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Literatur | Beitrag vom 27.01.2019

Ich bin nicht ganz so, wie ich scheine Täuschen als Gesellschaftsspiel

Von Ursula Gassmann

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Zeichnung eines Mannes mit Maske vor anderem Mann  (imago stock&people)
Die hohe Kunst der Täuschung gilt inzwischen als akzeptiert. (imago stock&people)

Hochstapelei gehört heute immer mehr zum Alltag und sich für jemand anderen auszugeben, ist eigentlich kein Problem. Fast jede Verkleidung scheint möglich - doch ist durch die Jahre unterschiedlich bewertet worden.

Die perfekte Täuschung wird von den Mitmenschen meist belohnt, auf der Bühne und im Film gar bewundert. Anders sieht die Sache aus, wenn man sich hat täuschen lassen.

In der Literatur ist das Spiel mit verschiedenen Identitäten schon früh ein Dauerthema, in jüngerer Zeit haben sich die Grenzen zwischen Schein und Sein für jedermann zunehmend gelockert. Jede Verkleidung scheint möglich, die Vorspiegelung falscher Tatsachen gilt als Flexibilität.

Das von den 68ern proklamierte "Werde-der-du-bist" musste schon in den 80er-Jahren dem Motto der Postmoderne "Erzähle-dich-selbst" weichen, im Internet der Gegenwart sind falsche Identitäten keines Aufhebens mehr wert, und inzwischen üben sich manche Kreise in der Erfindung von Fakten.

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