: Gott, so ist das eine große, nie erlernte Überzeugung in mir. (…) Wenn dieser Christus uns dazu geholfen hat, es mit hellerer Stimme, voller, gültiger zu sagen, umso besser, aber lasst ihn doch endlich aus dem Spiel. Zwingt uns nicht immer zu dem Rückfall in die Mühe und Trübsal, die es ihn gekostet hat, uns, wie ihr sagt, zu "erlösen". Lasst uns endlich dieses Erlöstsein antreten! (…)
Welcher Wahnsinn, uns nach einem Jenseits abzulenken, wo wir hier von Aufgaben und Erwartungen und Zukünften umstellt sind. Welcher Betrug, Bilder hiesigen Entzückens zu entwenden, um sie hinter unserm Rücken an den Himmel zu verkaufen!"

Vielleicht hat Rilke Recht. Vielleicht hat der in den Himmel gehobene Christus den Blick auf den irdischen Jesus verstellt und die Vision vom Reich Gottes hier auf Erden zurückgedrängt. Dadurch hat das Jenseits bei vielen Gläubigen einen höheren Wert erlangt als das Diesseits. Das ist sicher nicht im Sinne Jesu. Für Jesus ist das Reich Gottes keine Vertröstung auf ein Jenseits, sondern die noch ausstehende Zukunft Gottes hier auf Erden. Uns fordert er auf, sie Gegenwart werden zu lassen.
Auch Rilke will am Bau des kommenden "großen" Gottes unermüdlich arbeiten.

Rilke:
"Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.

Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küsste,
die strahlend und als ob sie alles wüsste
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.

Dann ist ein Hallen von den vielen Hämmern
Und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt, lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.

Gott, du bist groß."

Jesus gehört für Rainer Maria Rilke bestenfalls zu jenen "ernsten Hergereisten", die ihm einen "neuen Griff" zeigen, um dem kommenden Gott Konturen zu geben. Aber als Mittler zwischen Gott und Mensch lehnt er ihn ab. Er sagt von sich selbst, dass er ganz und gar in Verbindung mit Gott steht, dass er keinen Mittler braucht. Gott ist für Rilke der dunkle Wald, den er nie verlassen hat. Gott und er sind eins – so empfindet es der Dichter. Gott ist das "sanfteste Gesetz", das im Dichter und durch ihn vollendet werden will.

Rilke:
"Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz,
an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen;
du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen,
du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen,
du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen,
du dunkles Netz,
darin sich flüchtend die Gefühle fangen.
Du hast dich so unendlich groß begonnen
An jenem Tage, da du uns begannst…."

Gibt es überhaupt noch eine Grenze zwischen dem Dichter und Gott, frage ich mich. Lange hat Rilke mit dem Christus seiner Kindheit gekämpft, älter geworden hat er ihn entthront und Orpheus an seine Stelle gesetzt.

Rilke:
"Da stieg ein Baum. O reine Übersteigung!
O Orpheus singt! O hoher Baum im Ohr!
Und alles schwieg. Doch selbst in der Verschweigung
Ging neuer Anfang, Wink und Wandlung vor."

Orpheus und Christus sind sich sehr ähnlich. Beide haben durch ihre Liebe die Grenze des Todes bezwungen. Orpheus, so erzählt es der griechische Mythos, singt und dichtet so betörend schön, dass die Götter ihm gestatten, Eurydike, seine Geliebte, aus dem Totenreich zurück ins Leben zu holen. Es gelingt ihm – beinahe. Die beiden haben bereits das Totenreich verlassen. Da dreht Orpheus sich um. Er will sich vergewissern, dass Eurydike ihm tatsächlich folgt. Das aber hatten ihm die Götter verboten. Nun muss er seine Geliebte endgültig dem Tod überlassen.
Auch Jesus Christus ist, wie Christen heute noch bekennen, aus Liebe "hinabgestiegen in das Reich des Todes". Beide, das christliche Evangelium wie der Orpheus-Mythos, beschäftigen sich mit der Frage, was stärker ist: die Liebe oder der Tod.
Liebe kann den Tod besiegen, einen Augenblick lang jedenfalls. Aber das letzte Wort hat doch der Tod. Zu diesem Schluss kommt die Erzählung von Orpheus.
Anders die christliche Botschaft: Die Liebe ist stärker als der Tod, heißt es da.

Musik

Wenn Rilke über Orpheus schreibt, stellt er sich selbst dar: Er selbst ist Orpheus, der begnadete Dichter, dessen Kunst über ihn hinaus auf Höheres verweist.

Rilke:
"Der Künstler ist die Ewigkeit, welche hineinragt in die Tage."

Engel und Christus – sie bauten Rilke zeitlebens Brücken zu dem "unbeschreiblichen" Gott. Zwei Jahre vor seinem Tod will Rilke nicht mehr nur getragen werden von diesen Brücken, sondern er will selbst mitwirken am Bau dieser Brücke.

Rilke:
"Da dich das geflügelte Entzücken
über manchen frühen Abgrund trug,
baue jetzt der unerhörten Brücken
kühn berechenbaren Bug.

Wunder ist nicht nur im unerklärten
Überstehen der Gefahr,
erst in einer klaren reingewährten
Leistung wird es wunderbar.

Mitzuwirken ist nicht Überhebung
an dem unbeschreiblichen Bezug,
immer inniger wird die Verwebung,
nur Getragensein ist nicht genug.

Deine ausgeübten Kräfte spanne,
bis sie reichen, zwischen zwein
Widersprüchen …Denn im Manne
Will der Gott beraten sein."

Was auf andere überheblich und selbstverliebt wirkt, ist für Rainer Maria Rilke die tiefe neue Erkenntnis, dass Gott und Mensch und der gesamte Kosmos nicht voneinander zu trennen sind. Die Grenze zwischen Himmel und Erde, Diesseits und Jenseits, oben und unten, draußen und drinnen, Tod und Leben ist aufgehoben.
Die Aufgabe, etwas zu leisten, was geradezu an Gott heranreicht, beglückt ihn. Doch dieses Gefühl, damit selbst fast göttlich zu sein, macht ihn einsam. Mein Glaube schenkt mir das Vertrauen, dass alle Glaubenden Kinder Gottes sind. Und die sind ohne Gegenleistung von Gott geliebt und angenommen. Das entlastet ungemein. Loslassen können und sich einem göttlichen Du anzuvertrauen, das Ja zu mir gesagt hat, bevor ich zu irgendeiner Leistung fähig war, ist mit das kostbarste Gut meines Glaubens. Und ich will darauf vertrauen, dass dieses Ja zu mir auch im Tod nicht enden wird.
Gerne teile ich hingegen die Hoffnung des Dichters auf einen Neuanfang und seine Ehrfurcht vor dem Unergründbaren:

Rilke:
"Aber noch ist uns das Dasein verzaubert; an hundert
Stellen ist es noch Ursprung. Ein Spielen von reinen
Kräften, die keiner berührt, der nicht kniet und bewundert."

Musik



Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrerin Petra Schulze, Rundfunkarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland für Deutschlandradio und Deutsche Welle beim Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik

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